Die Brasilianer haben geglaubt die Spiele spielen sich von selbst. Sich schonen gegen schwache Gegner und bei Bedarf einen Gang höher schalten, das funktioniert nicht.
So gesehen hatte Klinsmann die richtige Methode indem er von Anfang an Höchstleistung verlangte.
Das Spiel gegen Argentinien habe ich bei uns in der Sackgasse im Wendehammer gesehen. Jemand hat einen großen Fernseher aufgestellt und die ganze Straße versammelte sich. Als ich um halb zwölf ging war ich nicht der Letzte.
Beleidigungen, Wurgeschosse aus Plastik und Glas: In Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires begann für die deutschen Studenten im Goethe-Institut nach dem Sieg der DFB-Auswahl gegen die "Albiceleste" ein wahrer Albtraum.
Zuvor hatten rund 150 deutsche und argentinische Kommilitonen gemeinsam und friedlich das Spiel auf einer Großbildleinwand geschaut.
Als die Studenten nach dem Spiel aus dem Institut auf die Straße strömten, wurden sie von einer aufgebrachten Menge Argentinier erwartet. "Sie schrien, das Spiel sei von Deutschland gekauft worden.
Wir wurden übel beleidigt, dann flogen die Flaschen. Eine Freundin von mir wurde am Oberkörper getroffen", sagte eine 24 Jahre alte Deutsche. Ernsthaft verletzt wurde aber offenbar niemand.
Schock für Jürgen Klinsmann: Der Bundestrainer muss im Halbfinale auf Torsten Frings verzichten. Die Fifa wertete die Handgreiflichkeit des Bremers nach dem Spiel gegen Argentinien als Tätlichkeit und sperrte ihn für eine Partie.
Berlin - Mit der Bestrafung des 29-Jährigen wurde erstmals bei einer WM ein Spieler auf Grund des Video-Beweises gesperrt. Frings, der auch 5000 Schweizer Franken Strafe zahlen muss, spielt zudem ein halbes Jahr auf Bewährung und müsste bei einer weiteren Verfehlung erneut einmal aussetzen. Für das Finale oder ein mögliches Spiel um den dritten Platz ist der Mittelfeldspieler aber wieder einsetzbar. Die Fifa-Entscheidung ist rechtskräftig und nicht anfechtbar.
"Wir finden es natürlich schade, dass etwas aufgerollt wurde, was zum einen abgeschlossen war. Und was zum anderen allein von den Argentiniern ausging. Wir waren nur die Reagierenden", erklärte Bundestrainer Jürgen Klinsmann zu den überraschenden und weit reichenden Nachwirkungen der Tumulte im Anschluss an das Viertelfinale Deutschland gegen Argentinien (4:2 i.E.). Kapitän Michael Ballack äußerte wenig Verständnis für die Vorgehensweise der Fifa, die "eine abgeschlossene Sache noch einmal auf den Tisch bringt."
Die Fifa-Kommission entschied aufgrund der Fernsehbilder, die der italienische Pay-TV-Sender Sky gestern erstmals ausstrahlte, dass Frings nach dem Viertelfinal-Spiel eine Tätlichkeit gegen den Südamerikaner Julio Cruz begangen haben soll. Auf den Bildern ist eine Faust zu sehen, die das Kinn des Argentiniers touchiert.
Frings' Part im defensiven Mittelfeld gegen Italien morgen (21 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wird somit aller Voraussicht nach Tim Borowski übernehmen. "Die Mannschaft wird jetzt Flügel bekommen, dass Torsten Frings zu seinem Endspiel kommt. Es wird ein großer Ansporn sein für Trainer und Mannschaft", sagte der Geschäftsführende DFB-Chef Theo Zwanziger.
Frings hatte die Vorwürfe vehement zurückgewiesen: "Ich habe nichts gemacht", sagte er im Gespräch mit der "Kreiszeitung Syke". "Ich habe mich in einem Pulk befunden, in dem alle wild um sich geschlagen haben. Als ich selber zwei Schläge abbekommen habe, habe ich zu meinem Schutz die Hände nach vorne gestreckt, mehr war nicht."
Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff war von der Entscheidung der Fifa enttäuscht. "Wir waren der Meinung, dass wir eine schlüssige Begründung für einen Freispruch vorgelegt haben", sagte Bierhoff: "Die Bilder haben bewiesen, dass der Schiedsrichter und die beiden Assistenten direkt in der Nähe von Frings gestanden haben. Deshalb war es aus unserer Sicht eine Tatsachenentscheidung."
