Ja, hört sich gut an und liest sich auch flott.
Im Moment lässt die Mrs. Bolton die Mutter noch nicht anmerken. Der Sohn von Mrs. Bolton sagte allerdings der Shelly, dass die Mrs. Bolton denkt, die Kinder werden nicht böse geboren, sondern die Erziehung macht das aus. Ui ui... wird spannend....
Auf dem Parkplatz eines Supermarktes verschwindet eine junge Mutter. Als ihr Ehemann eine Vermisstenanzeige aufgeben will, nimmt ihn die Polizei nicht ernst.
Nur John Geary, ein Ex-FBI-Agent, ist alarmiert. Vor genau sieben Jahren wurde eine andere Frau entführt. Fünf Tage danach verschwand ihr siebenjähriger Sohn. Und tauchte nie wieder auf. Im Gegensatz zu seiner Mutter. Doch die hat seitdem kein einziges Wort gesprochen...
Cora Bender ist 24 Jahre alt, verheiratet und Mutter eines kleinen Sohnes. Sie arbeitet in der Firma ihres Schwiegervaters mit und bemüht sich auch sonst in erster Linie darum, ein ?normales? Leben zu führen. Nur die Kerbe auf ihrer Stirn, die sie mit Haaren überdeckt und die Tatsache, daß sechs Monate ihres Lebens einfach aus ihrem Gedächtnis gestrichen sind, lassen vermuten, daß Cora doch nicht so normal ist. Als sie plötzlich eine unerklärliche Angst vor den sexuellen Avancen ihres Mannes bekommt und ihm dabei sogar fast das Genick bricht, beschließt sie, ihrem Leben ein Ende zu setzen: Ein Ausflug zum See mit Mann und Kind. Am Sonntag Nachmittag, ganz ?normal?. Und dann sie will schwimmen gehen - soweit hinaus, bis es kein Zurück mehr gibt.
Doch alles kommt anders. Das verliebte Paar auf der Decke neben ihnen erregt ihre Aufmerksamkeit. Und als dann auch noch das Lied aus dem Rekorder erklingt, das sie normalerweise nur in ihrem Kopf hört, schaltet sie einfach ab, nimmt das Messer, mit dem sie eben noch einen Apfel für ihren Sohn geschnitten hat und ersticht den Mann.
An ihrer Schuld gibt es keinen Zweifel. Der ganze Strand hat sie gesehen, sie selbst fühlt sich nach der Tat erleichtert und befreit. Doch einstehen für ihr Tun muß sie natürlich, keine Frage. Als die Beamten sie zur Polizei bringen, legt sie ein Geständnis ab. Ja, sie habe den Mann getötet. Nur auf die Frage, warum - da mag sie keine Auskunft geben.
Das klassische ?whodunit? ist Petra Hammesfahrs Sache nicht. Mit ?Die Sünderin? hat sie einen psychologischen Krimi geschrieben, dessen eigentliche Handlung sich auf die oben umrissenen Situationen beschränkt. Den Rest des 400 Seiten starken Romans versuchen Kommissar Grovian und nicht zuletzt auch Cora Bender selbst, dem Motiv des Mordes auf die Spur zu kommen. Dabei sind die Schauplätze begrenzt: Über die Hälfte des Romans wird vom ersten Verhör eingenommen. Fast in Echtzeit verf olgt der Leser die betont freundlichen Beamten und die trotzdem beklemmende Atmosphäre im Vernehmungszimmer. Von Grovian dazu gedrängt, ein Motiv für den Mord anzugeben, redet sich Cora um Kopf und Kragen. Sie kannte den Getöteten, Georg Frankenberg, nicht, behauptet sie steif und fest. Doch irgendetwas muß sie Grovian und seinen Kollegen liefern. Also spinnt, erzählt, phantasiert sie Begebenheiten, Liebesgeschichten und tragische Abtreibungen herbei. Bald weiß keiner mehr, und schon gar nicht der Leser, was der Wahrheit entspricht oder ihrem vernarbten Gehirn entspringt.
Immer deutlicher zeichnet sich das Bild einer verkorksten Kindheit ab: Die Mutter, fanatisch religiös, lebt in einem selbstgewählten Mittelalter und konzentriert ihr Leben auf den Altar in der Ecke des Wohnzimmers. Der Vater, unfähig sich gegen seine Frau durchzusetzen, steckt Cora heimlich Schokolade zu (natürlich verboten, da Teufelszeug), sieht sich aber darüberhinaus nicht in der Lage, seiner Tochter eine Kindheit zu verschaffen. Und dann ist da noch Magdalena, Coras Schwester, mit einem schweren Herzfehler.
