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Wie fandet ihr die Folge?

Weihnachtsmann und Christkind zusammen - top!
27
52%
Weihnachtsmann oder Christkind - in Ordnung!
12
23%
schwarze Raben - gab schon bessere Folgen
7
13%
Grinch - grauenhaft
6
12%
 
Abstimmungen insgesamt : 52

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 10:32

Das klingt gut, danke, bockmouth, aber das möchte ich niemandem zumuten. Die Geräusche hab ich ja per Kopfhörer im Videostream gehört, und was da gesagt wurde... naja... teilweise kann man sichs auch denken, teilweise ist einiges hier im Thread gesagt worden...da muß niemand für mich seitenweise Text tippen.

02.01.2010, 10:32

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 11:27

Eigentlich komme ich hier für diese Diskussion etwas zu spät, möchte aber doch - gerade aus persönlicher Betroffenheit - etwas dazu schreiben:

Lieber Bua, ich teile Deine Ansichten zur "autoritären Erziehung", zum Grenzen aufgezeigt bekommen etc. zum ganz großen Teil - aber in Sachen "Ohrfeigen" sehe ich das doch deutlich anders:

Ich bin selbst in meiner Kindheit zweimal von meinem Vater geschlagen worden - nennt mich jetzt ein Weichei, aber dies hatte bei mir schwerste traumatische Folgen, psychosomatiche Störungen und wochenlange Schlafstörungen zur Folge.

Auch "nur" eine Ohrfeige ist eine bewusste Gewaltanwendung eines körperlich Überlegenen (Erwachsenen) gegenüber einem körperlich Schwächeren (Kind) - und es ist auch das bewusste Einsetzen dieser Überlegenheit. Oder zumindest - wenn immer so euphemistisch gesagt wird, "mir ist da die Hand ausgerutscht" - das deutliche Zeichen, dass man seine eignen Gefühle und Reaktionen nicht mehr unter Kontrolle hat - es ist ein Armutszeugnis für den Erwachsenen!

Heute muss ich miterleben, wie meine Schwägerin ihre älteste Tochter manchmal so schlägt, dass blaue Augen und Blutergüsse zurück bleiben, so dass schließlich das Jugendamt eingeschaltet werden musste. Und auch da fing es mit dem "Hand ausrutschen" an ...

Ich kenne etliche Frauen, die sagen, wenn ihr Freund/Mann sie nur einmal schlägt, ihm "die Hand ausrutscht", dann bedeutet dies für sie das Ende der Beziehung - einmal ist einmal zu viel!
Und ich kann sie da sehr gut verstehen!

Nur, warum soll das, was für das Verhalten unter Erwachsenen gilt nicht auch für das Verhalten gegenüber Kindern gelten?

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 11:56

ich glaube, diese problematik ist auch abhängig von der zeit, in der man aufgewachsen ist. wir hatten dieses thema bei einem unserer letzten klassentreffen. unsere eltern und lehrer hatten eben erst den krieg erlebt, da war gewalt normal. keine/r von uns ist nicht geschlagen worden, sowohl in der schule als auch zuhause, aber das hat uns nicht sonderlich getroffen.

wir haben uns auch gerne untereinander auf der straße und auf dem schulhof geprügelt. das war aber auch eher ein kräftemessen. denn nie wurde jemand ernsthaft verletzt und wenn sich einer "ergab" dann war schluss.

hier scheint sich wohl einiges verändert zu haben.

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 12:17

Das stimmt sicherlich, dass vieles was mit dem Erleben von Gewalt zu tun hat, auch zeitbedingt unterschiedlich ist. Ich selbst habe immer jede Form von Gewalt mir gegnüber als sehr schlimm erlebt, deshalb habe ich mich auch an den Pausenhofprügeleien nie beteiligt.

Ich bin übrigens auch kein Anhänger der "Laberpädagogik", wie sie in Zuge von "68" entstanden sind - wie schon hier von anderen gesagt, so ein halbstündiges Zuschwallen des Kindes kann ähnlich fatale Folgen haben wie eine Ohrfeige (allerdings sollte man da auch fairerweise differenzieren, einige Erkenntnisee in der Pädagogik aus dieser Zeit sehe ich nach wie vor als unverzichtbar an!).

