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Re: Unmut

05.01.2009, 13:02

Diavolezza hat geschrieben:In der Kultnacht hat sich Irene Fischer ganz kurz zu Brunos Tod geäußert. Sie sprach von "Totschlag im Affekt". Das bedeutet also, dass der Handlungsstrang korrekt erzählt wurde.


Was die Frau da plappert, bedeutet erst einmal garnix; sie darf nämlich nicht plappern!

Und wenn doch:

§ 213
Minder schwerer Fall des Totschlags

War der Totschläger ohne eigene Schuld durch eine ihm oder einem Angehörigen zugefügte Mißhandlung oder schwere Beleidigung von dem getöteten Menschen zum Zorn gereizt und hierdurch auf der Stelle zur Tat hingerissen worden oder liegt sonst ein minder schwerer Fall vor, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

05.01.2009, 13:02

Re: Unmut

05.01.2009, 13:04

Diavolezza hat geschrieben:In der Kultnacht hat sich Irene Fischer ganz kurz zu Brunos Tod geäußert. Sie sprach von "Totschlag im Affekt". Das bedeutet also, dass der Handlungsstrang korrekt erzählt wurde.


Auch beim "Totschlag im Affekt" hätte sie doch Tötungsvorsatz haben müssen, oder irre ich mich da? Und den hatte sie doch nicht, oder?
Oder hat sie in dem Moment wirklich gedacht: "Stirb, du Schwein!!"?

Re: Unmut

05.01.2009, 13:19

Cäsar hat geschrieben:
Diavolezza hat geschrieben:In der Kultnacht hat sich Irene Fischer ganz kurz zu Brunos Tod geäußert. Sie sprach von "Totschlag im Affekt". Das bedeutet also, dass der Handlungsstrang korrekt erzählt wurde.


Auch beim "Totschlag im Affekt" hätte sie doch Tötungsvorsatz haben müssen, oder irre ich mich da? Und den hatte sie doch nicht, oder?
Oder hat sie in dem Moment wirklich gedacht: "Stirb, du Schwein!!"?


Wir Zuschauer haben nur gesehen, wie Anna mit der Handtasche zuschlug. Wir haben nicht gesehen, was sie dabei gedacht hat. Vielleicht dachte sie wirklich "Stirb, du Schwein!" Geplant hat sie Brunos Tod mit Sicherheit nicht. Doch in dem Moment, als sie mit der Handtasche zuschlug, nahm sie Brunos Tod in Kauf. Danach hat sie es sofort bereut. Passend zur Totschlag-Vermutung wäre auch, dass Anna immer wieder sagte: "Brunos Tod war umsonst. Ich hab nicht gewusst, dass Sarah sich von Bruno getrennt hat." Warum sagt sie so was, wenn sie keinen Tötungsvorsatz hatte?

Re: Unmut

05.01.2009, 21:37

Vanessa hat geschrieben:...Geht es noch jemandem so? :???:

...ja - mir, Vanessa.

Ich stimme Dir voll und ganz zu - die ganze Geschichte wurde von Anfang an vergurkt erzählt. Unsere Wahrnehmungen als Zuschauer stehen einfach im totalen Gegensatz zu dem, was "Anna", "Hans" und "Sarah" wahrgenommen haben wollen.

Re: Unmut

05.01.2009, 21:47

Das kommt auf den Zuschauer an ;-)

Ich sehe Anna Z. nicht als Unschuldige... Bei Dabbelstein war es noch eindeutig Notwehr, kein Mord oder Totschlag oder sowas. Bei Brunior war es aber dennoch etwas mehr (Tötung im Affekt oder sowas). Sie hat sich gegen beide Männer mit einem Schubser gewehrt mit einem Unterschied: Dabbelstein hat sie körperlich angegriffen (ein wildes Gerangel), Brunior hat sie verbal angegriffen. Klar ist der Begriff Fotze nicht schön... bestreitet ja keiner. Aber im Gegensatz zu Dabbelsteins Angriff hätte sie diesem Angriff sehr einfach entgehen können, in dem sie einfach geht.

Aber nichts für ungut, wir sehen das eben unterschiedlich, wir beide, Schneidi. Aber egal wie wir beide das sehen: wie Anna, Hanz und Sarah das sehen erscheint mir sehr logisch: wie gesagt Anna steht unter Schock, hatte bisher nicht die Chance darüber nachzudenken was überhaupt passiert ist. Ich habe schon mal gesagt: vllt weiß sie sogar gar nichts mehr von diesem Tag. Sowas kann bei Schock passieren. Sarah ist jung verliebt. Die erste große Liebe macht blind. Wenn sie tragisch stirbt ist die Blindheit nur noch stärker. Vollkommen verständlich in meinen Augen. Wenn sie ihre Mutter hasst, fühlt sie, ist also beschäftigt, muss also nicht fühlen dass der Mann den sie liebte und jetzt tot ist, sie schlug. Und Hanz ist eben Hanz, überlegtes Handeln würde zu ihm nicht passen. Er ist eben sehr aufbrausend, unüberlegt, voreilig... das war er bei seinen Kindern, das war er bei Helga, er ist es bei Anna...

