Schneidi° hat geschrieben:Als ich Kind war, konntest Du Dich still mit der Sammelbüchse beispielsweise in der Vorweihnachtszeit in die Fußgängerzone stellen - nach einer halben Stunde war sie rappelvoll.
Wär das nicht ne Idee für Hans? Dann bräuchte er sich keine Sorgen zu machen, ob genug Geld für seinen Rotwein da ist.
Schneidi° hat geschrieben:Um das Kellnerbeispiel ein wenig zu entschärfen, bringe ich noch einmal den Brotcent in die Diskussion.
Der frühere Brotpfennig ist ja nun wirklich ein Spendenurgestein und in den achtziger Jahren haben sich so viele Menschen daran beteiligt. Überall an den Kassen in den Supermärkten standen so Boxen, in die man sein Wechsel- und Kleingeld spenden konnte.
Dann sperr mal deine Augen auf. Beim Bäcker, beim Metzger, im Gemüseladen... überall stehen auch heute noch Spendenboxen aus Plexiglas, in denen Kleingeld für einen guten Zweck gesammelt wird.
@schneidi Ich spende auch, allerdings nur, wenn ich genau weis, wo das Geld hingeht und wofür es verwendet wird. Unser Dorf hat eine Partnergemeinde in Ghana. Einmal im Jahr gehen Vertreter unseres CVJM nach Ghana in diese Partnergemeinde und überbringen die Spenden persönlich ! Über die Verwendung und die Fortschritte wird immer berichtet. Ich kenne die Vertreter unseres CVJM und auch die Leute aus Ghana persönlich. Ich weis, daß das Geld da ankommt, wo es gebraucht wird. Für Schulen, Kliniken usw. Deine "Spendenbüchsen" stehen hier bei uns noch an jeder Kasse. Brot für die Welt, Schulen für die Kinder aus Afrika und noch so einiges anderes. In diese Spendenbüchsen habe ich noch nie etwas eingeworfen ! Weil ich mir nie sicher bin, das von den Spenden nicht ein neuer Mercedes, Waffen o. ä. für den derzeitigen Machthaber finanziert wird. Weißt Du wofür Deine "Spenden" verwendet werden ?
Zuletzt geändert von Lindi am 09.04.2009, 20:10, insgesamt 1-mal geändert.
Schneidi° hat geschrieben:Das Beispiel mit dem Kellner habe ich schon bewusst gewählt, um damit zu provozieren. Die Zeit, in der allein Mitleid und Anteilnahme ausreichte, um in Deutschland Spendenbereitschaft auszulösen, ist in meinen Augen leider vorbei.
Mit anderen Worten... Wenn die Leute nicht freiwillig spenden (der Kellner zum Beispiel, weil er kaum genug Geld hat, seine Familie zu ernähren), da nimmt man ihnen einfach das Geld weg und spendet es. Interessanter Lösungsansatz. Wahrhaftig.
Lindi hat geschrieben:...Für Schulen, Kliniken usw. Deine "Spendenbüchsen" stehen hier bei uns noch an jeder Kasse. Brot für die Welt, Schulen für die Kinder aus Afrika und noch so einiges anderes...
...Lindi, hier bei uns im Hohen Norden sieht man diese Spendenboxen nur noch eher selten. Viele wurden demontiert und an der Stelle liegt oftmals die aktuelle Werbung des Supermarktes aus.
Schneidi° hat geschrieben:Das Beispiel mit dem Kellner habe ich schon bewusst gewählt, um damit zu provozieren. Die Zeit, in der allein Mitleid und Anteilnahme ausreichte, um in Deutschland Spendenbereitschaft auszulösen, ist in meinen Augen leider vorbei.
Wer spendet uns denn was ? Deutschland ist ein reicher Staat ! Ja klar, super, weiter so. Die Arbeitslosenzahlen und die Zahlen derer, die jeden Monat darum kämpfen, mit ihrem Einkommen über die Runden zu kommen, die zählen ja nicht !
Lindi hat geschrieben:Wer spendet uns denn was ? Deutschland ist ein reicher Staat ! Ja klar, super, weiter so. Die Arbeitslosenzahlen und die Zahlen derer, die jeden Monat darum kämpfen, mit ihrem Einkommen über die Runden zu kommen, die zählen ja nicht !
Mit Sätzen wie "jeden Monat darum kämpfen, mit ihrem Einkommen über die Runden zu kommen" landest du bei manchen Herren im geistigen Vakuum, da sie nicht wissen, was Du damit meinst ... Die arbeiten nicht, haben aber die Taschen voller (Steuer-)geld. Die können dich gar nicht verstehen ...
