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Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 20:36

Gänseblümchen hat geschrieben:Du verteidigst nur deine Lisa!!!!!!! :frech:

Na klar! Wenn ich's nicht tue, dann tut's doch keiner! ;-)

20.09.2009, 20:36

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 20:45

Ich glaube ja, dass die ganze Terroristen- und Anschlagsgeschichte allein von Pucky eingefädelt wurde, damit er freie Bahn bei Marcella hat! :knuddel:

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 20:49

Also der Tote war Marcellas Kidnapper, wie es viele hier schon vermutet hatten. Ibrahim sollte eigentlich nicht entkommen sein, wenn der Verfassungsschutz planmäßig vorgegangen ist. Nur, warum verschweigt man uns das? Wenn er entkommen ist, stellt er ja immer noch eine Gefahr dar, vielleicht sogar für Marcella, und ganz gewiß für Andi und Gabi. Er dürfte ja jetzt wissen, daß die beiden für den Verfassungsschutz gearbeitet haben.
Jedenfalls wünsche ich Euch, daß Euch auch in der Realität ein Anschlag erspart bleibt!

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 20:52

Schrammel hat geschrieben:
Hamlet hat geschrieben:Dressler: "Tanja, mein MÄDCHEN, ich habe es gehört, das ist ja schrecklich, ganz furchtbar ist das, wie musst du dich nur fühlen! Wenn ich dir IRGENDWIE HELFEN kann, mein Schätzelchen, sag es. Möchtest du lieber in meinem Salon auf dem Sofa weinen und dabei fernsehen? Müssjöh Gung macht dir gerne den Kamin an, nichwahr Müssjöh Gung, das machen Sie doch gerne! "


Eines Tages wird sie kommen, die Folge mit dem Abspannhinweis "Buch & Regie Hamlet und Schrammel"...


Und dann gibt es einen _echten_ Terroranschlag mit einem Lieferwagen voller Surströmming...

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 20:55

Wenn cih an den Wahlsonntag in Verbindung mit dem Oktoberfest denke, bekomme ich schon ein mulmiges Gefühl...es wäre nicht der erste Anschlag auf die Wiesn, 1980 gab es bei einem Terroranschlag 13 Tote.
Infos gibts hinter der Spoilermaske:
Strategie der Spannung?
Der schwerste Terroranschlag in der Bundesrepublik
Nazis verübten auf dem Münchner Oktoberfest den schwersten Terroranschlag in Deutschland seit dem Krieg

Von Nick Brauns, München

Freitag, 26. September 1980, 22 Uhr 20: in wenigen Minuten schließen die Bierzelte auf dem Münchner Oktoberfest. Das Riesenrad dreht seine letzten Runden.

Tausende Menschen, viele von ihnen stark angetrunken, drängen sich Richtung Ausgang. Ein junger Mann hebt ein Packet über einem Müllkübel. Eine meterhohe Stichflamme leuchtet sekundenlang empor, dann folgt eine gewaltige Detonation. Trümmer, Körperteile fliegen umher. Während die Kapellen in den Bierzelten zur letzten Maß aufspielen ringen Dutzende von Menschen um ihr Leben.

13 Menschen starben noch am Ort der Explosion oder kurze Zeit später in den Rettungswagen und Krankenhäusern. 211 Personen erlitten Verletzungen, mehreren mussten beide Beine amputiert werden. Einer der Toten war dermaßen verstümmelt, dass die Ermittler darauf schlossen, er habe die Bombe zum Zeitpunkt der Detonation in der Hand gehalten.
Ein Ausweis identifiziert ihn als den 21 jährigen Geologiestudenten Gundolf Köhler aus Donaueschingen.