Re: Unmut

05.01.2009, 21:54

SuSonja hat geschrieben:...Aber nichts für ungut, wir sehen das eben unterschiedlich, wir beide, Schneidi...
:occasion5: ;-)

Sag' mal' bitte, SuSonja, wie bewertest Du denn das direkte in Annas Gesicht pusten von Bruniors Zigarettenrauch...?°

Und war Sarah wirklich noch verliebt...?° Sie hatte doch Schluss gemacht mit Brunior, bevor er verunglückte. Die Liebe war erloschen, Sarah war gegangen.

Re: Unmut

05.01.2009, 21:59

Ich finde die Verhalten der Darsteller sogar ziemlich logisch... auch Brunos schlechtes Gewissen zum Beispiel. Daran sieht man einfach wie schlimm der gewaltsame Tot eines noch jungen Menschens noch ist. Bruno hat total vergessen dass er sich um seinen noch lebenden Sohn nicht gekümmert hat, ja ihn sogar gehasst hat.

Sarah die zusätzlich noch in einem Alter ist, in dem man sich eh von den Eltern abnabeln möchte, gerade mit Anfang 20 gibt es auch wegen geringeren Gründen Komplikationen in den Familien. Tom hats auch durchgemacht, etwas weiter als seine Schwester. Er kann damit nun etwas neutraler umgehen.

Helga verhält sich typisch, Hanz verhält sich typisch...Mich würde nur mal interessieren wie sich Gabi fühlt: der Freundin und Cousine verbunden muss doch erhebliche Probleme mit ihrem Vater bedeuten der um ihren Halbbruder trauert. Schade dass man Gabi da nicht noch ein bisschen durchleuchtet... oder Isolde, die einzige die sich irgendwie ernsthaft um Brunior bemüht hat.

Re: Unmut

05.01.2009, 22:06

Schneidi wann erlischt denn Liebe wirklich? Ich möchte nicht mal daran denken dass meinem Exfreund was passieren könnte und wir sind länger getrennt als Sarah und Brunior es waren und wir haben uns weit aus weniger tragisch getrennt. Tot ist entgültig, so viel entgültiger als eine irdische Trennung es jemals sein kann.

Und das Schnippen der Zigarette von Brunior beurteile ich eben als eine Brunior typische Geste: frech, provokant - ohne Frage. Körperlicher Angriff war es nicht. Anna konnte der Glut ja entkommen. Es wäre für sie nicht schwierig gewesen seinen Angriffen zu entfliehen (zu Hanz in die Wohnung gehen, zum Auto zurrück gehen, Polizei holen). Dass sie es nicht konnte hat ähnliche Ursache wie Bruniors psychische Probleme. Sie hatten wohl beide noch mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen...

Re: Unmut

05.01.2009, 22:12

Und gerade weil Anna sich schuldig fühlt könnte ihr der Gefängnisaufenthalt auch gut tun. Lieber fünf Jahre Gefängniss und danach ein halbwegs normales Leben, innerlich mit Brunior geeinigt, als frei gesprochen werden und mit der Schuld nicht zurecht kommen. Egal ob es Mord oder Unfall ist oder irgendwas dazwischen, ein Mensch fühlt sich schuldig wenn ein anderer Mensch stirbt. Deswegen verstehe ich manchmal nicht warum die Anna Liebhaber ihr die Zeit nicht gönnen. Im vierten Jahr ist ein ähnlicher Vorfall: Vasily fährt Dressler um, der danach im Rollstuhl ist. Vasily ist kein schlechter Mensch, aber auch ihm hätte es sicherlich nicht geschadet, wenn er das Gefühl hätte seine Schuld irgendwie ablegen zu können. Vasily hatte es aber einfacher als Anna, er konnte Dressler Füße waschen, Anna kann es bei Brunior nicht.

Re: Unmut

05.01.2009, 22:15

SuSonja hat geschrieben:Schneidi wann erlischt denn Liebe wirklich?...

...ich weiß es nicht, SuSonja. Ich glaube, das ist eine Frage, auf die wir Menschenkinder auch nie eine abschließende Antwort finden werden.

