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Re: Folge 1191: Papa

29.09.2008, 23:14

Schneidi° hat geschrieben:
Deine Formulierung "Resteschule" finde ich entsetzlich...!° :schimpf:

Aber er hat Recht - die Bildungsgrade haben sich in den letzten, sagenwirmal 20 Jahren, eindeutig verschoben. Heute bist du als Hauptschüler, gelinde gesagt, am Arsch, weil in jedem Arbeitgeberkopf die Gleichung "Hauptschüler = fauler Idiot" rumspukt.
Das ist natürlich Schwachsinn, aber leider ist es tatsächlich so, dass eine große Anzahl der Schüler mehr oder minder bildungsresistent sind, und die, die lernen wollen, werden dann natürlich gleich mit in denselben Topf gesteckt. Woran das liegt, kann man diskutieren, aber der Wechsel hat stattgefunden.

Beispiel mein Vater: Ein wahrlich kluger Kopf, der allerdings "nur" auf der Realschule war. Ich nehme an, ihr kennt das Unternehmen "Miele"? Mein alter Herr ist in Gütersloh (Hauptquartier und Herkunftsort) mit seiner ganz normalen Industriekaufmannslehre dort verantwortlich für die gesamte Transportlogistik, d.h. er ist verantwortlich für über 1100 Fahrzeuge, vom Dienstwagen von Dr. Miele persönlich bis hin zu den riesigen LKWs, die sich in 2 Minuten völlig be- und entladen lassen, und zwar was die Instandhaltung, Koordination, Straßenverkehrsamt (alles, was irgendwie mit Fahrzeugen zu tun hat). Wie gesagt, höhere Handelsschule und eine Lehre als Industriekaufmann.

Miele, das ein wirklich sehr, sehr soziales Unternehmen ist, sucht für die Lehre "Industriekaufmann" nur noch Leute mit Abitur, vorzugsweise mit BWL-Abschluss. Mein alter Herr hätte da heute unter gleichen Bedingungen keine Chance, überhaupt an eine Lehrstelle zu kommen, und schon gar nicht auf seinen heutigen Chefposten.

29.09.2008, 23:14

Re: Folge 1191: Papa

29.09.2008, 23:32

NBTB, bei meinem Vater war es ähnlich. "Nur" Realschule weil man seinerzeit früh anfangen sollte mit Geld verdienen. Dann Kaufmannslehre bei "Farbwerke Höchst" und hochgearbeitet bis zum Prokuristen. Er war auf seinem Gebiet dann einer der drei angesehensten Experten weltweit und kaufte jährlich für 500 Millionen ein.

Auch jetzt im Ruhestand berät er noch Firmen.

Heute ohne Doktortitel undenkbar.

Re: Folge 1191: Papa

29.09.2008, 23:59

...Beispiele hin- oder her - eine Formulierung wie "Resteschule" in Zusammenhang mit der Hauptschule zu bringen, ist absolut ungerechtfertigt, unfair, intolerant und engstirnig.

Kein Mensch kann sich aussuchen, wie gut oder weniger gut er lernen kann.

Gerade die Menschen, die heute Hauptschulen besuchen und dann ihren Start ins Berufsleben vorbereiten brauchen unsere solidarische Unterstützung und Förderung, damit ihr Start ins Berufsleben klappt.

Und Josefine Stadler wird ihren Weg machen - davon bin ich überzeugt.

Re: Folge 1191: Papa

30.09.2008, 01:13

Schneidi° hat geschrieben:...Beispiele hin- oder her - eine Formulierung wie "Resteschule" in Zusammenhang mit der Hauptschule zu bringen, ist absolut ungerechtfertigt, unfair, intolerant und engstirnig.

Bei allem Respekt, Schneidi, aber leider, leider ist die Formulierung treffend - schmerzlich, unfair, ja, aber treffend. Was meinst du, wie viele Eltern sich schämen, zuzugeben, dass ihr Kind auf die Hauptschule geht - wo doch heutzutage wirklich jeder auf's Gymnasium kann, soll und faktisch auch muss, wenn er/sie nur einen normalen kaufmännischen Beruf ergreifen will? In diesem Kontext finde ich den Begriff "Resteschule" auf traurige Weise sehr treffend.

Kein Mensch kann sich aussuchen, wie gut oder weniger gut er lernen kann.