Für die Spitzenpolitiker der Unionsparteien war sofort klar, dass es sich nur um die Tat von Linksextremisten handeln konnte. Schließlich hatte CDU-Stahlhelmer Alfred Dregger zuvor in einem Interview spekuliert, die Rote Armee Fraktion würde demnächst einen Anschlag mit vielen Toten durchführen. Das Attentat auf der Wiesn ereignete sich nur eine Woche vor der Bundestagswahl. Franz Josef Strauß war der Kanzlerkandidat der Unionsparteien. Unter seiner berüchtigten Wahlkampfparole "Freiheit statt Sozialismus" trat er zum Sturz der sozialliberalen Koalition unter Kanzler Helmut Schmidt an. Dessen Wahlkampfmotto "Sicherheit für Deutschland" hoffte die Union mit einer Hetzkampagne vor allem gegen den als zu liberal empfundenen Bundesinnenminister Gerhard Baum zu kippen.

Während viele Opfer noch mit dem Tod rangen, nutzten die CSU-Vertreter die Bluttat für ihren Wahlkampf. Der bayerische Finanzminister eilte aus einem Bierzelt herbei und erklärte "Die FDP ist doch mitverantwortlich für das, was hier passiert ist." Und Ministerpräsident Franz Josef Strauß schlug noch in der selben Nacht vor, ein Flugblatt zu verfassen, dass Bundesinnenminister Baum im Gespräch mit dem damaligen Linksterroristen Mahler zeige.

Doch entgegen der Prophezeiungen der CSU meldete der Leiter des Staatsschutzes im bayerischen Innenministerium Hans Langemann bereits am Samstag Vormittag, der Verdächtige Gundolf Köhler sei dem Verfassungsschutz als Anhänger der neofaschistischen Wehrsportgruppe Hoffmann bekannt.

Wehrsportgruppenführer Karl-Heinz Hoffmann gehörte zu den schillerndsten Gestalten der deutschen Neonaziszene. Über 400 junge Männer bildete dieser Provinz-Göring zwischen 1974 und 1980 auf seinem Schloss im bayerischen Ermreuth zu "Grenadieren Europas" aus. Die selbsternannten "schwarzen Legionäre" gaben an, gegen "Bolschewismus und Kapital" und für einen volksgemeinschaftlichen Führerstaat zu kämpfen. Die Gruppe verfügte über mehrere ausgemusterte Militärfahrzeuge inklusive eines allerdings funktionsuntauglichen Panzerwagens. In der fränkischen Schweiz hielten die Jungnazis Geländeübungen in Kampfanzügen mit Gewehrattrappen ab. Dass die Gruppe auch über scharfe Waffen verfügte, zeigt die Anweisung Hoffmans in seiner Postille "Kommando", die Mitglieder sollten illegale Schusswaffen außer Haus aufbewahren. Bei einer dieser Geländeübungen imponierte Gundolf Köhler seinen Kameraden mit einer selbstgebauten Handgranate.

Der bayerische Innenminister Seidl, ein Bekannter des Neonazis Gerhard Frey, hatte ebenso, wie sein Nachfolger Gerold Tandler immer wieder Verbotsforderungen der sozialdemokratischen Landtagsopposition zurückgewiesen und die Aktivitäten der Hoffmanngruppe als "Kasperlespiel" verharmlost.

Der von Strauß so gescholtene Bundesinnenminister Baum verbot die Wehrsportgruppe Hoffmann schließlich am 30.Januar 1980 als gegen die verfassungsmäßige Ordnung gerichtete Organisation. "Mein Gott, wenn sich ein Mann vergnügen will, indem er am Sonntag auf dem Land mit einem Rucksack und einem mit Koppel geschlossenen battledress spazieren geht, dann sollte man ihn in Ruhe lassen", verharmloste FJS dagegen noch zwei Monate nach dem Verbot Naziführer Hoffmann.

Nachdem ausgerechnet ein Mitglieder der von der bayerischen Staatsregierung so gehätschelten Wehrsportgruppe als Täter des Wiesnattentats ausgemacht worden war, spekulierte Strauß, ob die "Braunen" vielleicht von den "Roten", also aus der DDR bezahlt wurden.

