Sendetermin: Sonntag, 13.12.2015, 18:50 Uhr, im Ersten
Buch: Irene Fischer
Regie: Kerstin Krause
SchauspielerInnen:
Moritz A. Sachs, Marie-Luise Marjan, Philipp Neubauer, Daniela Bette, Joachim H. Luger, Irene Fischer, Julia Stark, Gitta Schweighöfer, Andrea Spatzek, Amorn Surangkanjanajai, Ludwig Haas, Sontje Peplow, Cosima Viola, Jacqueline Svilarov, Knut Hinz, Andy Zenker, Toni Snetberger, Erkan Gündüz, Georg Uecker, Anna-Sophia Claus, Moritz Zielke, Michael Baral, Sarah Masuch, Claus Vinçon, Joris Gratwohl, Sybille Waury, Philipp Sonntag, Sara Turchetto, Rebecca Siemoneit-Barum, Gunnar Solka, Christoph Wielinger
Wiederholungstermine:
So, 13.12., 18:50 Uhr, Das Erste So, 13.12., 23:15 Uhr, Einsfestival Mo, 14.12., 00:55 Uhr, RBB Mo, 14.12., 05:50 Uhr, NDR Fr, 18.12., 02:25 Uhr, MDR Sa, 19.12., 07:00 Uhr, BR So, 20.12., 07:20 Uhr, WDR
Heimkehrerkreuz am Ederplan
Wandert man in den österreichischen Alpen, kommt man des öfteren an sogenannten Heimkehrerkreuzen vorbei. Es sind Gedenkkreuze für die in den beiden Weltkriegen gefallenen Männer, aber auch Zeichen der Dankbarkeit derjenigen, die aus dem Krieg zurückgekehrt sind. Am Fuß des Kreuzes stehen die Namen derer, die im Krieg ihr Leben lassen mussten. Die Ruhe fanden, jedoch nicht im Frieden. Hinter den Namen stehen die Lebensdaten. Wenn ich mir ausrechne, wie jung diese Männer waren, als sie die ewige Ruhe fanden, bin ich immer betroffen...
Viele dieser Männer zogen mit Begeisterung in den Krieg, wollten ihr "Vaterland verteidigen", ahnten nicht, was ihnen bevorstand. Schon wenig später standen sie an der Front, erlebten die Hölle auf Erden. Doch sie hatten keine Wahl. Deserteure wurden zum Tode verurteilt. Ebnso Kriegsdienstverweigerer und Wehrkraftzersetzer, also Männer, die sich verstümmelten, um nicht in den Krieg ziehen zu müssen.
Ein besonders schönes Heimkehrerkreuz steht auf dem Ederplan, einer Hochfläche über Lienz, der Hauptstadt Osttirols. Es erinnert an 108 Vermisste und Gefallene der Gemeinden Dölsach und Iselsberg/Stronach aus den beiden Weltkriegen. Männer, die die Schrecken des Krieges überlebt hatten und heimgekehrt waren, hoben auf dem Ederplan, einer Hochebene, ein Fundament aus, schleppten Sand und Steine hinauf und errichteten einen wuchtigen Sockel, auf dem sie Kreuz errichteten. Um den Steinsockel prunkvoll zu verzieren, arbeiteten sie schöne Kristalle aus den umliegenden Bergen ein. Leider wurden nahezu alle Kristalle beschädigt oder entwendet... 112 Männer beteiligten sich daran, das riesige Kreuz auf den Berg hinaufzutragen. Am 15. August 1949 wurde das Kreuz feierlich eingeweiht.
Ich hoffe sehr, dass es in Europa nie wieder solche Gedenkkreuze aufgestellt werden müssen.
Das Heimkehrerkreuz von der anderen Seite aus gesehen.
Rechts im Bild sieht man einen Kreuzzaun. Dieser hat jedoch nichts mit dem Heimkehrerkreuz zu tun. Mit solchen Kreuzzäunen wurden früher (und zum Teil auch heute noch) die Viehweiden abgegrenzt. Das Besondere ist, dass diese Zäune ohne Nägel aufstellt werden. In einer besonderen Technik werden einzelne Holzlatten miteinander verschränkt. Sehr praktisch, denn zur Errichtung eines solchen Zaunes braucht man keine Hilfsmittel. Zudem kann man ihn leicht wieder ab- und an anderer Stelle wieder aufbauen. Dieser Zaun hier wurde vor ein paar Jahren errichtet. Er zieht sich kilometerlang über den Ederplan. Doch leider haben die Erbauer an einigen Stellen doch Nägel verwendet, um die Latten zusammenzuhalten.
Die Verspannung am Kreuz ist interessant. Offenbar konnte man aus Gewichtsgründen kein ganzes Drahtseil hinauf schleppen und so besteht die Verspannung aus vielen einzelnen Seilen, alle mit jeweils einem Seilspanner.
Gibts die Heimkehrerkreuze auch in den bayrischen Alpen? Ich geh ja öfters mal auf'n Berg - hab aber noch keine mit Gedenktafeln wahrgenommen. Muss ich mal mehr drauf schauen. Sehr informativ. Bin gespannt auf die heutige Folge. Wer Dreck am Stecken hat, ruht auch zu Lebzeiten nicht in Frieden....