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BeitragVerfasst: 07.03.2007, 10:18 
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Cicero, Monrose, Kunze - ich glaub am Donnerstag fällt in Hamburg ein großer Sack um.

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Verfasst: 07.03.2007, 10:18 


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BeitragVerfasst: 07.03.2007, 10:21 
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Nur drei Kandidaten beim Vorentscheid, das ist ein Rückfall in die 60er Jahre.

Erinnere mich noch an 1998 zum Beispiel, als der Meister fulminante 62% absahnte. Da standen insgesamt 10 Gruppen zur Auswahl, das war noch ein Ereignis.

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BeitragVerfasst: 07.03.2007, 16:26 
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...Northi, das ist fast zehn Jahre her. Damals fand ich das auch genial und klasse, aber ich denke, heute wäre zum Beispiel ein Guildo Horn beim ESC auch nicht mehr so erfolgreich. Was er damals machte, war einfach spritzig und neu und er wurde ja auch mit einem guten siebten Platz in Birmingham belohnt.

Steigern konnte den Erfolg der Jokesongs noch Stefan Raab im Jahr 2000 in Stockholm – Waddehaddeduddeda landete sensationell auf Platz 5. Danach war die Zeit dieser Jokesongs aber für Deutschland dann vorbei.

Im Jahr 2000 gewannen ja in Stockholm die Olsen Brothers mit Fly On The Wings Of Love – was für ein Ohrwurm – bis heute.

Dass das morgen eine Supershow wird, garantiert schon Thomas Hermanss mit seinem fulminanten Wissen über den ESC und seiner sympathischen Art, das zu vermitteln.


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BeitragVerfasst: 07.03.2007, 16:33 
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Schneidi, dem Kern meines Postings weichst Du wortreich aus.

Deshalb noch mal in einfacher Sprache: Warum nur drei Kandidaten beim Vorentscheid?

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BeitragVerfasst: 07.03.2007, 16:41 
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...Northi, am besten wendest Du Dich mit Deiner Frage direkt an den Norddeutschen Rundfunk, der ja der verantwortliche Sender für die Ausrichtung des deutschen ESC-Vorentscheids 2007 ist.

Die e-mail-Adresse lautet...: internet.eurovision@ndr.de


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BeitragVerfasst: 07.03.2007, 16:51 
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Northstar hat geschrieben:
Schneidi, dem Kern meines Postings weichst Du wortreich aus.

:lol:

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BeitragVerfasst: 07.03.2007, 18:27 
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...vor den drei eigentlichen Wettbewerbstiteln interpretieren die Kandidaten jeweils einen Grand-Prix-Coversong. Es treten an...:

- Heinz Rudolf Kunze mit "Merci, Chérie"

- Roger Cicero mit "Zwei kleine Italiener"

- Monrose mit "Wunder gibt es immer wieder."


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BeitragVerfasst: 07.03.2007, 21:29 
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Ohjeminee....wieso singt keiner "Ein Lied kann eine Brücke sein". Das wohl beste GP Lied ever.


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BeitragVerfasst: 07.03.2007, 21:48 
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Schneidi° hat geschrieben:
...Northi, am besten wendest Du Dich mit Deiner Frage direkt an den Norddeutschen Rundfunk, der ja der verantwortliche Sender für die Ausrichtung des deutschen ESC-Vorentscheids 2007 ist.

Die e-mail-Adresse lautet...: internet.eurovision@ndr.de



Diese Dialoge zwischen Northi und Dir sind manchmal so ulkig, dass ich Tränen lache! :laughing:


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BeitragVerfasst: 07.03.2007, 22:15 
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Schneidi° hat geschrieben:
Schneidi° hat geschrieben:
Die Songs für den deutschen Vorentscheid am 08. März 2007 stehen fest und hier könnt ihr sie in voller Länge hören.

Heinz Rudolf Kunze – Die Welt ist Pop

Monrose – Even Heaven Cries

Roger Cicero – Frauen regier’n die Welt

...zitiert für Mecki.

Hier kannst Du die drei Songs des Vorentscheids anhören.


Ich hab die drei Lieder gerade das erste Mal gehört und bin ziemlich enttäuscht. Warum nehmen die denn nicht endlich mal was richtig Gutes?? Ich kann das nicht begreifen. Da war doch Vicky Leandros`Lied "Après toi" vom letzten Jahr um Lichtjahre besser als jeder dieser drei Songs, die jetzt zur Auswahl stehen!! Oh Mann, ich fürchte, wir werden wieder irgendwo auf den letzten Plätzen landen. :crybaby:


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V.L. war + ist soooo schön!