Nur acht Monate nach der Tat, Mitte 1981, beendete die "Sonderkommission Theresienwiese" ihre Ermittlungen mit dem Fazit: "Gundolf Köhler dürfte als Alleintäter gehandelt haben. Für eine Mittäterschaft oder auch nur Mitwisserschaft anderer an dem Sprengstoffanschlag auf das Münchner Oktoberfest ließen sich keine konkreten Anhaltspunkte erkennen." Köhler wurde der Öffentlichkeit als ein verwirrter Einzeltäter präsentiert, der aus Frust über sein Versagen im Studium und wegen sexueller Probleme gehandelt haben sollte. Ein politischer Hintergrund wurde ausgeblendet. Bei dieser Darstellung blieb auch Generalbundesanwalt Kurt Rebmann, als er im Dezember 1982 die Ermittlungen einstellte. Um zu dieser politisch opportunen Einzeltäterthese zu gelangen, mussten die Ermittlungsbehörden eine ganze Anzahl gegenläufige Zeugenaussagen unterdrücken.

Da gab es zum einem die Selbstbezichtigungen von Mitgliedern der Wehrsportgruppe Hoffmann. So rühmten sich Anfang Oktober 1980 in Damaskus zwei Männer gegenüber einem Barkeeper, der sie auf das Oktoberfestattentat ansprach: "Das waren wir selbst". Die beiden Männer wurden als Karl-Heinz Hoffmann und sein Vertrauter Walter Behle identifiziert. Als "alkoholbedingte Aufschneiderei" wiegeln die deutschen Behörden dieses Geständnis ab. Am 2. August 1982 dreht der 21 jährige Neonazi Stefan Wagner durch. In schwarzer Uniform mit Hakenkreuz auf der Brust läuft er Amok. Auf der Flucht vor der Polizei ruft er einem Nachbarn zu: "Lebend bekommen die mich nicht. Wenn die mich ergreifen, kriege ich mindestens Zehn Jahre Zuchthaus. Ich war bei der Aktion gegen das Oktoberfest in München dabei." Das ehemalige Mitglied der Wehrsportgruppe Hoffmann erschießt sich, ehe die Polizei zugreifen kann. Wieder winken die Ermittlungsbehörden ab. Wagner habe ein Alibi für den 26.9.1980. Dieses Alibi wurde allerdings nie vom Bundeskriminalamt überprüft.

Mehrere Zeugen hatten sich schon kurz nach dem Anschlag gemeldet. Ein Homosexueller, der auf Kontaktsuche an einem Schwulentreffpunkt in der Nähe des Wiesneingangs wartete, hatte Köhler kurz vor der Tat mit zwei kurzgeschorenen Männern in grünen Parkas beobachtet. Er gibt allerdings an, die Männer nicht näher beschreiben zu können. Nur 38 Jahre alt stirbt dieser Zeuge im Jahr 1982. Bekannte berichteten, seit dem Anschlag habe der lebenslustige Mann unter Angstsyndromen gelitten. Hatte er mehr gesehen, als er der Polizei angab und fühlte sich deswegen bedroht?

Eine weitere Zeugin fertigte sogar Zeichnungen von den Begleitern Köhlers an, die sie mit ihm in einem Auto in der Nähe des Oktoberfestes beobachtet hatte. Freunde Köhlers berichteten von Gesprächen, in denen er darüber spekulierte, ob ein Bombenanschlag die Bundestagswahl beeinflussen könnte.

Auf frappierende Weise erinnerte das Oktoberfestattentat an den am 2. August des selben Jahres stattgefundenen Anschlag auf dem Bahnhof von Bologna in Italien. 85 Menschen wurden durch die von italienischen Neofaschisten gelegte Bombe ermordet. Mit der "Strategie der Spannung" versuchten reaktionäre Kreise wie die Geheimloge P2 und der US-amerikanische Geheimdienst CIA, die starke Kommunistische Partei Italiens zu stoppen und in der Bevölkerung den Ruf nach einen starken Mann herbeizubomben.

Auch in Deutschland kandidiert mit FJS ein "starker Mann", der in seinem Wahlkampf gezielt Angst vor dem Terrorismus schürte. "Man muss sich der nationalen Kräfte bedienen, auch wenn sie noch so reaktionär sind - mit Hilfstruppen darf man nicht zimperlich sein" hatte Strauß einmal über im Bezug auf die Neonazis dem SPIEGEL erklärt.

