Und wo Schneider schon fragt; an Annas Stelle wäre ich am Tag daruf zum Anwalt und hätte mich dann in Begleitung des Anwaltes gestellt.
Anna sitzt hauptsächlich deshalb in Untersuchungshaft, weil sie 1. davon lief und 2. ihre Tat zu vertuschen suchte. Und das Urteil wir dann auch dementsprechend aussehen.
Anna Ziegler saß heute mit anderen in Untersuchungshafteinsitzenden Frauen zusammen und bastelte Advendsgestecke. Die gelernte Kindergärtnerin konnte sich auf Grund ihrer Berufserfahrungen gut einbringen und die Gruppe sogar anleiten. So waren für einige Zeit die persönlichen Sorgen einmal in den Hintergrund geraten. Es wurden Advendskränze und Apfelmännchen gebastelt.
Bastel-Materialien:
Adventskränze: Tannenzweige, Stoff- und Schleifenbänder, Kerzen (offenes Feuer ist nicht gestattet, daher dürften keine Kerzen angezündet werden)
Die kleine Bastelstunde des Vormittags hat in Anna Idee geweckt. Sie möchte ihrem Mann und ihren Kindern etwas zu Weihnachten schenken. Für den kleinen Martin würde sie gern ein Kinderbuch schreiben und Bilder malen. Voller Begeisterung bemerkt Anna, wie gut es ihr tun wird, der Realität etwas zu entfliehen. Aber was soll sie den anderen schenken? Hans einen geschmuggelten guten Wein? Aber wo soll sie den herbekommen? Es ist hier nicht so wie in den Filmen, wo sich hinter vorgehaltener Hand Kostbarkeiten herumgereicht werden. Und Sophie und Tom??? Anna seufzt. Für Sophie irgendwas mit Tieren. Vielleicht könnte sie etwas recherchieren? Aber Sophie kennt sich in der Thematik besser aus als sie. Beim Besuch vor einer Woche bemerkte sie, wie erwachsen ihre Tochter geworden ist. Sollte sie ihr eine kleine Haushaltsfibel verfassen? Theoretisch wäre das schon möglich, aber ob sich Sophie darüber freuen wird? Für Tom will ihr schon gar nichts einfallen, außer... (Nein, das geht nicht, wieso denkt sie nur immer daran???; zumal hier sowieso nicht geschmuggelt wird.) Aber eines scheint ihr immer deutlicher zu werden: Anna Z. wird ein Buch schreiben. Ein Buch über die Löwenmutter und deren innere Zerrissenheit. Das Buch wird sie ihrer Tochter Sarah widmen. Nein, sie wird keine Versöhnung erwarten und auch auf kein Verständnis hoffen. Sie will ihrer Tochter erzählen von einer Zeit, in der Anna Z. selbst ein Kind war und von der Begegnung mit dem Vater von Sarah. Und nicht zu letzt wird sie, da ihre Tochter nun erwachsen ist, nun die ganze Wahrheit von Friedhelms Abgründen und seiner Krankheit offenlegen. Sarah hat das Recht, die ganze Wahrheit zu erfahren!
Anna Z. ist in mitten ihrer Gedanken eingeschlafen.
...Anna wird gerade in Gedanken versunken auf ihrem Bett sitzen.
Der fünfte Dezember, immer jetzt so gegen 20:40 Uhr, da füllte sie die Stiefel ihrer Mäuse, die diese am Abend blitzeblank geputzt und erwartungsvoll vor die Haustür gestellt hatten.
Tom hatte mal seine Gummistiefel und seine Sportschuhe mit dazu gestellt. Wann war das noch gewesen...?° Anna bemerkte, dass ihr Zeitgefühl in der Untersuchungshaft nicht mehr so gut funktionierte.
Bestimmt werden jetzt Mürfels Stiefel vor der Tür stehen, dachte Anna und musste an ihren kleinen Schatz denken. Hoffentlich würde Hans gleich daran denken, Martins Stiefel zu füllen.
Schneidi° hat geschrieben:Der fünfte Dezember, immer jetzt so gegen 20:40 Uhr, da füllte sie die Stiefel ihrer Mäuse, die diese am Abend blitzeblank geputzt und erwartungsvoll vor die Haustür gestellt hatten.
Vor die Haustür? Kein Wunder daß die Dinger am Morgen immer leer waren.
Bei anderen Familien werden die Stiefel vor die Zimmertür oder allenfalls vor die Wohnungstür gestellt.
Nachdem Anna ihre angelieferte Pizza "Knastolone" verzehrt hatte, wollte sie einen Schuh vor die Zellentüre stellen. Aus nachvollziehbaren Gründen konnte sie ihr Vorhaben leider nicht ausführen.
Ich fürchte, dass Hans in seinem Rotweinrausch nicht daran denkt, etwas in die Stiefel der Kinder zu füllen.... es wird ein trauriger Nikolaustag werden.... seufz... Aber zum Glück gibt es ja Helga, die den Kleinen dann doch noch etwas vorbeibringt....
Heute ist Anna sehr deprimiert. Zwar hat man ihr das Einwickelpapier ihres Schokoladennikolauses ausgehändigt, den Nikokolaus selbst darf sie erst nach ihrer Verurteilung in Empfang nehmen, da er hohl ist und heimliche Nachrichten enthalten könnte. Jetzt knackt sie Walnüsse indem sie immer jeweils eine Nuß unter ein Stuhlbein klemmt und sich mit Pardautz auf den Stuhl fallen lässt.
Hamlet hat geschrieben:Heute ist Anna sehr deprimiert. Zwar hat man ihr das Einwickelpapier ihres Schokoladennikolauses ausgehändigt, den Nikokolaus selbst darf sie erst nach ihrer Verurteilung in Empfang nehmen, da er hohl ist und heimliche Nachrichten enthalten könnte. Jetzt knackt sie Walnüsse indem sie immer jeweils eine Nuß unter ein Stuhlbein klemmt und sich mit Pardautz auf den Stuhl fallen lässt.
Heute hat Anna gebastelt. Sie zweigte sich eine Scheibe Brot ab, aß nur die Brotrinde und aus der weichen Brotmasse formte sie einen kleinen Engel. Die Flügelchen und das Engelskleidchen machte sie aus dem Einwickelpapier des Nikolauses. Und mit einem Faden aus ihrem Unterhemd hängte sie das Engelchen dann an das kleine Board in ihrer Zelle. Die Beamtin fand das Engelchen richtig goldig und hat es Anna gelassen.
...heute ist der 34. Tag von Annas Untersuchungshaft.
34 Tage ist sie nun schon ihrer Familie entrissen, kann ihren geliebten Hans nicht mehr herzen und küssen, nicht mehr mit Martin auf dem Schoß kuscheln und schmusen.