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BeitragVerfasst: 07.03.2007, 22:46 
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...ellind, Vicky Leandros "Aprés Toi" ist in der Tat einer der großen Grand-Prix-Klassiker und ihr Gewinn 1972 in Edinburgh bescherte ihr sensationelle 128 Punkte bei gerade mal 18 teilnehmenden Ländern.

1972 war sowieso ein außergewöhnliches Grand-Prix-Jahr - allein die ersten drei Plätze würde im Laufe des Jahres Nr.1-Hits in Deutschland. Vickys "Aprés Toi", die New Seekers mit "Beg, Steal Or Borrrow" und Mary Roos "Nur die Liebe lässt uns leben".


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BeitragVerfasst: 07.03.2007, 23:54 
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Schneidi° hat geschrieben:
Dass das morgen eine Supershow wird...
:lol:

Nee, das ist so was von langweilig - und vor allem unglaublich wurscht, welcher von den Knallos sich da morgen für die Eurovision-Schlussleuchte qualifiziert. Ob das nun der Tanztee-Frauenschwarm Zitzero, die Gymnastik-Singgruppe Monrose oder die rockpädagogische Nervensäge Kunze wird, pillepalliger gehts kaum mehr.
Aber egal wer da auch was für eine Erbärmlichkeit ins Mikro trällert, die üblich verdächtigen und ins ESC-Scheinwerferlicht drängenden Schlagerschwulen von Hermanns über Uecker bis Bach haben sicher wieder ihr Späßchen und strullern sich selig in die Buxen vor Freude. Nein danke!

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BeitragVerfasst: 08.03.2007, 00:15 
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...nun, Schrammel - ohne Deinen vorherigen Kommentar hätte mir auch irgendwie etwas gefehlt.

Die Klischees, der Du Dich da bedienst, sind auch seit Jahren reichlich abgenuckelt und entbehren jeder Grundlage. Der ESC ist keine Schwulenschlagerparade, sondern ein TV-Ereignis für die ganze Familie von 9 bis 99 Jahren.

Wir feiern hier heute Abend eine große Party, auf die ich mich riesig freue und ich rufe Dir zu "Nur die Liebe lässt uns leben."

Mein aktuelles ESC-Fieber beträgt jetzt 38,7 Grad Tendenz steigend.

ESC-berauscht Schneidi° :hello2:


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BeitragVerfasst: 08.03.2007, 00:23 
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Dass der ESC überproportional von Schwulen gehypt, moderiert-präsentiert, kommentiert, geliebt und auf Gästesofas vergesichtert wird, ist kein Klischee, sondern eine empirisch belegte Tatsache. Dagegen sage ich auch gar nichts, wenn diese Veranstaltung nicht zugleich mit Ende der Ära Horn, zumindest was ihre jüngste Historie betrifft, von einer erschreckenden musikalischen Niveaulosigkeit wie gleichsam Witz - und Belanglosigkeit gezeichnet wäre.

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BeitragVerfasst: 08.03.2007, 00:38 
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...,,wie eine Blume am Winterbeginn,
und so wie ein Feuer im eisigen Wind,
wie eine Puppe, die keiner mehr mag,
fühl ich mich an manchem Tag.

Dann seh ich die Wolken, die über uns sind,
und höre die Schreie der Vögel im Wind.
Ich singe aus Angst vor dem Dunkeln mein Lied,
und hoffe, daß nichts geschieht..."

25 Jahre ist das jetzt her - unvergessen - danke Nicole - ein Lied für Harrogate 1982.


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BeitragVerfasst: 08.03.2007, 00:48 
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Das Horn-Jahr (nebenbei bemerkt wohl das erstemal seit Jahrzehnten daß ich mal wieder GP gesehen hatte) lief bei mir wie folgt: Vorentscheid, gefolgt von einer virtuellen Party im IRC (das war 98, also fast noch Internet-Steinzeit).

Dann das Konzert des Meisters in Hanau. Meine Freundin hatte mir, schon vor dem Vorentscheid, Karten geschenkt. Wirklich geil, Guildo Horn ist ja eigentlich ein guter Musiker.

Dann der GP. Wir hatten einen zweiten Fernseher im Wohnzimmer damit Alle was sehen. Ungefähr 30 Leute waren da, ich hatte Essen im 70er-Stil gemacht, mit Wackelpudding, Käsespießchen usw. und sogar paar Flaschen Persico besorgt.