Bis heute gilt für die Ermittlungsbehörden im Falle des Oktoberfestanschlags die Einzeltäterthese. Karl-Heinz Hoffmann befindet sich in Freiheit und renoviert sein Schloss. An die Todesopfer erinnert ein unscheinbares Mahnmal am Wiesneingang. "Zum Gedenken an die Opfer des Bombenanschlags" lautet die Inschrift, die keinen Hinweis auf die neofaschistische Täterschaft gibt.

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 20:56

Schrammel hat geschrieben:
Schneidi hat geschrieben:...Anna Ziegler saß am Spieltag der Folge 1242 ihren 127. Tag der Strafhaft ab.

Vielleicht musste sie auch nachsitzen, weil sie ihre Hausaufgaben mal wieder vergessen hatte!


Anna fühlt sich in der Gefängnisgärtnerei mit all diesen netten doppelfunktionalen Werkzeugen sehr sehr wohl...

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 21:01

Hamlet hat geschrieben:
Schrammel hat geschrieben:
Hamlet hat geschrieben:Dressler: "Tanja, mein MÄDCHEN, ich habe es gehört, das ist ja schrecklich, ganz furchtbar ist das, wie musst du dich nur fühlen! Wenn ich dir IRGENDWIE HELFEN kann, mein Schätzelchen, sag es. Möchtest du lieber in meinem Salon auf dem Sofa weinen und dabei fernsehen? Müssjöh Gung macht dir gerne den Kamin an, nichwahr Müssjöh Gung, das machen Sie doch gerne! "


Eines Tages wird sie kommen, die Folge mit dem Abspannhinweis "Buch & Regie Hamlet und Schrammel"...


Und dann gibt es einen _echten_ Terroranschlag mit einem Lieferwagen voller Surströmming...


Hahaha, wenn du mit nem Lieferwagen voll Surstrømming ins Beyer-Schaufenster fährst, wird da niemand jemand auch nur einen Krümel Backware verkaufen... Der Gestank geht ja nie wieder weg!
:lach: :lach: :lach:

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 21:01

Bommel hat geschrieben:
puckster hat geschrieben:

Auf der Off steht, dass dieser Stührsteher erschossen wurde. Axel Hechler. In der Folge selber kam das nicht klar raus.
Sebastian heißt also Fuchs mit Nachnamen.


Also sollen die Zuschauer doch schon wissen, wer erschossen wurde. Hm, das war aber nun ganz schlecht gemacht, wenn das so viele nicht mitbekommen haben und auf der Off die Lösung doch schon steht. Ein ganz großes Minus dafür.

Man hätte es doch zumindest mal in einem Satz erwähnen können. Oder es wurde erwähnt und es hat kaum jemand mitbekommen.



Es wurde nicht erwähnt, auch nicht, was mit Sebastian passiert ist. Das finde ich richtig schlecht gemacht.

Darum auch "nur" eine 2 von mir.

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 21:02

Schneidi hat geschrieben:
dani hat geschrieben:Ja aber irgendwann muß doch auch mal gut sein, oder?...

...da sprichst Du ein wahres Wort gelassen aus, dani.

Aber das können so viele Menschen nicht - sie sind nachtragend, bis ihr Kalender wieder das Mittelalter anzeigt.


Ich bin nicht nachtragend, ich fordere poetische Gerechtigkeit! Und immer öfter wird dieser meiner Forderung entsprochen.

Habt ihr gesehen, wie das Schätzelchen im Salon in die Hocke ging und das Shirt hochrutschte? Sie trägt die Strumpfhose bis rauf unter die Achseln. Ist das der typische "angealtert Lesben Look" ?

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 21:02

Wozu hat man uns eigentlich monatelang diese Verpartnerungsgeschichte mit Tanja und Suse vorgesetzt, wenn die ohnehin völlig sinnlos war? Am Tag nach der Verpartnerung ist Suse nach Leipzig abgedüst und die beiden haben sich nur noch alle heiligen Zeiten gesehen. Daß in Deutschland eine Verpartnerung möglich ist, dürfte jeder durchschnittliche Zeitungsleser gewußt haben ohne dazu den belehrenden Zeigefinger der "Lindenstraße" zu benötigen.

