Ein seltenes Privileg genießt die «Lindenstraße»-Schauspielerin Irene Fischer: «Ich bin einer der wenigen Menschen in Deutschland, die seit Jahren für ein Doppelleben bezahlt werden.» Die Schauspielerin und Drehbuchautorinlebt mit Regisseur Dominikus Probst und den drei Kindern bei Freiburg auf dem Lande. Durch ihre zweite Familie aus der «Lindenstraße»-Serie ist sie seit über 22 Jahren bekannt geworden.
An der Seite des wackeren Hans Beimer und den gemeinsamen Kindern erlebt sie als Anna Ziegler Höhen und Tiefen. Und was alles hat sie in der Serie ertragen müssen: Zum Sex gezwungen vom fiesen Chef des Gatten, den sie dann auch noch aus Versehen ins Jenseits befördert. Dann musste sie sich der Herausforderung stellen, mit einem behinderten Kind zu leben. Die Fans müssen zur Zeit wieder einmal um Anna Ziegler bangen. Weil sie dem brutalen Freund ihrer Tochter einen tödlichen Schubs gegeben haben soll, steht sie in der Serie vor Gericht. «Ich bin halt der Dödel fürs Grobe» nimmt sie Schauspielerin es gelassen.
Häufig ist ihr Ehemann Dominikus Probst mit dabei, wenn Irene Fischer nach Köln zu den Dreharbeiten der Serie fährt. Der Regisseur arbeitet auch für die Serie. Probst hat mitlerweile weit über hundert «Lindenstraßen»-Episoden inszeniert. Es sei die erste Serie gewesen, so erinnert sich Probst, in der seine Frau für ihn vor der Kamera gestanden habe. «Wir hatten uns damals vorgenommen, uns nicht vor den Kollegen zu küssen.» Jedoch räumten die beiden ein, dass der erste Drehtag schon etwas bizarr gewesen sei. Probst ist allerdings der Meinung, dass, wenn die Kamera laufe, man ohnehin in einer anderen Welt sei: «Es geht ja letztlich um das Produkt - das Ergebnis der Arbeit muss stimmen. Ich bin eher kritischer mit ihr, weil man sich da ja nichts nachsagen lassen will.»
Seine Frau ergänzt weiter: «Stimmt, ich werde viel seltener gelobt als die anderen. Es wäre ja aber auch wirklich hochpeinlich, wenn er mir mehr Großaufnahmen geben würde».Auf den realen Ehe-Alltag habe die TV-Familie allerdings keinen Einfluss: «Ich hätte ehrlich gesagt, Schwierigkeiten, wenn sie mit Bruce Willis spielen würde», scherzt der Regisseur und seine Ehefrau widerspricht: »Das ist gemein. Als Hans Beimer hat Joachim Luger durchaus Bruce-Willis-Qualitäten. «
Irene Fischer schreibt seit zehn Jahren auch Drehbücher für die Serie der »Lindenstraße«. Jedoch überlässt sie die großen Szenen für Anna Ziegler ganz bewusst den anderen Autoren: «Ich kann dann schon mal eher über den Text meckern, als wenn ich dann sagen müsste: Oweia, das war jetzt doof, was Du da geschrieben hast.»
Sie schätzt nicht nur als Schauspielerin sondern auch als Autorin die »Lindenstraße«: »Man muss den Alltag sehr lieben, um ´Lindenstraße´ schreiben zu können. Meine Recherchen finden im normalen Leben statt, deshalb finde ich das auch sehr spannend.« Auch schätze sie als wertvoll ein, ihren Mann als ersten Korrektur-Leser zu haben.
»Es gibt im deutschen Fernsehen eine unheimliche Versüßlichung der Stoffe. Da ist der Realismus der ´Lindenstraße´ schon fantastisch«, findet Probst und seine Gattin ergänzt noch: »Wir haben Inhalte und sozialpolitische Standpunkte. Natürlich müssen auch ein bisschen ´Soap´ und ein bisschen Liebe dabei sein. Wir machen Unterhaltung, aber wir verblöden die Zuschauer nicht. Das haben wir schon bei Themen wie Schwulen-Kuss, Aids und Sterbehilfe gezeigt. «
Ein Verdienst von «Lindenstraße»-Erfinder und Produzent Hans W. Geißendörfer sei, so betont es Probst, dass die Serie bereits öfter der gesellschaftlichen Debatte voraus gewesen sei: »Man nehme nur das Afghanistan-Trauma. Das war vor schon vor anderthalb Jahren Thema in der ´Lindenstraße´ und beschäftigt jetzt den Bundestag.«
Die ARD hat den Vertrag für die »Lindenstraße« im Hernst verlängert. Mindestens bis zum Jahr 2011 wird die Serie jetzt zu sehen sein. Diese bedeutet wahrscheinlich wieder mit mehr Leid als Freud für Anna Ziegler. Irene Fischer macht das Geständnis, dass sie einen heimlichen Wunsch für ihre Figur schon habe: Manchmal würde sie schon gerne hübschere Kostüme tragen: “Aber es ist ja ein Merkmal von Anna Ziegler, dass sie keinen guten Geschmack hat.»
Oh jeh... ich stelle mir das immer sehr schlimm vor, wenn beide Partner bei der selben "Firma" arbeiten. War ja bei meinen Eltern auch so. Irgendwie haben sie dadurch immer die beruflichen Probleme mit nach Hause gebracht. Bin froh dass mein Privatleben und mein Berufsleben weitgehend getrennt ist. Im Übrigen ist auch Tanjadarstellerin mit einem Mann aus der Crew zusammen.
Anna und der Geschmack...da denke ich automatisch an eine Szene, in der sich Anna einen Pullover mit großem Rollkragen anzieht und Ines vermutet, dass das ein Faschingskostüm ist.
Wäre ja schlimm, wenn so ein Markenzeichen abhanden kommen würde...
Auf der Lindenstraße-Homepage ist übrigens ein ganz netter Mürfel-Video-Zusammenschnitt, untermalt mit der Lindenstraßenmelodie, zu sehen, da der Mürfel jetzt sein zehnjähriges Fernsehjubiläum hat.
Bommel hat geschrieben:Auf der Lindenstraße-Homepage ist übrigens ein ganz netter Mürfel-Video-Zusammenschnitt, untermalt mit der Lindenstraßenmelodie, zu sehen, da der Mürfel jetzt sein zehnjähriges Fernsehjubiläum hat.
...total süß gemacht ist das Video. Prösterchen auf Martin...!°
Der Mürfel-Video-Zusammenschnitt ist sehr schön gemacht, eine gute Idee für sein Fernsehjubiläum. Da ich ja keine alten Folgen sehe, ist mir auch aufgefallen, wie herzlich Anna damals wirkte, nicht so verkniffen und genervt wie in der letzten Zeit. (Ich meine die Zeit noch vor der Bruno-Schubs-Geschichte).
Auf der Off ist ein ca. fünf minütiges Filmchen über den Außendreh mit Erich und Co. am See zu sehen. Ist ganz nett, nur das Wetter hat nicht so ganz mitgespielt.
Bommel hat geschrieben:Auf der Off ist ein ca. fünf minütiges Filmchen über den Außendreh mit Erich und Co. am See zu sehen. Ist ganz nett, nur das Wetter hat nicht so ganz mitgespielt.
Was Bill Mockridge da für die Folge ankündigt lässt schlimmes vermuten
Ich freu mich und bin total gespannt auf die Folge.