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Northstar hat geschrieben:
...Dann der GP. Wir hatten einen zweiten Fernseher im Wohnzimmer damit Alle was sehen. Ungefähr 30 Leute waren da, ich hatte Essen im 70er-Stil gemacht, mit Wackelpudding, Käsespießchen usw. und sogar paar Flaschen Persico besorgt.

...jaaa, Northi - genauso lief es bei Schneidis° auch 1998.

Wir waren auch ungefähr 30 Leute, zwei Fernseher standen im Wohnzimmer und einer auf der Terasse, da wir zwei schwangere Frauen unter den Gästen hatten und draußen geraucht wurde.

Ich erinnere auch noch unser Essen im 70er-Stil ähnlich wie Du es zubereitet hattest und meine Frau hatte Nussecken gebacken.

Was für ein phantastischer Abend - der 09. Mai 1998 aus Birmingham.

Ach ja - der Komponist des deutschen Beitrags für Guildo - Alf Igel. :lol:


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Schneidi° hat geschrieben:
hatte Nussecken gebacken.
Stimmt, die hatten wir auch!

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BeitragVerfasst: 08.03.2007, 09:48 
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Schneidi° hat geschrieben:
...vor den drei eigentlichen Wettbewerbstiteln interpretieren die Kandidaten jeweils einen Grand-Prix-Coversong. Es treten an...:

- Heinz Rudolf Kunze mit "Merci, Chérie"

- Roger Cicero mit "Zwei kleine Italiener"

- Monrose mit "Wunder gibt es immer wieder."


Warum singt niemand Hardrock Halleluja?

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BeitragVerfasst: 08.03.2007, 10:43 
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Aus der online-Ausgabe des SPIEGEL vom 08. März 2007...:

EIN LIED FÜR HELSINKI

Sexy, swinging - oder einfach Heinz

Von Folker Kramer

Schmackes - das braucht es heutzutage beim Eurovision Song Contest für Twelve Points. Deutschland entscheidet sich heute Abend für eine Mädchenband, einen Swing-Sänger oder Heinz-Rudolf Kunze. Ob sich Europa davon überzeugen lässt?

Thomas Hermanns zeigt sich gewiss: "Die Regeln müssen neu geschrieben werden" - und zwar die des Eurovision Song Contest. Kein Schlagereinerlei mehr, wie der böse Ruf es glauben machen will - und es ganz früher ja auch war. Voriges Jahr gewann die finnische Gothic-Metal-Gruppe Lordi in Athen bei der 51. Auflage dieser publikumsstärksten europäischen Popveranstaltung.

Überraschend war aber weniger, dass Finnland das Gros der Punkte erntete und besser abschnitt denn je, sensationell war vielmehr, dass ein krass maskierter Act mit "Hard Rock Hallelujah" alle Songs, die auch nur entfernt an alte Schlagerseligkeit erinnerten, auszulöschen schien. Ein Voodoo-Event zur Austreibung schlichtester Dumpfbackensentimentalität vom Schlage des im Vorjahr in Schweizer Diensten stehenden Münchner Komponisten Ralph Siegel. Lordi hat allen 42 dieses Jahr in Helsinki teilnehmenden Ländern gezeigt: Wenn ihr gewinnen wollt, müsst ihr schon was hermachen!

Der Comedian Hermanns wird dieses Jahr zum zweiten Mal die deutsche Vorentscheidung moderieren - nach seinem Gusto und nach dem klassischen Grand-Prix-Rezept, dass jede Generation vor dem Bildschirm irgendwie bedient werden muss: Für die Muttis und Vatis und das Rahmenprogramm wurden dieses Jahr Siw Malmkvist, Gitte Haenning und Wencke Myhre ins Hamburger Schauspielhaus geladen, allesamt einst deutsche Eurovisionssängerinnen.

Die anderen Altersgruppen dürfen sich in den Kandidaten, die sich für den Liederwettstreit in Helsinki am 12. Mai qualifizieren wollen, geschmacklich wiedererkennen: Für die eher gediegenen, mittelalten Erwachsenen hat man den Swingmusiker Roger Cicero im Angebot, die rotgrünen Milieus werden gelockt mit dem aufrechten Ex-Kanzler-Freund Heinz-Rudolf Kunze - und die Jugendlichen, sonst eher auf MTV, Viva und ProSieben abonniert, bekommen die aus der Castingshow "Popstars" hervorgegangenen, aktuell überaus erfolgreichen Mädchen von Monrose serviert.