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 21:03

lilo hat geschrieben:
Schrammel hat geschrieben:
lilo hat geschrieben:Naja, wenn er jetzt jahrelang im Knast ist?


Was wenn er unter die Kronzeugenregelung fällt? Neue Identität, unbekannter Wohnort - mit Martschella?

Das wäre schade. Marcella muss bleiben.



Dann DARF Marcella aber nicht mitgehen.

Oh bitte nicht. (sweat) [-o<

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 21:04

puckster hat geschrieben:
lilo hat geschrieben:
Schrammel hat geschrieben:
lilo hat geschrieben:Naja, wenn er jetzt jahrelang im Knast ist?


Was wenn er unter die Kronzeugenregelung fällt? Neue Identität, unbekannter Wohnort - mit Martschella?

Das wäre schade. Marcella muss bleiben.



Dann DARF Marcella aber nicht mitgehen.

Oh bitte nicht. (sweat) [-o<

Timo darf auch nicht weg.... Hab mich sooo an ihn gewöhnt... [-o< [-o<

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 21:04

MünchnerBua hat geschrieben:Wenn cih an den Wahlsonntag in Verbindung mit dem Oktoberfest denke, bekomme ich schon ein mulmiges Gefühl...es wäre nicht der erste Anschlag auf die Wiesn, 1980 gab es bei einem Terroranschlag 13 Tote.
Infos gibts hinter der Spoilermaske:
Strategie der Spannung?
Der schwerste Terroranschlag in der Bundesrepublik
Nazis verübten auf dem Münchner Oktoberfest den schwersten Terroranschlag in Deutschland seit dem Krieg

Von Nick Brauns, München

Freitag, 26. September 1980, 22 Uhr 20: in wenigen Minuten schließen die Bierzelte auf dem Münchner Oktoberfest. Das Riesenrad dreht seine letzten Runden.

Tausende Menschen, viele von ihnen stark angetrunken, drängen sich Richtung Ausgang. Ein junger Mann hebt ein Packet über einem Müllkübel. Eine meterhohe Stichflamme leuchtet sekundenlang empor, dann folgt eine gewaltige Detonation. Trümmer, Körperteile fliegen umher. Während die Kapellen in den Bierzelten zur letzten Maß aufspielen ringen Dutzende von Menschen um ihr Leben.

13 Menschen starben noch am Ort der Explosion oder kurze Zeit später in den Rettungswagen und Krankenhäusern. 211 Personen erlitten Verletzungen, mehreren mussten beide Beine amputiert werden. Einer der Toten war dermaßen verstümmelt, dass die Ermittler darauf schlossen, er habe die Bombe zum Zeitpunkt der Detonation in der Hand gehalten.
Ein Ausweis identifiziert ihn als den 21 jährigen Geologiestudenten Gundolf Köhler aus Donaueschingen.

Für die Spitzenpolitiker der Unionsparteien war sofort klar, dass es sich nur um die Tat von Linksextremisten handeln konnte. Schließlich hatte CDU-Stahlhelmer Alfred Dregger zuvor in einem Interview spekuliert, die Rote Armee Fraktion würde demnächst einen Anschlag mit vielen Toten durchführen. Das Attentat auf der Wiesn ereignete sich nur eine Woche vor der Bundestagswahl. Franz Josef Strauß war der Kanzlerkandidat der Unionsparteien. Unter seiner berüchtigten Wahlkampfparole "Freiheit statt Sozialismus" trat er zum Sturz der sozialliberalen Koalition unter Kanzler Helmut Schmidt an. Dessen Wahlkampfmotto "Sicherheit für Deutschland" hoffte die Union mit einer Hetzkampagne vor allem gegen den als zu liberal empfundenen Bundesinnenminister Gerhard Baum zu kippen.