Düster sah es also aus in Coras Kindheit, aber was hat das mit dem Mord an Georg Frankenberg zu tun? Irgendwann beginnt Cora gegen ihre Mutter zu rebellieren, irgendwann schleicht sie sich auch nachts in die Disco. Und dort lernt sie Johnny Guitar und seine Band kennen. Sie ist mit ihm gegangen, in sein Auto gestiegen und die Treppe hinab in den Probenkeller. Aber was dort passiert ist, das liegt alles hinter einer hohen und festen Mauer versteckt. Nur soviel sei gesagt: Gängige Klischees über Musiker werden zur Genüge bedient...
Man könnte fast meinen, Cora Bender spielt mit den Polizisten und Sachverständigen. Und bis zu einem gewissen Grad tut sie dies auch. Ihre Geschichte, so wandelbar sie in ihren Versionen auch ist, weist immer wiederkehrende Muster auf. Grovian, und natürlich der Leser, sammelt diese Körnchen auf und versucht verzweifelt, aus ihnen die wa hre Geschichte zu rekonstruieren, denn er glaubt fest, daß Cora Georg Frankenberg gekannt hat. Und er glaubt auch fest daran, daß sie nicht in die Psychiatrie gehört.
Doch gibt ihm das wirklich das Recht, in Coras Vergangenheit zu wühlen? Einer Zeitspanne, an die sie sich vielleicht aus trieftigen Gründen nicht mehr erinnern kann? Cora hält ihn für ihren Feind. Sie weiß nicht, was passiert ist, aber sie weiß, daß sie sich nicht daran erinnern darf! Letztendlich soll Grovian Recht behalten - die Wahrheit macht in diesem Falle einiges einfacher für Cora. Sie ist nicht sündig geworden, wie ihr ihre Mutter schon von Kindesbeinen an einreden wollte. Jedenfalls nicht bis zu dem Moment, als sie Georg Frankenberg das Apfelmesser ins Genick gestoßen hat.
Petra Hammesfahr ist ein ausgezeichneter Psychokrimi gelungen, der vor allem auf die Erkenntnis setzt, daß Wahrheit und Fiktion unter Umständen sehr dicht beeinander liegen. Der Leser ist ständig aufgerufen, Coras Aussagen einer genauen Prüfung zu unterziehen und aus dem bisher Gelesenen zu schließen, ob es sich um eine tatsächliche oder erfundene Erinnerung handelt. Kommissar Grovian kommt kaum eine andere Funktion zu, als die Schlüsse des Lesers im Roman umzusetzen, nachzuhaken und sich für Cora einzusetzen. Er ist kein Charakter, der im Gedächtnis bleibt, so wie auch die anderen nur Figuren in einem kriminalistischen Meisterstückchen sind, das sich um Cora dreht. Cora wird durchleuchtet, Cora erzählt in Rückblenden ihre Kindheit und Cora durchläuft Phasen des vermeintlichen Wahnsinns und der Klarheit. Dabei wirkt sie in ihrem verzweifelten Versuch, Herrin der Situation zu bleiben, streckenweise geradezu überheblich und unausstehlich. Allerdings begreift der Leser recht bald, daß es sich um Unsicherheiten handelt, die alle aus ihrer großen Angst resultieren: Nicht normal zu sein.
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Northstar hat geschrieben:Habe die Antwort selber gefunden.
Petra Hammesfahr: Die Sünderin
Sehr zu empfehlen.
okay
Ich hab jetzt nicht den ganzen Thread gelesen, aber von dieser Autorin kann ich ebenfalls sehr empfehlen: "Der stille Herr Genardy". Es handelt vom Innenleben eines Kinderschänders.
Ist auch verfilmt worden, ich meine mit Joachim Król in der Titelrolle, aber da kann ich mich irren.
Alice hat geschrieben:Ich hab jetzt nicht den ganzen Thread gelesen, aber von dieser Autorin kann ich ebenfalls sehr empfehlen: "Der stille Herr Genardy". Es handelt vom Innenleben eines Kinderschänders. Ist auch verfilmt worden, ich meine mit Joachim Król in der Titelrolle, aber da kann ich mich irren.
Den Film hab ich mal gesehen, den fand ich aber leider nicht so überzeugend... Ob Joachim Król die Hauptrolle gespielt hat, weiß ich nicht mehr, ist schon ziemlich lange her...
Vielleicht les ich mal das Buch, das ist sicher besser.
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mönsch popi, danke für die guten Tipps, finde ich gut das wir einen sehr ähnlichen geschmack haben ;-) Leider komme ich nicht so recht zum lesen in diesen Tagen..