Goedel hat geschrieben:...Im übrigen bin ich gegen diesen ganzen Freigänger- und Fußfesselquatsch. Gefängnis muß ordentlich weh tun, ansonsten ist es keine Strafe mehr...
...insbesondere die Zeit als Freigänger ist sehr, sehr wichtig für den Resozialisierungsprozess nach der Haftzeit.
Während der Freigängerzeit werden oftmals schon Lehr- oder Arbeitsverträge geschlossen, finanzielle Dinge geregelt, wieder eine Wohnung angemietet und vor allem wieder am sozialen Leben teilgenommen.
Der Gedanke der Strafe ist zudem doch eher gestrig, heutzutage steht die Sühne eher im Vordergrund und vor allem natürlich der Täter-Opfer-Ausgleich - ein wegweisendes Model in die Zukunft.
Da bin ich aber gleicher Meinung. Im Gefängnis geht es nicht darum, dass es den Gefangenen möglichst schlecht geht, sondern es geht darum, dass sie irgendwann, eines Tages wieder vollkommen normal am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Brunior nützt es jedenfall nicht, wenn Anna möglichst lange und möglichst hart bestraft wird. Ihm wird es eher nützen, wenn Anna während ihrer Haftstrafe nachdenkt, reift und seinen noch nicht geborenen Kindern eine gute Oma wird (Free-Oma natürlich!).
SuSonja hat geschrieben:Brunior nützt es jedenfall nicht, wenn Anna möglichst lange und möglichst hart bestraft wird. Ihm wird es eher nützen, wenn Anna während ihrer Haftstrafe nachdenkt, reift und seinen noch nicht geborenen Kindern eine gute Oma wird (Free-Oma natürlich!).
Schneidi° hat geschrieben:Der Gedanke der Strafe ist zudem doch eher gestrig, heutzutage steht die Sühne eher im Vordergrund und vor allem natürlich der Täter-Opfer-Ausgleich - ein wegweisendes Model in die Zukunft.
So, Du hältst also nichts davon Verbrecher zu bestrafen. Wenn Deine Frau mal vergewaltigt oder ermordet wird redest Du anders.
Bei unseren Gerichten werden doch die Täter bekuschelt und die Opfer verhöhnt.
Mörder müssen wie Mörder behandelt werden. Schon mal was von Abschreckung gehört?
Schneidi° hat geschrieben:Der Gedanke der Strafe ist zudem doch eher gestrig, heutzutage steht die Sühne eher im Vordergrund und vor allem natürlich der Täter-Opfer-Ausgleich - ein wegweisendes Model in die Zukunft.
So, Du hältst also nichts davon Verbrecher zu bestrafen. Wenn Deine Frau mal vergewaltigt oder ermordet wird redest Du anders.
Bei unseren Gerichten werden doch die Täter bekuschelt und die Opfer verhöhnt.
Mörder müssen wie Mörder behandelt werden. Schon mal was von Abschreckung gehört?
Ja, aber besonders harte Bestrafung hilft doch dem Opfer auch nicht... Mir hilft da nicht, wenn der Täter bestraft wird, er soll mir nur nicht mehr unter die Augen treten und nicht in der Stadt wohnen dürfen, in der ich lebe.
Ja, logisch, das muss von Fall zu Fall genaustens untersucht werden ob ein Mensch grundsätzlich ein aggressieves Verhalten an den Tag legt. Aber die meisten Totschläge passieren doch auf Grund von persönlichen Verstrickungen... Anna zum Beispiel: wenn wir mal ganz ehrlich sind: sie ist nicht wirklich gefährlich. Ich bin ja nicht dagegen, dass sie in den Knast kommt, aber warum der dortige Aufenthalt besonders grausam sein soll, ist mir schleierhaft. Das bringt doch nichts. Brunior jedenfalls nichts.
Es gibt doch einen Unterschied zwischen jemanden der wirklich krank ist und die Leute maßenhaft der Reihe nach umbringt und zwischen jemanden der aus Eifersucht oder Rache tötet...
Anna freute sich riesig, als ihr die Vollzugsbeamtin einen Stapel Briefe überreichte. Anna öffnete einen nach dem anderen. Zunächst einen Brief von Hans, dem ein von Mürfel gemaltes Bild beigefügt war. Auf dem Bild war ein Weihnachtsbaum zu sehen, daneben die Mama, Papa, Sarah, Sophie, Tom und Mürfel. Anna liefen die Tränen übers Gesicht.
Als nächstes öffnete sie einen Brief von Gabi, dem ein ellenlanges Gebet beigefügt war. Anna las das Gebet zu Hälfte, dann legte sie den Brief weg.
Zuletzt öffnete sie einen Brief, der als Absender Anwalt Ries auswies. Sie las: "Sehr geehrte Frau Ziegler. Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass die von Herrn Beimer immer wieder zugesagte erste Rate meines Honorars in Höhe von 2.000 Euro bis heute noch nicht auf meinem Konto eingegangen ist. Daher werde ich das Mandat niederlegen. Bitte suchen Sie sich einen Pflichtverteidiger. MfG Ries. Anwalt."
Heute nahm Anna noch einmal den Brief von Hans in die Hand. Sie bemerkte zahlreiche rötlich-graue Flecken auf dem Papier. Einer davon sah aus wie der Abdruck eines Glases. Dann fiel ihr auf, dass Hansemanns Handschrift sehr krakelig war. Sie las das Geschriebene nochmals durch. Etliche Wörter fehlten, immer wieder war etwas durchgestrichen. Nahezu jeder Satz enthielt grammatikalische Schnitzer. Was war nur mit Hans los?
Anna beantragte ein Telefongespräch mit Hans. Dieses wurde genehmigt. Doch Hans meldete sich nicht. Verzweifelt ließ sich Anna wieder in ihre Zelle zurückführen.
Der fromme Hans.... Frei nach W. Busch...^^ Hab vorhin Folge 9 gesehen... Franz überrascht Henny und Nosseck beim Knutschen...und als der Nossek dann weg ist, meint er so, "der hat dir wohl das Zäpfchen poliert..." Wo bleiben diese trocken-witzigen Sprüche in letzter Zeit? Ich vermisse das.
Heute hatte wieder die nette Justizvollzugsbeamtin, die Anna an ihrem ersten Tag in die Zelle geführt hatte, Dienst. Anna fasste sich endlich ein Herz und stellte die Frage, die sie schon seit ihrem ersten Tag hier beschäftigte: "Sie sagten mir damals, das hier ist kein Ponyhof. Was ist das eigentlich, ein Ponyhof?" Wenig später kam die Justizvollzugsbeamtin noch einmal in Annas Zelle und überreicht ihr mit den Worten "Weil heute der vierte Advent ist..." ein Buch aus der Gefängnisbücherei. Anna las den Titel des Buches: "Anna gibt nicht auf. Ponyhof Mühlental." Tränen der Rührung liefen über Annas Gesicht. Sie stammelte "Danke". Die Justizvollzugsbeamtin lächelte Anna an und verschloss dann wieder die Zellentür.