Während viele Opfer noch mit dem Tod rangen, nutzten die CSU-Vertreter die Bluttat für ihren Wahlkampf. Der bayerische Finanzminister eilte aus einem Bierzelt herbei und erklärte "Die FDP ist doch mitverantwortlich für das, was hier passiert ist." Und Ministerpräsident Franz Josef Strauß schlug noch in der selben Nacht vor, ein Flugblatt zu verfassen, dass Bundesinnenminister Baum im Gespräch mit dem damaligen Linksterroristen Mahler zeige.

Doch entgegen der Prophezeiungen der CSU meldete der Leiter des Staatsschutzes im bayerischen Innenministerium Hans Langemann bereits am Samstag Vormittag, der Verdächtige Gundolf Köhler sei dem Verfassungsschutz als Anhänger der neofaschistischen Wehrsportgruppe Hoffmann bekannt.

Wehrsportgruppenführer Karl-Heinz Hoffmann gehörte zu den schillerndsten Gestalten der deutschen Neonaziszene. Über 400 junge Männer bildete dieser Provinz-Göring zwischen 1974 und 1980 auf seinem Schloss im bayerischen Ermreuth zu "Grenadieren Europas" aus. Die selbsternannten "schwarzen Legionäre" gaben an, gegen "Bolschewismus und Kapital" und für einen volksgemeinschaftlichen Führerstaat zu kämpfen. Die Gruppe verfügte über mehrere ausgemusterte Militärfahrzeuge inklusive eines allerdings funktionsuntauglichen Panzerwagens. In der fränkischen Schweiz hielten die Jungnazis Geländeübungen in Kampfanzügen mit Gewehrattrappen ab. Dass die Gruppe auch über scharfe Waffen verfügte, zeigt die Anweisung Hoffmans in seiner Postille "Kommando", die Mitglieder sollten illegale Schusswaffen außer Haus aufbewahren. Bei einer dieser Geländeübungen imponierte Gundolf Köhler seinen Kameraden mit einer selbstgebauten Handgranate.

Der bayerische Innenminister Seidl, ein Bekannter des Neonazis Gerhard Frey, hatte ebenso, wie sein Nachfolger Gerold Tandler immer wieder Verbotsforderungen der sozialdemokratischen Landtagsopposition zurückgewiesen und die Aktivitäten der Hoffmanngruppe als "Kasperlespiel" verharmlost.

Der von Strauß so gescholtene Bundesinnenminister Baum verbot die Wehrsportgruppe Hoffmann schließlich am 30.Januar 1980 als gegen die verfassungsmäßige Ordnung gerichtete Organisation. "Mein Gott, wenn sich ein Mann vergnügen will, indem er am Sonntag auf dem Land mit einem Rucksack und einem mit Koppel geschlossenen battledress spazieren geht, dann sollte man ihn in Ruhe lassen", verharmloste FJS dagegen noch zwei Monate nach dem Verbot Naziführer Hoffmann.

Nachdem ausgerechnet ein Mitglieder der von der bayerischen Staatsregierung so gehätschelten Wehrsportgruppe als Täter des Wiesnattentats ausgemacht worden war, spekulierte Strauß, ob die "Braunen" vielleicht von den "Roten", also aus der DDR bezahlt wurden.

Nur acht Monate nach der Tat, Mitte 1981, beendete die "Sonderkommission Theresienwiese" ihre Ermittlungen mit dem Fazit: "Gundolf Köhler dürfte als Alleintäter gehandelt haben. Für eine Mittäterschaft oder auch nur Mitwisserschaft anderer an dem Sprengstoffanschlag auf das Münchner Oktoberfest ließen sich keine konkreten Anhaltspunkte erkennen." Köhler wurde der Öffentlichkeit als ein verwirrter Einzeltäter präsentiert, der aus Frust über sein Versagen im Studium und wegen sexueller Probleme gehandelt haben sollte. Ein politischer Hintergrund wurde ausgeblendet. Bei dieser Darstellung blieb auch Generalbundesanwalt Kurt Rebmann, als er im Dezember 1982 die Ermittlungen einstellte. Um zu dieser politisch opportunen Einzeltäterthese zu gelangen, mussten die Ermittlungsbehörden eine ganze Anzahl gegenläufige Zeugenaussagen unterdrücken.