Man muss ja auch sehen, dass diese Ansätze auch eine Reaktion auf Erziehungsmaßnahmen in der Zeit davor waren, wo es einfach nur um Zucht und Gehorsam ging, um Autoritätshörigkeit im negativen Sinne (bei dem jedes eigenständige, kritische Denken untersagt war) und die nicht zuletzt durch körperlichen "Züchtigungen" geprägt waren.

Ich weiß nicht, ob jemand von Euch den Film "Das weiße Band" gesehen hat (für mich einer der besten Filme der letzten Jahre) - da bekommt man sehr eindrücklich und beklemmend vorgeführt, wie eine solche "Erziehung" zu Beginn des 1. Weltkrieges irgendwo auf dem Land in Deutschland damals ausgesehen hat - und man muss dabei bedenken, dass diese Kinder, die diese "Erziehung" "genossen" haben, dann die Generation war, die später Auschwitz ermöglicht hat.

Gewiss ein Extrem - und nach 68 ist das Pendel dann wohl auch ins andere Extrem ausgeschlagen - aber zu diesem Extrem aus dem deutschen Kaiserreich sollten wir auf keinen Fall mehr zurück kommen!!!

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 12:36

Ich bin selbst Mutter und ich halte weder etwas von der sog. autoritären Erziehung noch etwas von der sog. antiautoritären Erziehung noch was von pseudo-pädagogischem stundenlangen Zugelaber. Aber: ich halte etwas von Erziehung! Wenn Kinder im Restaurant oder sonstwo alles terrorisieren, hat das nichts mit fehlenden Ohrfeigen (körperliche Gewalt lehne ich entschieden ab) zu tun, sondern mit der Bequemlichkeit der Eltern, die Kinder zu Hause (!) zu erziehen. Ein im Supermarkt im stimmlichen Vortragstil : "Karl-Egon, würdessssst du das bittte unterlassen" nervt mich übrigens genauso, besonders wenn Karl-Egon, inzwischen wohl elterntaub, sich beim Ausräumen der Regale nicht stören lässt.
Diese Karl-Egons habe ich zur Genüge in der Grundschulklasse meines Kindes erlebt. Da wurden Kinder, denen Respektieren der persönlichen Grenzen Anderer, gelebte Demokratie, einfach mal Andere ausreden lassen, zuhören können völlig fremd war, erst mal auf "Hochbegabung" getestet.

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 13:26

bockmouth hat geschrieben:...Es handelte sich dabei um eine Folge, als Julian mit Urszula in ihrer Küche frohlockte.

...also wenn Du das noch gespeichert hast, würde ich es gern' einmal wieder lesen, bocki. :wave:

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 13:35

sebi hat geschrieben:...Ich weiß nicht, ob jemand von Euch den Film "Das weiße Band" gesehen hat (für mich einer der besten Filme der letzten Jahre) - da bekommt man sehr eindrücklich und beklemmend vorgeführt, wie eine solche "Erziehung" zu Beginn des 1. Weltkrieges irgendwo auf dem Land in Deutschland damals ausgesehen hat - und man muss dabei bedenken, dass diese Kinder, die diese "Erziehung" "genossen" haben, dann die Generation war, die später Auschwitz ermöglicht hat.

Gewiss ein Extrem - und nach 68 ist das Pendel dann wohl auch ins andere Extrem ausgeschlagen - aber zu diesem Extrem aus dem deutschen Kaiserreich sollten wir auf keinen Fall mehr zurück kommen!!!

...ganz großes Ausrufezeichen meinerseits + Unterschrift...!°
Herzlichst
Schneidi°

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 13:59

Siri hat geschrieben:... sondern mit der Bequemlichkeit der Eltern, die Kinder zu Hause (!) zu erziehen...

vergessen wir auch nicht, dass kinder das verhalten ihrer eltern spiegeln. mir war bei bekannten aufgefallen, wie deren kleine tochter das bitte und danke ihrer eltern kopierte. da war keine derartige ermahnung notwendig: "und wie sagt man, wenn man etwas bekommt?" die kannte das nicht anders.