Nein, das nicht, aber da ist ganz viel Verantwortung bei den Eltern. Die meisten Kinder, die auch auf der Hauptschule überhaupt nicht klarkommen, haben keine Lernbehinderung, sondern eine völlig verfehlte Erziehung.

Gerade die Menschen, die heute Hauptschulen besuchen und dann ihren Start ins Berufsleben vorbereiten brauchen unsere solidarische Unterstützung und Förderung, damit ihr Start ins Berufsleben klappt.

Was noch viel wichtiger ist, ist eine Rückkehr zu der Art Unterscheidung zwischen den Schulformen, wie sie etwa die Generation meiner Eltern (und damit North und du) erfahren hat. Die Hauptschule soll eine solide Bildung schaffen, die Grundlagen für gewerbliche und handwerkliche Beruf sichern. Da ist die heutige Hauptschule, im Gegensatz zu der eurer Generation, weit von entfernt - so traurig das ist.

Re: Folge 1191: Papa

30.09.2008, 07:10

Northstar hat geschrieben:
lilo hat geschrieben:Und nur weil man Hauptschule hat ist man doch kein Idiot.

So sollte es eigentlich sein. Als wir noch ein gesundes dreigliedriges Schulsystem hatten war es ja auch so.

Handwerker auf die Hauptschule, kaufmännische Berufe Realschule, Akademiker Gymnasium.

Nur leider ist die Hauptschule zur absoluten Resteschule verkommen.


Meine Mutter ging in die Hauptschule... damals war das keine Schande und ein gutes Allgemeinwissen hat sie in jedem Fall. Ich habe mal ihre alten Schulunterlagen angesehen und muss fast beschämend sagen, dass meine Mutter in der Hauptschule fast mehr gelernt hat, als ich im Gymnasium.

Heute ist wirklich alles anders, da hat Northi Recht. Ich glaube du hast es inzwischen selbst mit Realschule sehr schwer, eine gute Ausibldung zu machen... Ich hoffe für Lilos Tochter dass sie im Anschluss die Realschule machen kann. Wann ist sie denn fertig, Lilo?

Re: Folge 1191: Papa

30.09.2008, 07:43

Wir haben gestern von einer Nachbarin ein Shirt für unseren Sohn bekommen. Darauf steht:
ABI 2026

Fanden meine Frau und ich jetzt nicht so witzig. Im Säuglingsalter wird man schon darauf hingewiesen, dass nur noch Abitur zählt.

Re: Folge 1191: Papa

30.09.2008, 07:49

Sie geht in die 8 Klasse. Sie möchte auch den Realschulabschluss nach machen. Hier in Schleswig-Holstein gibt es noch Sonderschulen. Ich fühle mich nicht schlecht das sie auf die Hauptschule geht.
Aber bei vielen Eltern ist es so. Wenn man in der 4. Klasse die Schulübergangsempfehlung bekommt und sein Kind trotzdem auf eine höhere Schulart schicken will, dann muss man Gespräche führen. Und zwar mit der Direktorin der Hauptschule und der Direktorin der Realschule. Bei der Einschulung meiner Tochter in die 5, Klasse sagte die Direktorin, dass sie sehr sehr viele Gespräche führen musste. Die 8. Klasse ist bei meiner Tochter die einzige der Schule, aber z.b. auf dem Gymnasium sind es 5! Es ist den Eltern peinlich das Kind auf eine Haupt oder Realschule zu schicken. So weit sind wir heute. Aber was tut man seinen Kindern an? Viele sind überfordert und müssen früher oder später doch zurück. Jetzt nach den Sommerferien kamen in die Klasse 8!!! Rückläufer aus der Realschule. Jetzt sind es 30!!! Kinder in ihrer Klasse.
Ach übrigens, ich bin nicht schuld das sie auf die Hauptschule geht. Wir haben sie gefördert und geübt und geübt bis sie dicht gemacht hat, weil wir zu viel wollten. Dann haben wir weniger gemacht und sie wurde wieder glücklich. Und das zählt für mich. Sie ist ein ganz normaler Teenager. Sie geht in den Reitverein und hat viele Freunde. Wir sind nicht Asozial nur weil mein Kind auf eine Hauptschule geht. Aber wenn man die Gesellschaft so hört, dann fühlt man sich manchmal so.