Lindi hat geschrieben:...Weißt Du wofür Deine "Spenden" verwendet werden ?
...ja, Lindi. Gerade bei Spenden für Brot für die Welt, wenn die Kollekte des Hauptgottesdienst dafür verwendet wird, erfährst Du ja im Gottesdienst ganz konkret, was mit dem gespendeten Geld gemacht wird.
Lindi hat geschrieben:...Für Schulen, Kliniken usw. Deine "Spendenbüchsen" stehen hier bei uns noch an jeder Kasse. Brot für die Welt, Schulen für die Kinder aus Afrika und noch so einiges anderes...
...Lindi, hier bei uns im Hohen Norden sieht man diese Spendenboxen nur noch eher selten. Viele wurden demontiert und an der Stelle liegt oftmals die aktuelle Werbung des Supermarktes aus.
Ich habe sowohl in Ostfriesland wie auch in Ostholstein diese Spendenschiffchen für die Seenotrettung gesehen. Und da werfe ich auch gerne immer wieder was rein, denn _das_ Geld kommt auch _da_ an, wo es wirklich sinnvoll eingesetzt wird. Denn "Brot für die Welt" kann man getrost mit "Waffen für Bim Bo" übersetzen.
Leider erfährst du im Gottesdienst aber nicht konkret, wieviel von dem Geld der Staat erstmal abschöpft und wieviel sich die Regierungsbosse der Empfängerländer erstmal selbst in die Tasche stopfen. Das ist auch bei Brot für die Welt der Fall. Leider sind wir immer noch beim Thema "spenden" statt "Hilfe zur Selbsthilfe", die wirklich was bewegen würde.
Lindi hat geschrieben:...Weißt Du wofür Deine "Spenden" verwendet werden ?
...ja, Lindi. Gerade bei Spenden für Brot für die Welt, wenn die Kollekte des Hauptgottesdienst dafür verwendet wird, erfährst Du ja im Gottesdienst ganz konkret, was mit dem gespendeten Geld gemacht wird.
Ach so, für die Kollekte im Gottesdienst verwendest du das Trinkgeld, dass du dem Kellner vorenthalten hast.
Ich lernte mal eine Frau kennen die kirchlich engagiert war. Sie sammelte Bürogeräte, Computer usw. und die wurden zwei mal im Jahr nach Jugoslawien gebracht (mittlerweile ist Palästina dran).
Das habe ich gerne unterstützt indem ich ihr ausgediente Geräte von Kunden vermittelt habe. Da wußte man was damit passiert und es diente auch dazu daß die Leute dort im Land bleiben anstatt herzukommen. Natürlich war das beste Stück immer für den Bürgermeister reserviert.
Wenn ich an Brot für die Welt oder so spende kommen höchstens 5% meines Geldes bei den Bedürftigen an. Mal abgesehen davon daß ich es für falsch halte die Hungernden der dritten Welt zu füttern ist mir diese Quote einfach zu gering.
Schneidi° hat geschrieben:Das Beispiel mit dem Kellner habe ich schon bewusst gewählt, um damit zu provozieren...
Statt einen konstruktiven Beitrag zu schreiben, ging es dir also nur darum, zu provozieren und eine Diskussion auszulösen. Aha. Find ich ziemlich daneben.
Schneidi° hat geschrieben:Das Beispiel mit dem Kellner habe ich schon bewusst gewählt, um damit zu provozieren...
Statt einen konstruktiven Beitrag zu schreiben, ging es dir also nur darum, zu provozieren und eine Diskussion auszulösen. Aha. Find ich ziemlich daneben.
Das behauptet er jetzt doch nur. Flucht nach vorne könnte man das nennen.
MünchnerBua hat geschrieben:Leider erfährst du im Gottesdienst aber nicht konkret, wieviel von dem Geld der Staat erstmal abschöpft und wieviel sich die Regierungsbosse der Empfängerländer erstmal selbst in die Tasche stopfen. Das ist auch bei Brot für die Welt der Fall. Leider sind wir immer noch beim Thema "spenden" statt "Hilfe zur Selbsthilfe", die wirklich was bewegen würde.
Ich spende seit einiger Zeit unregelmäßig für die Andheri-Hilfe, und dort bekommen die Unterstützer transparent die Bilanzen und z.B Verwaltungskosten genannt und ich kann aussuchen, für welches Projekt meine Spende konkret verwendet werden soll. http://www.andheri-hilfe.org/
Schneidi, du freust dich doch immer über zahlreiche Reaktionen zu deinen Beiträgen. Hab hier noch nen guten Kommentar zum Kellnertrinkgeld von Karin auf der OFF gefunden. Karin äußert sich nicht nur zum Trinkgeld, sondern auch zu den hungernden Menschen in der 3. Welt:
Warum gerade die Kellner ?