Da gab es zum einem die Selbstbezichtigungen von Mitgliedern der Wehrsportgruppe Hoffmann. So rühmten sich Anfang Oktober 1980 in Damaskus zwei Männer gegenüber einem Barkeeper, der sie auf das Oktoberfestattentat ansprach: "Das waren wir selbst". Die beiden Männer wurden als Karl-Heinz Hoffmann und sein Vertrauter Walter Behle identifiziert. Als "alkoholbedingte Aufschneiderei" wiegeln die deutschen Behörden dieses Geständnis ab. Am 2. August 1982 dreht der 21 jährige Neonazi Stefan Wagner durch. In schwarzer Uniform mit Hakenkreuz auf der Brust läuft er Amok. Auf der Flucht vor der Polizei ruft er einem Nachbarn zu: "Lebend bekommen die mich nicht. Wenn die mich ergreifen, kriege ich mindestens Zehn Jahre Zuchthaus. Ich war bei der Aktion gegen das Oktoberfest in München dabei." Das ehemalige Mitglied der Wehrsportgruppe Hoffmann erschießt sich, ehe die Polizei zugreifen kann. Wieder winken die Ermittlungsbehörden ab. Wagner habe ein Alibi für den 26.9.1980. Dieses Alibi wurde allerdings nie vom Bundeskriminalamt überprüft.

Mehrere Zeugen hatten sich schon kurz nach dem Anschlag gemeldet. Ein Homosexueller, der auf Kontaktsuche an einem Schwulentreffpunkt in der Nähe des Wiesneingangs wartete, hatte Köhler kurz vor der Tat mit zwei kurzgeschorenen Männern in grünen Parkas beobachtet. Er gibt allerdings an, die Männer nicht näher beschreiben zu können. Nur 38 Jahre alt stirbt dieser Zeuge im Jahr 1982. Bekannte berichteten, seit dem Anschlag habe der lebenslustige Mann unter Angstsyndromen gelitten. Hatte er mehr gesehen, als er der Polizei angab und fühlte sich deswegen bedroht?

Eine weitere Zeugin fertigte sogar Zeichnungen von den Begleitern Köhlers an, die sie mit ihm in einem Auto in der Nähe des Oktoberfestes beobachtet hatte. Freunde Köhlers berichteten von Gesprächen, in denen er darüber spekulierte, ob ein Bombenanschlag die Bundestagswahl beeinflussen könnte.

Auf frappierende Weise erinnerte das Oktoberfestattentat an den am 2. August des selben Jahres stattgefundenen Anschlag auf dem Bahnhof von Bologna in Italien. 85 Menschen wurden durch die von italienischen Neofaschisten gelegte Bombe ermordet. Mit der "Strategie der Spannung" versuchten reaktionäre Kreise wie die Geheimloge P2 und der US-amerikanische Geheimdienst CIA, die starke Kommunistische Partei Italiens zu stoppen und in der Bevölkerung den Ruf nach einen starken Mann herbeizubomben.

Auch in Deutschland kandidiert mit FJS ein "starker Mann", der in seinem Wahlkampf gezielt Angst vor dem Terrorismus schürte. "Man muss sich der nationalen Kräfte bedienen, auch wenn sie noch so reaktionär sind - mit Hilfstruppen darf man nicht zimperlich sein" hatte Strauß einmal über im Bezug auf die Neonazis dem SPIEGEL erklärt.

Bis heute gilt für die Ermittlungsbehörden im Falle des Oktoberfestanschlags die Einzeltäterthese. Karl-Heinz Hoffmann befindet sich in Freiheit und renoviert sein Schloss. An die Todesopfer erinnert ein unscheinbares Mahnmal am Wiesneingang. "Zum Gedenken an die Opfer des Bombenanschlags" lautet die Inschrift, die keinen Hinweis auf die neofaschistische Täterschaft gibt.

Furchtbar! Und noch dazu das "passende" Datum! Hoffentlich kein böses Omen!