Re: Folge 1191: Papa

30.09.2008, 08:06

Schneidi° hat geschrieben:Kein Mensch kann sich aussuchen, wie gut oder weniger gut er lernen kann.

Aber wie er lernen will. Wenn da ein Schüler sitzt der "kein Bock auf Schule" hat dann ist das nicht naturgegeben

Schneidi° hat geschrieben:Gerade die Menschen, die heute Hauptschulen besuchen und dann ihren Start ins Berufsleben vorbereiten brauchen unsere solidarische Unterstützung und Förderung, damit ihr Start ins Berufsleben klappt.

Auf den heutigen Hauptschulen gibt es wieder vermehrt Analphabeten. Was willst Du da noch fördern? Die gehen davon aus daß man auf kriminelle Art und Weise Geld verdienen kann, und im Notfall hilft man halt hinten im Lokal bei Onkel Achmed.

Schneidi° hat geschrieben:Und Josefine Stadler wird ihren Weg machen - davon bin ich überzeugt.

Nur zur Erinnerung: Das ist eine fiktive Serienfigur.
Zuletzt geändert von Northstar am 30.09.2008, 09:01, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Folge 1191: Papa

30.09.2008, 08:17

Nur am Rande. In die Klasse meiner Tochter geht kein einziger Ausländer.

Re: Folge 1191: Papa

30.09.2008, 08:18

Hey Lilo, ich bin davon überzeugt dass ihr nicht asozial seid!!! Das ist doch Blödsinn! Ich würde an eurer Stelle nur versuchen die Tochter dabei zu unterstützen noch weiter zu machen. Denn auf dem Arbeitsmarkt ist es hart.

Re: Folge 1191: Papa

30.09.2008, 08:37

Natürlich unterstützen wir unser Kind. Mit allen Mitteln. Mich macht es nur traurig, dass die Hauptschüler so schlecht gemacht werden. Sie sind besser als ihr Ruf. Es gibt ja auch Schulen wo es besonders schlimm ist, aber muss man alle in eine Topf schmeißen? Es gibt die guten Hauptschulen. Und bestimmt nicht wenige. In der Presse wird nur immer das Schlechte berichtet.
In Schleswig-Holstein wird ja nun die Regionalschule angeschafft. Das sind Haupt und Realschüler in einer Klasse. Die Hauptschule stirbt also. Aber ob das so toll ist? Wieder müssen Kinder als Versuchskaninchen herhalten.

Re: Folge 1191: Papa

30.09.2008, 08:59

lilo hat geschrieben:Natürlich unterstützen wir unser Kind. Mit allen Mitteln. Mich macht es nur traurig, dass die Hauptschüler so schlecht gemacht werden. Sie sind besser als ihr Ruf.

Aber so ist das doch immer daß die Negativfälle den Ruf prägen.

Frag doch mal einen auf Mallorca ansässigen Spanier was er von den Deutschen hält. Der kennt nur die Ballermänner, was kommt da wohl bei raus? Nimm die hiesigen Türken. 60% von denen sind nicht kriminell, aber das Bild wird von den Anderen geprägt. Die Beamten haben einen schlechten Ruf weil 30% von ihnen faule Schmarotzer sind die nicht arbeiten. Usw.

Tatsache ist daß es zu allen Zeiten unter den Schuljahrgängen einen Bodensatz von Schülern gibt die faul, dumm und lernunwillig sind. Sagen wir mal beispielsweise das wären 5%. In einer Zeit wo drei Viertel aller Schüler an die Hauptschule gehen ist das jeder fünfzehnte Hauptschüler, fällt also nicht sonderlich auf.

Wenn aber nur noch 15% eines Jahrgangs an die HS gehen ist das jeder Dritte, und der prägt dann das Bild.

Re: Folge 1191: Papa

30.09.2008, 10:45

lilo hat geschrieben:...Wir sind nicht Asozial nur weil mein Kind auf eine Hauptschule geht. Aber wenn man die Gesellschaft so hört, dann fühlt man sich manchmal so.

...ganz gewiss nicht, lilo - hat man das etwa zu Euch oder Eurer Tochter gesagt...?° Diese Leute sollten sich in Grund und Boden schämen.

