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Re: Folge 1304 Altlasten

30.11.2010, 14:37

Schneewittchen hat geschrieben:
sebi hat geschrieben: - Stolpersteine:
Entgegen der Meinung Vieler hier finde ich sehr gut, dass, aber auch wie dieses Thema in der Listra eingeführt wird. Vielleicht bin ich da etwas befangen, da ich selber Initiativen angehöre, die die Verlegung von Stolpersteinen unterstüzt. Aber auch wenn ich davon absehe, kann ich eigentlich den in diesem Zusammenhang immer sehr schnell vermuteten "Holzhammer" beim besten Willen nicht erkennen.

Das geht mich an. Mir geht es aber nicht darum, daß das Thema Stolpersteine und Arisierungen angesprochen wird, sondern das Wie der Umsetzung. Der fiese Konservative, der klarerweise Verwandte mit Nazivergangenheit haben muß. Oder auch der nachgeborene Verwandte von Nazibonzen, aus dem zwangsläufig nur ein fieser Konservativer werden konnte. Das kann man drehen, wie man will, die Aussage ist immer dieselbe. Dabei zeigt gerade das Beispiel der Beimers, daß sich sogar in der unverdächtigsten Familie irgendwo ein Onkel oder Großonkel finden kann, der dem Gedankengut der Nazis anhing. Auch in realen Familien.


Ehrlicherweise hatte ich gar nicht primär an Dich gedacht, der Begriff "Holzhammer" kam in einigen Beiträgen in diesem Thread vor.

Aber um zu diesem Thema auch was zu sagen:
Ich denke nicht, dass die Listra-Macher "holzhammermäßig" hier zum Ausdruck bringen wollten, dass konservativ=faschistisch ist oder dass konservative Familien zwangsläufig immer eine Nazi-Vergangenheit haben.
Es wurde ja schon von Anderen - und auch von Dir - richtigerweise darauf hingewiesen, dass ja z. B. Beimers/Wittichs nicht von vornherein als "konservativ" zu bezeichnen sind, auch wenn es dort einen Onkel Franz gab (bei dem ja der entscheidende Punkt war, dass er bis zum Ende Nazi blieb!).
Und umgekehrt ein sehr wertkonservativer Mensch wie Dr. Dressler nun weit davon entfernt ist, ein Nazi zu sein.

Von daher sehe ich dahingehend bei den Listra-Autoren kein Verfangensein in Klischees oder eben einen "Holzhammer", wenn jetzt eben auch mal eine Verstickung von Angehörigen eines Mitglieds einer "Konservativen Partei" (Seegers) auftritt.
Zudem es nicht unrealistsich ist: Dass es Verwandtschaften, Berührungspunkte und Überschneidungen zwischen Konservatismus und faschistischer Ideologie gibt, lässt sich schwer bestreiten. Auch nicht, dass Hitler ohne die Hilfe gewisser konservativer Kreise im Januar 1933 nie an die Macht gekommen wäre.
Trotzdem würde ich niemals behaupten, dass Konservatismus zwangsläufig zum Faschismus führt. Dagegen spricht schon allein ein sehr, sehr konservativer Großonkel von mir, der aus seiner konservativen Grundhaltung heraus aktiv am Widerstand gegen das NS-Regime beteiligt war.

Das Ganze ist also vielschichtig und m.E. geht die Listra auch dahingehend angemessen damit um.
Zuletzt geändert von sebi am 30.11.2010, 14:58, insgesamt 1-mal geändert.

30.11.2010, 14:37

Re: Folge 1304 Altlasten

30.11.2010, 14:50

Schneewittchen hat geschrieben:Der fiese Konservative, der klarerweise Verwandte mit Nazivergangenheit haben muß. Oder auch der nachgeborene Verwandte von Nazibonzen, aus dem zwangsläufig nur ein fieser Konservativer werden konnte.
Weder der eine, noch der andere Schluss wurde in der Handlung jemals gezogen. Seegers vereint diese Eigenschaften ohne ursächlichen Zusammenhang. Schließlich war er früher ein Student mit langen Haaren und der selben Verwandtschaft. Außerdem hat er selbst betont, dass ihm die Quelle des Vermögens unangenehm ist und sich damit von diesen Praktiken der Nazis distanziert.

Es darf daher bezweifelt werden, dass die GFF so etwas darstellen will, wie ihr hier unterstellt wird. Auch weil:

Dabei zeigt gerade das Beispiel der Beimers, daß sich sogar in der unverdächtigsten Familie irgendwo ein Onkel oder Großonkel finden kann, der dem Gedankengut der Nazis anhing. Auch in realen Familien.
Ist diese Konstellation nicht aus der selben Serie, die uns vermeintlich weis machen will, dass nur "böse Konservative" mit Nazis zu tun haben und umgekehrt? :roll:

@sebi
Dass es Verwandtschaften, Berührungspunkte und Überschneidungen zwischen Konservatismus und faschistischer Ideologie gibt, lässt sich schwer bestreiten.
Man muss sich nur mal erkundigen, wer sich kurz nach Gründung der Bundesrepublik so alles in Regierungskreisen tummelte und was diese feinen Herren vor der Gründung der Bundesrepublik so für Tätigkeitsfelder und Parteizugehörigkeiten hatten. :wave:

Wenn man dann noch hinzunimmt, was so mancher CSU-Vorsitzende schon für Äußerungen abgelassen hat (von Angriffen auf die Pressefreiheit mal abgesehen) ...