Selbst der angeblich betroffene Spieler hatte Frings entlastet: "Ich habe keinen Faustschlag bekommen, zumindest habe ich nichts gespürt", hatte Cruz bereits gestern klargestellt. Der italienische Fußballverband (FIGC) habe nach eigenen Angaben keinerlei Ermittlungen gegen Frings gefordert. Auch sei kein Druck auf den Weltfußballverband ausgeübt worden, hieß es am Vormittag aus dem italienischen Quartier in Duisburg.
Auch im italienischen Team herrschte Zurückhaltung. Lediglich Mittelfeldspieler Gennaro Gattuso verwies darauf, dass die Uefa Francesco Totti bei der EM 2004 in Portugal nachträglich anhand des TV-Beweises gesperrt habe. Der Spielmacher vom AS Rom hatte seinen dänischen Gegenspieler Christian Poulsen angespuckt. Ein Fernsehsender hatte die Aufnahmen nach dem Spiel veröffentlicht, Totti wurde für drei Spiele gesperrt.
Aus der Traum. Neidlos muß ich anerkennen, das der Bessere gewonnen hat. Die Italiener machen nicht viel, aber wenn dann sind sie brandgefährlich. Hat mir gut gefallen.
Ganz große Klasse Lehmann und Friedrich. Und Odonkor wenn er mal ran dürfte.
Einzigster Kritikpunkt: Ballack war der Total-Ausfall der WM!
Messi hat geschrieben:Aus der Traum. Neidlos muß ich anerkennen, das der Bessere gewonnen hat. Die Italiener machen nicht viel, aber wenn dann sind sie brandgefährlich. Hat mir gut gefallen. Ganz große Klasse Lehmann und Friedrich. Und Odonkor wenn er mal ran dürfte. Einzigster Kritikpunkt: Ballack war der Total-Ausfall der WM!
Ich fand Italien nicht als die bessere Mannschaft. Beide haben sehr verkrampft gespielt, es wurde viel gefoult, uns wurde ein regulärer Elfmeter nicht gegeben, sondern nur ein Freistoss, wo die Mauer ungefähr 4 Meter zu nah dran stand. Schlechte Schiedsrichterleistung. Ballack hat heute wieder mit Pomadigkeit geglänzt, meiner Meinung nach, immer noch ein Spieler, der viel zu eingeschätzt wird. Die letzte Ecke der Italiener hätte nicht sein müssen, vor allem nicht 2 Minuten vorm Ende. Kein Spieler fühlte sich für irgendeinen verantwortlich; Lehmann war chancenlos. Das 2. Tor fiel nur noch durch Resignation der Deutschen und läßt das Ergebnis höher erscheinen, als es eigentlich war.
Egal, erweisen wir uns weiterhin als klasse Gastgeber und feiern diese Weltmeisterschaft zu Ende.
Jetzt spielen wir Samstag um Platz 3; ich denke 'mal gegen Portugal. Ich würde Frankreichs Zinedine Zidane nochmal zum Ende seiner Karriere den Weltmeistertitel gönnen.
Hat Klinsmann schon sein One-Way-Ticket nach Kalifornien gebucht??
Steinburger hat geschrieben:Egal, erweisen wir uns weiterhin als klasse Gastgeber und feiern diese Weltmeisterschaft zu Ende.
Jetzt spielen wir Samstag um Platz 3; ich denke 'mal gegen Portugal. Ich würde Frankreichs Zinedine Zidane nochmal zum Ende seiner Karriere den Weltmeistertitel gönnen.
Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen..
Was mir im Laufe der WM oft aufgefallen ist, die Deutschen haben Probleme genaue Bälle zu spielen und vor allem anzunehmen. Das hatten uns schon die Argentinier voraus, aber die Italiener erst recht.
Messi hat geschrieben:[...] Was mir im Laufe der WM oft aufgefallen ist, die Deutschen haben Probleme genaue Bälle zu spielen und vor allem anzunehmen. Das hatten uns schon die Argentinier voraus, aber die Italiener erst recht.
Das hat mich auch tierisch aufgeregt. Wenn ein Spieler einen Ball annehmen soll, dann hat er den mit dem Fuß so anzunehmen, daß er direkt vor einem liegen bleibt und nicht 5 Meter weg springt.
Genauso haben mich die Ecken und Freistöße von Schweinsteiger angenervt. Grundsätzlich in den ersten Italiener hat er sie gespielt. Das alles sind Sachen, die man im Training üben kann. Naja, vielleicht hat er an Gummitwist gedacht ...