Re: Folge 1191: Papa

30.09.2008, 13:03

ich glaube wenn ich arbeitgeber wäre würde ich einen guten hauptschüler einem schlechten realschüler vorziehen...

es kommt auch immer drauf an wie sich der mensch an sich gibt. gesunder menschenverstand, offenes wesen.... is auch sehr wichtig

Re: Folge 1191: Papa

30.09.2008, 13:13

Das sagst du... ich wünschte das würden da draußen auch so sehen :???:

Re: Folge 1191: Papa

30.09.2008, 13:36

Ich habe mal zwei Jahre bei der Schülerhilfe als Lehrkraft gearbeitet, da habe ich auch einen gewissen Einblick bekommen, wie es heute an den verschiedenen Schulformen so zugeht.

Da hatte ich den Eindruck, dass es in jeder Klasse an einer Hauptschule gewisse Härtefälle gibt, die, durch problematische Familien- und Sozialsituation bedingt, eben diese von Northstar genannte "Kein Bock auf Schule"-Mentalität an den Tag legen. Aber eben nicht nur so, wie es bei den meisten Pubertierenden in gewissem Maße normal ist, dass man eben auch mal nicht die Hausaufgaben gemacht hat, sondern wirklich eine massive Blockade gegen das Lernen und die Schule an sich.
Die wehren sich regelrecht mit Händen und Füßen dagegen und finden nichts unangenehmer als vor anderen Mitschülern etwas über den Lernstoff gefragt zu werden, weil sie ihn eben auch einfach nicht können.
Als Schutzreaktion wird dann einfach das Lernen als uncool und etwas für Aussenseiter auf dem Schulhof definiert, und schon hat man in kurzer Zeit eine ganze Klasse soweit, dass keiner mehr was tut, weil man ja dazugehören will.
Da gab es wirklich viele Hauptschüler, bei denen ich schnell gemerkt hatte, dass die eigentlich was auf dem Kasten haben, aber durch diesen massiven sozialen Druck in der Klasse und auf dem Schulhof dennoch nichts getan haben (und im Zweifelsfall macht das ja auch erstmal mehr Spaß als Lernen, da springen viele auch gerne mit auf).
Solche Schüler waren dann zum Beispiel im Einzelunterricht viel besser, weil sie sich da nicht vor den anderen genieren mussten, etwas nicht zu wissen bzw sogar etwas zu wissen. Leider waren das meist Zufälle, wenn es mal Einzelunterricht gab, weil normalerweise immer Gruppenunterricht angesagt war.

Naja, nach 2 Jahren bin ich da weg, weil mich das schon alles arg gestresst hat. Ich könnte nie Lehrer werden und hab seit dem großen Respekt vor den Leuten, die sich sowas jeden Tag geben müssen.

Re: Folge 1191: Papa

30.09.2008, 20:16

Lindenschurz hat geschrieben:Ich habe mal zwei Jahre bei der Schülerhilfe als Lehrkraft gearbeitet, da habe ich auch einen gewissen Einblick bekommen, wie es heute an den verschiedenen Schulformen so zugeht.
...

Naja, nach 2 Jahren bin ich da weg, weil mich das schon alles arg gestresst hat. Ich könnte nie Lehrer werden und hab seit dem großen Respekt vor den Leuten, die sich sowas jeden Tag geben müssen.

Stimmt, Herr Kollege, das haben wir ja schonmal fest gestellt. ;-) Ich habe vor 2 Wochen nach 6 Jahren Lehrertätigkeit dort aufgehört! :neutral:
Ich hab total gern da gearbeitet, kann aber deine Eindrücke nur zu gut teilen.

Re: Folge 1191: Papa

01.10.2008, 15:02

ob Nina vielleicht mitdrangedreht hat, dass der Fall "Sturz des Bruno B." nicht weiter verfolgt wird? Ich meine, man hat scheinbar nicht mal die hintere Wohnungstür nach Fingerabdrücken untersucht... :-k Gibt es denn die Fingerabdrücke von Hans Beimer bereits in der Kartei?

Re: Folge 1191: Papa

01.10.2008, 15:04

das wären ja auch 2 unterschiedliche Abteilungen bei der Polizei, in sofern kann Nina gar nicht mitbeteiligt sein (das würde ihr dann, wenn es rauskommt, auch den Job kosten und noch einiges mehr...). Aber wieso wurden die Fingerabdrücke nicht genommen?

Re: Folge 1191: Papa

01.10.2008, 15:04

das ärgert mich :motz:
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