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 14:11

Wahrscheinlich erlebt es jeder anders... mir hat es nichts ausgemacht, ich hab mich auch auf dem Schulhof mal geprügelt... selten, aber es kam vor. Und ich kann sagen, dass aus mir ein aufrechter Mensch mit gesundem Selbstvertrauen und ziemlich dickem Fell geworden ist. Es ist also nicht so, dass man aus mir einen stummen Befehlsbefolger geprügelt hat.... ich sehe meine Erziehung auch nciht als Extrem an. Wie überall muß man auch hier die vielen Grautöne zwischen schwarz und weiß sehen. Natürlich finde ich es nicht gut, wenn ein Kind geschlagen wird um e "auf Linie zu bringen", ganz und gar nicht... meine Rede war auch eher von Affekttaten, wenn man bis aufs Blut von der Brut gereizt wurde. Es gibt durchaus Kinder, die Eltern so lange triezen und nach Grenzen suchen, bis die "Hand ausrutscht", hier kann ich dann nicht sagen, man hätte besser reden sollen...
Nein Sebi, auch ich wünsche mir keine mucksmäuschenstill-Kinder wie anno 1910, aber auch keine Kinder, die mutwillig alles zerstören dürfen und deren Eltern das für "Entfaltung" halten. Ich finde es auch furchtbar, dass viele Eltern offenbar der Meinung sind, mit der Erziehung ihrer Sprößlinge nichts zu tun zu haben und dieses gern der Schule zuschieben... Vanessa kann uns da bestimmt ein Lied von singen.
Sebi, wie siehts denn bei dir im Konfirmandenunterricht aus? Grad die Vor- bis Mittelpubertierenden bei Laune zu halten ist doch sicher auch nciht leicht, oder? Bemerkst du da auch eklatante Versäumnisse der Elternhäuser?

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 14:12

bockmouth hat geschrieben:
Es handelte sich dabei um eine Folge, als Julian mit Urszula in ihrer Küche frohlockte.


Die schreibt man denn diese Geräusche nieder? :mes-hi:

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 14:29

emz hat geschrieben:
Siri hat geschrieben:... sondern mit der Bequemlichkeit der Eltern, die Kinder zu Hause (!) zu erziehen...

vergessen wir auch nicht, dass kinder das verhalten ihrer eltern spiegeln. mir war bei bekannten aufgefallen, wie deren kleine tochter das bitte und danke ihrer eltern kopierte. da war keine derartige ermahnung notwendig: "und wie sagt man, wenn man etwas bekommt?" die kannte das nicht anders.

Volle Zustimmung! =D> Genau um diese Grundfeste geht es mir persönlich, wenn ich von Erziehung spreche. Das Vorleben von Verhaltensmustern.
Ich kann es für den Tod nicht ausstehen, wenn ich einem Kind die Hand zur Begrüßung reiche und noch freundlich "hallo" sage, und dann das Kind sich wegdreht oder sich nicht rührt. DAS ist schlechte Erziehung in meinen Augen.

Bua, du hast Recht. Der Lehrer hat zwar einen "Bildungs- und Erziehungsauftrag", aber das nehmen viele Eltern als Freifahrschein, eben solche Grundprinzipien den Lehrern zu überlassen. Da kommt man als Lehrer mit einem Fernseher auf dem Wagen angefahren und noch mit anderem Gepäck und es gibt Kinder, die zeigen keine Regung, einem vielleicht die Tür aufzuhalten oder ähnliches. DAS ist etwas, was eindeutig Eltern zu leisten haben, grundsätzliche Verhaltensmuster beibringen.
Sanktionierung von Fehlverhalten (klingt blöd, ist aber pädagogischer Fachjargon) steht wieder auf einem anderen Blatt.

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 14:39

emz hat geschrieben:
Siri hat geschrieben:... sondern mit der Bequemlichkeit der Eltern, die Kinder zu Hause (!) zu erziehen...

vergessen wir auch nicht, dass kinder das verhalten ihrer eltern spiegeln. mir war bei bekannten aufgefallen, wie deren kleine tochter das bitte und danke ihrer eltern kopierte. da war keine derartige ermahnung notwendig: "und wie sagt man, wenn man etwas bekommt?" die kannte das nicht anders.