Re: Folge 1304 Altlasten

30.11.2010, 15:16

Seegers war schon immer ein überheblicher Lackaffe, damals halt mit einem kleinen, gegelten Zöpfchen. Link ist er heute noch - dass er sich als "links und langhaarig" darstellen will, entbehrt jedoch jeglicher Grundlage.

Re: Folge 1304 Altlasten

30.11.2010, 15:32

sinapse hat geschrieben:Link ist er heute noch - dass er sich als "links und langhaarig" darstellen will, entbehrt jedoch jeglicher Grundlage.
Als "links" hat er sich nicht bezeichnet. Aber einen langhaarigen Studenten mit seinem damaligen Lebenswandel, er kopulierte ja recht offensiv und ungeniert durch die Gegend, kann man wohl kaum als konservativ bezeichnen.

Konservativ heißt ja, nach vorne mit Heimchen am Herd auf monogam zu machen und die Betthäschen möglichst unter der Decke zu halten. So zumindest verstehe ich das, was mir führende Konservative vorleben.

Re: Folge 1304 Altlasten

30.11.2010, 17:14

Schiller hat geschrieben:
sinapse hat geschrieben:Link ist er heute noch - dass er sich als "links und langhaarig" darstellen will, entbehrt jedoch jeglicher Grundlage.
Als "links" hat er sich nicht bezeichnet.


Doch, Seegers sagte "...ich war mal ein linker Student mit langen Haaren und Zopf...."

Re: Folge 1304 Altlasten

30.11.2010, 17:17

Diavolezza hat geschrieben:
sebi hat geschrieben:
- Stolpersteine:
Entgegen der Meinung Vieler hier finde ich sehr gut, dass, aber auch wie dieses Thema in der Listra eingeführt wird. Vielleicht bin ich da etwas befangen, da ich selber Initiativen angehöre, die die Verlegung von Stolpersteinen unterstüzt. Aber auch wenn ich davon absehe, kann ich eigentlich den in diesem Zusammenhang immer sehr schnell vermuteten "Holzhammer" beim besten Willen nicht erkennen.
Auch dass das Thema der "Arisierungen" in der NS-Zeit angesprochen wird, finde ich sehr gut, denn dies stellt nach wie vor eines der größten Tabuthemen bezüglich der NS-Zeit dar, wie mir Menschen, die sich hauptberuflich mit dieser Thematik befassen, immer wieder bestätigen. Umso besser, wenn es auch in einer Vorabendserie nicht verschwiegen wird.
Unlogisch und deshalb dramaturgisch missglückt sehe ich aber auch den plötzlichlichen "Sinneswandel" von Seegers an.

Der "Sinneswandel" war nur vorgetäuscht: Seegers hatte Angst, dass er Probleme bekommen könnte, wenn die Sache, wie er bzw. seine Tante an das Haus gekommen ist, auffliegt.



Genauso sehe ich das auch, Dia. Alles andere wuerde nicht unbedingt zur Rolle des Phil Seegers passen.
Er wird sich ueberlegt haben, wie er moeglichst unbeschadet aus der angedeuteten "Erpressung" des Hasen herauskommt und wird der Stolperstein-Verlegung zugestimmt haben, da sie fuer ihn das kleinere Uebel bedeutet.
In der Zwischenzeit (nach dem Gespraech im Marcella-Cafe bis zum Erscheinen an Helgas Tuer) konnte er sich eine - seiner Meinung nach - stimmige Ausrede ueberlegen, die sein bisheriges ablehnendes Verhalten erklaert. :fies:

Re: Folge 1304 Altlasten

30.11.2010, 17:39

sinapse hat geschrieben:
Schiller hat geschrieben:
sinapse hat geschrieben:Link ist er heute noch - dass er sich als "links und langhaarig" darstellen will, entbehrt jedoch jeglicher Grundlage.
Als "links" hat er sich nicht bezeichnet.

Doch, Seegers sagte "...ich war mal ein linker Student mit langen Haaren und Zopf...."

Is wahr? Dann habe ich mich geirrt. Dann scheint Seegers tatsächlich zu glauben, lange Haare und Promiskuität alleine würden schon einen Linken machen.

Re: Folge 1304 Altlasten

30.11.2010, 22:11

Schiller hat geschrieben: Dann scheint Seegers tatsächlich zu glauben, lange Haare und Promiskuität alleine würden schon einen Linken machen.


Jeans und lange Haare machten bis in die 80er hinein einen Linken aus. So dachte das "Volk"!

Es wurden ja selbst Werbefuzzis, Architekten und andere Gutverdiener als "Linke" bezeichnet wenn sie lange Haare und Jeans trugen.

Re: Folge 1304 Altlasten

01.12.2010, 09:20

Hamlet hat geschrieben:Jeans und lange Haare machten bis in die 80er hinein einen Linken aus. So dachte das "Volk"!
Ja, das "Volk". Und seine "Volks"zeitung. Aber wir wissen ja, dass deren Denkweise bei weitem nicht immer den Tatsachen entspricht. Wohlwollend ausgedrückt.

Tatsächlich aber dürften gerade unter diesen langhaarigen Gutverdienern nicht wenige ziemlich spießig gewesen sein. Und damit konservativ.
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