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 21:04

MünchnerBua hat geschrieben:Hahaha, wenn du mit nem Lieferwagen voll Surstrømming ins Beyer-Schaufenster fährst, wird da niemand jemand auch nur einen Krümel Backware verkaufen... Der Gestank geht ja nie wieder weg!
:lach: :lach: :lach:


Ich dachte da mehr, daß Schneider das gesamte Produktionsgelände biologisch-olfaktorisch verseucht.

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 21:05

Schneidi hat geschrieben:...klarer Minuspunkt der Folge heute - kein Wort zur Bundestagswahl am kommenden Sonntag.

Zumindet zu dem Schmusesusekuschelduett zwischen Frau Merkel und Herrn Steinmeier vom vergangenen Sonntag hätte Harry etwas sagen müssen.

Der gevoteten 1 tut das dennoch keinen Abbruch.



Der Anschlag in Ansbach wurde erwähnt. Im Radio bei Tanja, Suze und Käthe.

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 21:06

Schneewittchen hat geschrieben:Wozu hat man uns eigentlich monatelang diese Verpartnerungsgeschichte mit Tanja und Suse vorgesetzt, wenn die ohnehin völlig sinnlos war? Am Tag nach der Verpartnerung ist Suse nach Leipzig abgedüst und die beiden haben sich nur noch alle heiligen Zeiten gesehen. Daß in Deutschland eine Verpartnerung möglich ist, dürfte jeder durchschnittliche Zeitungsleser gewußt haben ohne dazu den belehrenden Zeigefinger der "Lindenstraße" zu benötigen.

Die ganze Tanja-Suze-Story war blöd. Erst heulen die beiden, dass sie gleich nach der Hochzeit ne Fernbeziehung führen müssen. Und Suze hat nie Zeit, nach München zu fahren und ihre Familie zu besuchen. So weit ist die Entfernung nun auch nicht!

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 21:07

Schneewittchen hat geschrieben:Wozu hat man uns eigentlich monatelang diese Verpartnerungsgeschichte mit Tanja und Suse vorgesetzt, wenn die ohnehin völlig sinnlos war?


Das ist eben mal wirklich realitätsnah.

Sind denn nicht die allermeisten Ehe völlig sinnlos?

Ich zB war noch nier verheiratet. Ich werde vermutlich mit 75 eine 60jährige reiche Witwe heiraten und diese dann ausquetschen wie eine Zitrone. Das ist dann sinnvoll!

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 21:12

MünchnerBua hat geschrieben:Ich glaube ja, dass die ganze Terroristen- und Anschlagsgeschichte allein von Pucky eingefädelt wurde, damit er freie Bahn bei Marcella hat! :knuddel:



Bua, wie du immer an die Infos kommst, ist und bleibt mir ein Rätsel. Ich werde ich im Auge behalten müssen. ;-)

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 21:15

Schneewittchen hat geschrieben:Wozu hat man uns eigentlich monatelang diese Verpartnerungsgeschichte mit Tanja und Suse vorgesetzt, wenn die ohnehin völlig sinnlos war? Am Tag nach der Verpartnerung ist Suse nach Leipzig abgedüst und die beiden haben sich nur noch alle heiligen Zeiten gesehen. Daß in Deutschland eine Verpartnerung möglich ist, dürfte jeder durchschnittliche Zeitungsleser gewußt haben ohne dazu den belehrenden Zeigefinger der "Lindenstraße" zu benötigen.


Das war nur um zu zeigen, wie fortschrittlich die Lindenstraße ist. Aber die Verbotene Liebe war die erste Serie, die eine Lesben-Ehe zeigte.
Zur spät HWG :frech:

Re: Folge 1242 "Folgeschäden"

20.09.2009, 21:16

Hamlet, ich glaub so mach ich das auch. Aber mit 75 lohnt es sich ja nimmer. :lach.:

Tut mir bisschen leid für Tanja und Suze, aber die Verpartnerung haben sie vielleicht wegen Simon gemacht. Es ist ja schade, dass er womöglich nun mit einem Elternteil aufwachsen muß.Wenigstens ist Tanja die leibliche Mutter. Seinen Vater wird er ja nie kennenlernen können, oder ist das rückverfolgbar? Woher die Spende kam? Ich weiß das nicht mehr so genau.
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