Karin, 10.04.2009, 16:58 Uhr
Der Beruf des Kellners bzw der Kellnerin gehört zu den am schlechtesten bezahlten Berufen, besonders für ungelernte Kräfe wie Josefine. Dabei handelt es sich um eine Tätigkeit, die sowohl körperlich anstengend als auch psychisch belastend (Zeitdruck, unzufriedene Gäste, Betrunkene, die ausfallend oder sogar gewalttätig werden, etc) ist.
Es ist sicherlich richtig, dass neue Wege gefunden werden müssen, um notleidenden Menschen zu helfen. Aber warum sollte dies gerade auf Kosten der ärmeren Menschen hierzulande geschehen?
Für viele Kellner stellt das Trinkgeld, das in Zeiten der Wirtschaftskrise ohnehin immer spärlicher fließt, einen wesentlichen Teil ihres Einkommens dar, auf den sie angewiesen sind. Wenn man Ihnen diesen Betrag entzieht, werden viele von Ihnen bald selbst zu den Armen gehören, die auf öffentliche Unterstzützung angewiesen sind.
Trinkgeld für Kellner - klar, gehört für mich dazu. Im Normalfall ca. 10%, habe aber keine Hemmungen, wenig oder gar nichts zu geben, wenn der Service schlecht war.
Spenden für Afrika: mag zynisch klingen, aber ich sehe keinen Sinn darin. In den letzten Jahrzehnten ist bei mir immer mehr das Gefühl entstanden, dass die ohnehin nichts auf die Reihe kriegen und mit dem Geld sich nur irgendwelche Diktatoren neue Waffen und Luxusautos kaufen. Was ist gerade in den 80ern nicht alles an Geld geflossen (Live Aid) und trotzdem geht es den betroffenen Staaten heute auch nicht deutlich besser.
Habe selbst eine Kinderpatenschaft in Vietnam übernommen, bei Plan International. Habe bei dem Laden ein gutes Gefühl, werde mir das Dorf vielleicht auch nächstes Jahr mal anschauen.
@ Diavolezza – ja, das ist richtig und ich denke, das geht uns doch allen so, dass wir uns über Resonanz auf unsere Beiträge freuen.
Das die Resonanz auf mein Trinkgeldposting mich weitgehend nicht erfreut hat, dürfte indes auch klar sein, zumal ich mehrheitlich falsch verstanden worden bin.
Viele Menschen, die mir auf dieses posting antworteten, stürzten sich in der Hauptsache einseitig auf die Trinkgeldaussage. Doch diese war gar nicht die Kernaussage meines postings. Kernaussage war, öfter mal zu schauen, wie und wo Spenden möglich sind und die Bitte, dass die Spendenbereitschaft wieder steigen möge und wir zugleich alternative Wege in der Finanzierung gegen den Hunger finden.
Das hatte ich auch in der Zuschauerpost deutlich erläutert und tue es hiermit auch hier.
Schneidi° hat geschrieben:Das die Resonanz auf mein Trinkgeldposting mich weitgehend nicht erfreut hat, dürfte indes auch klar sein, zumal ich mehrheitlich falsch verstanden worden bin.
Was gab es da falsch zu verstehen?
Schneidi° hat geschrieben:Viele Menschen, die mir auf dieses posting antworteten, stürzten sich in der Hauptsache einseitig auf die Trinkgeldaussage. Doch diese war gar nicht die Kernaussage meines postings.
Nehmen wir mal für einen Moment an es wäre so und das war nicht die Kernaussage.
Dann mußt Du trotzdem damit leben daß Menschen eine Aussage Deines Postings kritisieren. Du bist doch selber ein Meister darin aus einem langen Posting einen Halbsatz oder ein Wort zwecks Kritik rauszupicken und den Rest zu ignorieren.
Du hast klipp und klar gesagt man solle Kellnern das Trinkgeld verweigern und den Leuten vormachen man würde es für BfdW spenden. Daß darauf entsprechende Antworten kommen ist doch klar.
Wenn Du ein kleines bißchen Format hättest würdest Du ganz einfach eingestehen daß Du dich verrannt hast und Unsinn geschrieben hast.
So was kann Jedem mal passieren, wenn man zu Fehlern steht ist das auch nicht weiter schlimm. Aber ich vergaß: Beamte machen ja keine Fehler.