Der NDR, seit 1996 federführend für die ARD in Sachen Eurovision Song Contest, hofft, dass diese Mixtur in punkto Quote funktioniert. Das Stammpublikum, gewöhnt an Musikantenstadl und Frühlingsfeste der Volksmusik, darf nicht vergällt werden, andererseits soll die werberelevante Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer auch endlich mal wieder das Erste einschalten. Im Vorjahr verfing dieses retrolastige Konzept: Sowohl beim Vorentscheid wie beim internationalen Finale war die ARD mit diesen Shows Marktführer auch beim Publikum, das noch keine Rente erhält.

Die Konkurrenz, an der diese Show (Donnerstag, 20:15 Uhr, ARD) sich messen lassen wird, lief im Februar auf ProSieben: Dort zelebrierte Stefan Raab seinen dritten Bundesvision Song Contest, an dessen Ende die niedersächsische Düster-Band Oomph! gewinnen konnte. Allein: Nur etwas mehr als zwei Millionen Zuschauer wollten diesen Wettbewerb sehen - viel für Raab, wenig im Vergleich auch in der jugendlichen Zielgruppe mit den Eurovisionsshows. Für die ARD ist schon die deutsche Vorentscheidung mit das wichtigste Entertainmentformat in seinem Showangebot. Mindestens vier bis fünf Millionen Zuschauer erwartet man dem Vernehmen nach mit der Übertragung aus Hamburg, neun bis elf Millionen bei der Show aus Finnland im Mai: Werte, auf die es sonst nur "Deutschland sucht den Superstar" (RTL) bringt oder "Wetten, dass...?" in ZDF, aber kein Volksmusikformat.

Die deutsche Band Texas Lightning wurde im vergangenen Jahr vom finnischen Auftritt ebenso niedergewalzt wie alle anderen. Ob Kunze, Cicero oder Monrose einen Song in petto haben, der auch nur annäherungsweise den 15. Platz des Country-Ensembles bessert, ist zweifelhaft. Das liegt nicht daran, dass sie keine Masken tragen und sich von Gothic, Heavy Metal oder Rock fernhalten; ihre Lieder wirken einfach nicht so, als ob Europa von ihnen nähere Kenntnis nehmen möchte. Was frisch in Deutschland wirkt, kann europäisch schon als dünn und welk wahrgenommen werden.

Heinz-Rudolf Kunze, der auf eine gewisse Weise mit seiner Teilnahme an dieser Show seinen vierten bis fünften Frühling einläuten möchte, sind solche Spekulationen noch einerlei: Der Grand Prix hatte "früher mit der Musikwirklichkeit draußen nichts zu tun" - bis 1995 herrschte das Gesetz des Bayerischen Rundfunks: Schlager der schlichtesten Art und Acts der unbegabtesten Sorte - eine Liederabwurfstelle für Komponisten, für die es sonst am Tische der aktuellen Unterhaltungsmusik nur Krümelchen gab. Wer von den bekannteren Künstlern ein Mitmachen auch nur angedeutet hätte, in den Achtzigern vor allem Nena, Grönemeyer, Maffay, Lindenberg oder Wolfgang Petry, hätte sich um jeden guten Ruf gebracht, bei Kritikern wie Fans.

Doch spätestens seit dem Sieg der Türkin Sertab Erener im Jahre 2003 haben die europäischen Musikindustrien diesem Wettbewerb größere Gewogenheit entgegengebracht: Der Grand Prix war plötzlich auch finanziell lukrativ und eine perfekte Bühne vor 200 Millionen Zuschauern, um sich in allen Eurovisionsländern bekannt zu machen - zumal für die kleinen Länder, von Armenien bis Portugal, von Finnland bis Malta. Das macht es auch einem Kunze oder einem Trio wie Monrose leichter, dabei zu sein. Über sie richten eben nicht wie einst Jurys, die häufig am Publikumsgeschmack vorbei urteilten, sondern die Zuschauer selbst: per TED und SMS.

Für alle drei der deutschen Eurovisionskandidaten gilt indes: Selbst wer von ihnen nicht die Fahrkarte nach Helsinki löst, muss nicht verloren haben. Texas Lightning schaffte mit "No No Never" zwar nur einen 15. Platz in Athen - ihr Lied war dennoch das meistverkaufte deutsche Eurovisionslied seit Conny Froboess' "Zwei kleine Italiener" im Jahre 1962.


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