
Dschungel-Queen Désirée Nick im Interview bei Stern.de, 11.01.2008
"WER SCHLUCKEN KANN, HAT GUTE KARTEN"
Frau Nick, was für Bilder kommen in Ihnen hoch, wenn Sie das ganze Trara um die dritte Folge des Dschungelcamps mitbekommen?
Dann denke ich, dass Deutschland nie wieder eine so niveauvolle und geniale Dschungelqueen haben wird wie Désirée Nick. Da soll erstmal jemand kommen, der in allen Tests neun Sterne erkämpft. Der dann darüber hinaus auch noch mit seiner Eloquenz und durch seinen bloßen, ungeschminkten Glamour die Kandidaten in die Knie zwingt.
Sie können sich also nicht vorstellen, dass Ihnen einer der neuen Kandidaten das Wasser reichen kann?
Wer auch immer diesen Thron nach drei Jahren besteigen darf, mit dieser Bandbreite, die ich zu bieten habe, kann keiner aufwarten.
Was erwarten Sie von der neuen Staffel?
Ich erwarte von der neuen Staffel die ganze Bandbreite der künstlerischen und schauspielerischen Palette von Frau Schaffrath. Denn die ist ja bekanntermaßen eine großartige Schauspielerin von der Hüfte abwärts.
Was halten Sie denn von den anderen Kandidaten?
Die Hälfte der Leute habe ich gar nicht gekannt. Also wer dieser Eike Immel ist - keine Ahnung. Ich dachte erst, das wäre eine Frau. Das musste ich mir erstmal alles raussuchen. Gina Wild kennt man ja als Porno-Queen: sie wurde bekannt damit das sie sich mit einer Hand und vollem Mund den BH aufmachen kann! Der letzten Porno-Queen, die im Dschungel war, Dolly Buster, hat es nicht geholfen, dass sie sich vor nichts geekelt hat und Schlucken für sie kein Thema ist. Bata Illic kenne ich als Ostblock-Schlagerstar. Da frag ich mich aber auch, warum ausgerechnet der reanimiert wurde. Und besonders traurig finde ich, dass dieser Eike Immel nur in den Dschungel geht, weil er eine neue Hüfte braucht. Am besten hat es diese Lisa Bund von "Deutschland sucht den Superstar". Die ist 19, in diesem Alter kann man auch noch und ein bisschen pöbeln, ohne dass einem das jemand übel nimmt. Ich verstehe allerdings überhaupt nicht, warum diese Frau Herzsprung, eine Frau Mitte 50, die man ja nur durch ihren Alkoholismus und aus ihren Ehe-Miseren kennt, auf einmal in den Dschungel geht. Das kann ich überhaupt nicht begreifen. Vor allem weil sie sonst immer auf Grande Dame gemacht hat. Immerhin ist sie die von den Mädels die einzige nach der Menopause, wodurch sie hygienisch den anderen was voraushat.
Was war denn damals Ihre Motivation, ins Camp zu gehen?
Ich habe das gemacht, um meiner Arbeit ein größeres Forum zu geben. Ganz Deutschland hat ein Recht auf Désirée Nick. Als Künstlerin kann ich nicht jedes Kaff aufsuchen und so habe ich jeden zu Hause in seinem Wohnzimmer besuchen können. Das vermag nur das Fernsehen. Unvergessene Momente, die Fernsehgeschichte geschrieben haben, mein Ekel-Dinner mit Naddel zum Beispiel. Aber das wichtigste ist: Ich hatte meinen Beruf schon vorher, meine Shows, die Bücher, meine Auftritte, meine Kosmetik-Linie. Ich bin ja nicht als Arbeitslose in den Dschungel gegangen. Oder als Frau, die nicht weiß, wohin mit sich und ihrem Leben. Das ist ja eine ganz schlechte Ausgangsposition. Wenn von den zehn Millionen Leuten, die mich im Dschungel gewählt haben, nur zehn Prozent mein Buch kauft, ist das eine tausendprozentige Steigerung meiner Reichweite.
Ist das Dschungelcamp eine gute Möglichkeit Promotion für sich selbst zu machen?
Es reicht nicht, wenn man in den Dschungel zieht, um sein neues Album zu promoten. Das ist doch keine Verkaufssendung! Wenn du was verkaufen willst, musst du zu Thomas Gottschalk auf die Couch. Die Leute können dich vielleicht ins Herz schließen, aber das musst du denen überlassen, ob sie es tun. Und wenn sie es tun, dann nur wegen deinem Charakter, deinem Witz und deiner Qualität als Mensch - nicht weil du etwas verkaufen willst. Im Dschungelcamp sieht man völlig pur, wen man vor sich hat. Die Lügen und die Fassade, die manche Menschen vor sich hertragen, gehen spätestens nach 24 Stunden flöten. Von wegen Promotion! Bestes Beispiel ist Carsten Spengemann. Den hat man nach dem Dschungel überhaupt nicht mehr gesehen. Es war das Ende seiner Karriere. Also jemand wie ich hatte da überhaupt nichts zu befürchten. Ich konnte im Dschungel ja nur gewinnen.
Haben Sie einen Favoriten unter den Kandidaten?
Ganz besonders freue ich mich auf Isabell Edvardsson. Die weiß als Tänzerin, wie man sich präsentiert. Und sie hat selbstkasteiende Knochenarbeit gelernt - das ist das Brot eines jeden Tänzers. Sie hat eine gute Chance, wenn sie nicht auf den Mund gefallen ist. Aber auch Frau Wild, die durch ihre Porno-Karriere viele Fans mitbringt und ein kumpelhafter Typ ist, hat gute Karten. Wenn man bedenkt, was die schon alles geschluckt hat, da wird sie sich bei ein paar Kakerlaken auch nicht anstellen. Die ekelt sich ja vor gar nichts.
Also Sie werden auch mal reinschauen?
Ja natürlich, ich habe ja dreimal pro Woche (!) bei RTL „Explosiv“ meine eigene Kolumne. Ich bin doch Dschungel - RTL-Moderatorin. Ich habe ja die Pflicht - ob ich will oder nicht. Aber nebenbei habe ich noch genug zu tun mit den Vorbereitungen meiner Premiere im Juni im Renaissance Theater in Berlin. Da spiele ich eine amerikanische Opernsängerin, Florence Foster Jenkins - die erste Trash-Diva der Welt. Und ich muss am 31. März mein nächstes Buch abgeben, das dann zur Buchmesse im September erscheint.
Würden Sie denn noch mal ins Dschungelcamp gehen?
Auf jeden Fall! Für mich war es das Beste, was mir im Leben passieren konnte. Das war wie ein Wellness-Aufenthalt. Den ganzen Tag in der Hängematte liegen, ab und zu mal ein paar Fliegen verscheuchen. Für mich war es im Grunde wie eine bessere Ayurveda-Kur mit Abnehmen.
Interview: Kathrin Buchner, Katharina Miklis