SuSonja hat geschrieben:
Du bekommst ein Jahr Arbeitslosengeld, das ist glaub ich 70 % deines letzten Gehalts (also bekommst du mehr Geld als zum Beispiel jemand anderes). Das hat mit dem Privatvermögen nichts zu tun.
Ziel ist es: nicht länger als ein Jahr arbeitslos zu werden. Notfalls in einer Zeitarbeitsfirma. Hartz 4 soll nur den Menschen vorbehalten sein, die tatsächlich faul sind, oder aus sonstigen Gründen nichts gefunden haben.
Es soll keine Langzeitarabeitslosen mehr werden, Arbeitslosigkeit die ein paar Monate geht, soll häufiger werden. Dadurch könnte auch die Angst vor Arbeitslosigkeit geringer werden.
Ich finde die Idee nicht schlecht. Vllt nicht ganz gut ausgearbeitet, vllt muss man daran feilen, mag sein. Aber vom Grundsatz her, finde ich die SPD Idee wirklich nicht...
In der Theorie klingt das ganz gut.
Aber: Wer garantiert mir denn, daß ich (gerade als Älterer) bei einer Wirtschaftsflaute noch einen meiner Ausbildung entsprechenden Job finde?
Dann lebe ich lieber ein paar Jahre (vielleicht bis zum Wirtschaftsaufschwung oder die verbleibenden Jahre bis zur Rente) mit vielleicht 60% von meinem vorherigen Nettoeinkommen, als daß ich nach einem Jahr auf Sozialhilfeniveau heruntergestuft werde (wenn nicht gar meine Hütte gepfändet wird). Auch wenn ich dann vielleicht schlechtere Aussichten auf irgend so einen Asi-Job hätte...
Daß in den letzten Jahren die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ist, liegt nicht unbedingt an Hartz 4, sondern vor allem an der guten Weltkonjunktur. Die Zeiten können sich sehr schnell ändern, wie wir jetzt gerade sehen...
Zeitarbeit nützt nicht dem Arbeitnehmer (der dadurch immer mehr entrechtet wird), sondern den Unternehmen, und da vor allem den Großkonzernen. So viel ich weiß, profitieren die auch noch steuerlich von dieser neuen Art von Sklaverei.
Angenommen es gäbe keine Zeitarbeit, gäbe es mehr von traditionellen Jobs, denn irgendwer muß ja die Arbeit machen... Nur daß die Konzerne dann vielleicht nicht mehr so viel Dividende ausschütten könnten bzw. Ackermann & Co. sich keine goldene Nase verdienen würden...
Dieser Spruch "sozial ist, was Arbeit schafft" gehört direkt neben "Arbeit macht frei" auf den Eingang eines KZs gepinselt.