Re: Unmut

05.01.2009, 22:18

Schneidi° hat geschrieben:
SuSonja hat geschrieben:Schneidi wann erlischt denn Liebe wirklich?...

...ich weiß es nicht, SuSonja. Ich glaube, das ist eine Frage, auf die wir Menschenkinder auch nie eine abschließende Antwort finden werden.


Eine philosphische Antwort auf eine philosphische Frage :lol:

Re: Unmut

05.01.2009, 22:18

Cäsar hat geschrieben:
Auch beim "Totschlag im Affekt" hätte sie doch Tötungsvorsatz haben müssen, oder irre ich mich da? Und den hatte sie doch nicht, oder?
Oder hat sie in dem Moment wirklich gedacht: "Stirb, du Schwein!!"?


Ja, der Vorsatz war da.

Re: Unmut

05.01.2009, 22:23

Jedenfalls sollte man Sarah zugestehen dass sie extrem reagiert. Eine zerbroche zweite große Liebe, denn sie hat groß angefangen. Ein Mensch der sie liebte, aber schlug. Bruniors Tod der ihr nicht mal die Chance gab, sich von ihm innerlich, friedlich zu trennen. Eine Mutter die im Knast sitzt. Eltern die mit dem Tod irgendwie zu tun haben, die sie aber auch liebt.

Das Mädchen ist Anfang 20. Mit Anfang 20 ist es doch schon schwer genug eine Trennung zu verarbeiten die vollkommen normal verläuft. Gebt ihr doch etwas Zeit.

Re: Unmut

05.01.2009, 22:28

Hamlet hat geschrieben:
Cäsar hat geschrieben:
Auch beim "Totschlag im Affekt" hätte sie doch Tötungsvorsatz haben müssen, oder irre ich mich da? Und den hatte sie doch nicht, oder?
Oder hat sie in dem Moment wirklich gedacht: "Stirb, du Schwein!!"?


Ja, der Vorsatz war da.


Das glaub ich auch und ich kann das sogar nachvollziehen in der Situation in der Anna war. Dennoch war der Vorsatz wohl da... denn sie sagte ja unmittelbar danach zu Hanz: wenn ich gewusst hätte, dass sie sich trennt, hätte ich es nicht getan.

Aber auch wenn ich Anna vllt sogar verstehen kann (in dem Moment) kann ich das alles nicht für richtig halten. Und ich finde Anna sollte deswegen bestraft werden. Auch um ihretwillen, ehrlich gesagt. Soll sie die Schuld ewig mit sich herumschleppen?

Re: Unmut

05.01.2009, 22:33

Die wenigsten werden nachvollziehen können wie sich Brunior, Sarah, Anna und Hanz fühlten und fühlen, sie waren alle in extremen Situationen. Es ist also sehr schwer.

Im Übrigen möchte ich loswerden, dass ich Dias neutralen Überlegungen zu Anna und dem ganzen Bruniorgekrempelt gerne lese, denn sie lässt weder Hass noch Verehrung für Anna durchblicken.

Und damit verabschiede ich mich in mein Bett, ich möchte noch ein bisschen in meinem Buch lesen, Gute Nacht :nlmd:

Re: Unmut

05.01.2009, 22:42

...nachti, SuSonja. :nlmd:

Re: Unmut

05.01.2009, 23:14

Obwohl die Variante "Freispruch für Anna! auch was hätte. Dann bekäme sie nämlich grandiose 11 Euro pro Tag Haftentschädigung. Bei lebenslänglich unschuldig hinter Gittern -geht man von ca. 15 Jahren aus- gibt es knapp 60.000 Euro, also so viel wie ein gebrauchter Porsche Cayenne. So viel ist unserem Sozialstaat eine zerstörte Seele wert!

Re: Unmut

05.01.2009, 23:51

Das mit den 11 Euro ist der blanke Hohn!
Das Schlimmste ist, daß dann von der Gesamtsumme sogar noch 25 % einbehalten werden für die Verköstigung in der JVA, daß also noch aufgerechnet wird!

:motz:

Hier zeigt sich, wie verächtlich und höhnisch unser sogenannter Rechtsstaat mit Menschen umgeht!

Eine Schande!

Re: Unmut

06.01.2009, 01:33

Meins Wissens wird der Beitrag zur Verköstigung "nur" von der Wiedergutmachung für erlittene finanzielle Verluste abgezogen. Traurig genug bleibt es trotzdem. Das Mindeste wäre doch das Salär eines Richters oder Obestaatsanwaltes.

Re: Unmut

06.01.2009, 10:48

Liebe SuSunja, danke für deine zahlreichen, gut durchdachten Beiträge zu diesem Thema! Ich kann dir in allen Punkten voll zustimmen!

Liebe Grüße
Dia
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