Manch ein Mensch beherbergt in seinem Haus Mitbewohner, von denen er nichts ahnt. Diese unerwünschten Gäste wieder los zu werden, erweist sich oft als schwieriges Unterfangen. Manch einer greift daher zu drastischen Mitteln...
Sehr anschaulich beschreibt dies der Zecher Brander bei einer feucht-fröhlichen Runde in Auerbachs Keller in Leipzig...
Es war eine Ratt im Kellernest, Lebte nur von Fett und Butter, Hatte sich ein Ränzlein angemäst't, Als wie der Doktor Luther. Die Köchin hatt ihr Gift gestellt; Da ward's so eng ihr in der Welt, Als hätte sie Lieb im Leibe.
Sie fuhr herum, sie fuhr heraus, Und soff aus allen Pfützen, Zernagt', zerkratzt, das ganze Haus, Wollte nichts ihr Wüten nützen; Sie tät gar manchen Ängstesprung, Bald hatte das arme Tier genung, Als hätt es Lieb im Leibe.
Sie kam vor Angst am hellen Tag Der Küche zugelaufen, Fiel an den Herd und zuckt, und lag, Und tät erbärmlich schnaufen. Da lachte die Vergifterin noch: Ha! sie pfeift auf dem letzten Loch, Als hätte sie Lieb im Leibe.
(Faust, der Tragödie 1. Teil von Johann Wolfgang von Goethe)
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Nagetiere erfreuen sich offensichtlich keiner großen Beliebtheit. Auch in dem Film "Mäusejagd" versuchen die Bewohner, sich einer lästigen Mitbewohnerin zu entledigen. Klick auf das Bild und überzeuge dich selbst davon...
(Klick auf das Bild!)
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Nicht nur manches Haus, auch mancher Mensch wird zur Behausung von lästigen Mitbewohnern. Klaus Beimer und seine Freunde Philipp und Momo Sperling werden dieses Erlebnis wohl nicht vergessen haben: Zu Beginn des Jahres 2000 hatte der Rammelhase sich bei seiner Silvesterbekanntschaft Filzläuse eingefangen und an seine Freunde weitergereicht. Carsten Flöter, um Hilfe gegen die Lausplage gebeten, hatte sofort ein Läusvernichtungsmittel zur Hand. Sehr aufschlussreich. Denn wer hat so etwas stets griffbereit in seiner Wohnung... Nachzulesen ist das Ganzehier...
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Nicht alle Menschen gehen so unfreundlich mit ihren Gästen um und trachtet ihnen nach dem Tod, wie Klaus und seine Freunde. Manch einer hegt und pflegt seine kleinen Mitbewohner liebevoll. Goethes Mephisto weiß davon ein Lied zu singen...
Der Floh
Es war einmal ein König, Der hatt' einen großen Floh, Den liebt' er gar nicht wenig, Als wie seinen eignen Sohn. Da rief er seinen Schneider, Der Schneider kam heran: Da, miss dem Junker Kleider Und miss ihm Hosen an!
In Sammet und in Seide War er nun angetan, Hatte Bänder auf dem Kleide, Hatt' auch ein Kreuz daran. Und war sogleich Minister Und hatt' einen großen Stern. Da wurden seine Geschwister Bei Hof auch große Herrn.
Und Herrn und Fraun am Hofe, Die waren sehr geplagt, Die Königin und die Zofe Gestochen und genagt, Und durften sie nicht knicken Und weg sie jucken nicht. Wir knicken und ersticken Doch gleich, wenn einer sticht.
(Johann Wolfgang von Goethe. Faust. Der Tragödie 1. Teil. Szene in Auerbachs Keller)
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Nicht nur am Hofe des Königs, auch bei vielen anderen Menschen erfreut sich der Floh großer Beliebtheit. Ist doch das weltweit beliebteste Klavierwerk dem Floh gewidmet:
Komisch, Klausewitz hat mittlerweile weniger Haare auf dem Kopf als sein Papa. Ist ja auch kein Wunder; während Klaus der gemütliche Zweibauchhase ist, räumt der juvenile Potenztitan Hantz Jahr für Jahr souverän den Award "Rolling Stone der Gosse" ab..
Vielen Dank für euer Lob für meine Folgeneröffnung!
Die Folge selbst hat mir sehr gut gefallen. Ich fürchte leider auch, dass Nastya nächste Woche schon wieder weg sein wird. Schade! Ich hatte gehofft, dass die Sekten-Story fortgesetzt wird.
Für wen waren die bunten Bauklötzchen auf dem Esstisch in der Hasen-WG gedacht? Antonia geht bereits in die Schule und Mila, die dicke Bücher liest, hat garantiert auch kein Interesse an Kleinkinderspielzeug.