Da brauch ich ja das Verhalten der Eltern der Karl-Egons an Elternabenden nicht zu schildern.... Oh nein, absolut nicht die sog. "bildungspolitisch Benachteiligten".

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 14:47

du sagst es bua, es sind die ohrfeigen aus dem affekt heraus. manchmal genügt auch schon die androhung einer solchen, so wie bei dem sohn einer freundin, bei der ich zu besuch war. der knabe, eigentlich längst der pubertät entwachsen, provozierte permanent seine eltern, die, statt einen schlusspunkt zu setzen, mit ihm endlos schreiend herumdiskutierten. es war so unerträglich, dass ich überlegte abzureisen. habe ihn mir aber dann gepackt und ihm erklärt: noch ein wort, und es knallt. und weil mir die ernsthaftigkeit anzumerken war, war auch ruhe. nur heute ist der kerl 32 jahre alt, hat noch nie gearbeitet, absolviert angeblich ein zweites studium, ist gewalttätig und setzt seine eltern auch mal körperlich unter druck, wenn das taschengeld nicht reicht. dann weint mir meine freundin vor: "was soll ich denn machen, das ist doch mein kind, ich habe ihn doch so lieb, ich kann ihn doch nicht rausschmeißen." und das, nachdem er seinem jüngeren bruder so das genick verdreht hatte, dass der knapp an einer querschnittslähmung vorbei kam, wie die ärzte sagten.

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 15:01

Mir wäre als Kind ab und an eine Watschnundgutist lieber gewesen, als ellenlange, vorwurfsvolle Vorträge und stunden- bis tagelanges Ignorieren meiner Person, also Liebesentzug. Das setzt bei einem Kind Ängste frei, das kann sich kaum jemand vorstellen.

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 15:08

Alice64 hat geschrieben:Mir wäre als Kind ab und an eine Watschnundgutist lieber gewesen, als ellenlange, vorwurfsvolle Vorträge und stunden- bis tagelanges Ignorieren meiner Person, also Liebesentzug. Das setzt bei einem Kind Ängste frei, das kann sich kaum jemand vorstellen.

das komplettiert man dann mit einem: "warte nur, bis der papa abends heimkommt."
da hatte ich glück, mein vater war als lehrer mittags schon zuhause.

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 15:12

emz hat geschrieben:das komplettiert man dann mit einem: "warte nur, bis der papa abends heimkommt."
da hatte ich glück, mein vater war als lehrer mittags schon zuhause.

Ich hatte keinen.

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 15:15

Alice64 hat geschrieben:
emz hat geschrieben:das komplettiert man dann mit einem: "warte nur, bis der papa abends heimkommt."
da hatte ich glück, mein vater war als lehrer mittags schon zuhause.

Ich hatte keinen.

also hilflos einer person ausgeliefert.

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 15:16

emz hat geschrieben:
Alice64 hat geschrieben:
emz hat geschrieben:das komplettiert man dann mit einem: "warte nur, bis der papa abends heimkommt."
da hatte ich glück, mein vater war als lehrer mittags schon zuhause.

Ich hatte keinen.

also hilflos einer person ausgeliefert.

Richtig.

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 15:19

Alice64 hat geschrieben:
emz hat geschrieben:
Alice64 hat geschrieben:
emz hat geschrieben:das komplettiert man dann mit einem: "warte nur, bis der papa abends heimkommt."
da hatte ich glück, mein vater war als lehrer mittags schon zuhause.

Ich hatte keinen.

also hilflos einer person ausgeliefert.

Richtig.

(sweat)

Re: 1256 - "Mimi"

02.01.2010, 16:20

Erforderlich hier bei uns in der Bundesrepublik Deutschland ist nach meiner Auffassung seit langem ein einheitlicher Gewaltnotruf bundesweit für alle Menschen, die Opfer von Gewalt geworden sind oder sich gerade in einer akuten Gewaltnotlage befinden.

Dieser Gewaltnotruf müsste von gesetzlicher Seite her auf einer Grundlage stehen, die es ihm ermöglicht, schnell und aktiv einzugreifen.

Vielleicht würde allein das manche Eltern schon abhalten, ihre Kinder zu ohrfeigen, wenn diese Ohrfeigen Schadensersatzansprüche des Kindes gegen seine Eltern auslösen könnten.
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