Ja, doch, das lief -für mich- ganz normal, aber was heißt schon normal, man wächst halt in sein Leben rein und kennt es nicht anders. Zum Bäumeklettern war ich aber von jeher zu schwul... :-) Eine Schwester habe ich... 4 Jahre jünger als ich und großer Lindenstraßenfan, genau so wie ihr Mann. Ich sollte sie eigentlich mal dazu animieren, sich hier im schönen Ehrlich anzumelden!
Schiller hat geschrieben: Ob man jung oder alt Eltern wird, das hat alles seine Vor- und Nachteile. Beides kann ich nicht per se schlecht finden. ... Ich als "später Vater" in diesem Sinne glaube, dass mein Kind von mir als solchem mehr hat. Ich bin heute gelassener, erfahrener und eher bereit, mich mit einem Kind zu befassen, als ich es mit Anfang 20 war. Damals hätte ich mich aus reiner Notwendigkeit ums Kind gekümmert und damit gehadert, vielen meiner damaligen Interessen nicht mehr nachgehen zu können. Heute widme ich mich meinem Nachwuchs aus reiner Lust am Leben. Davon profitiert das Kind. ...
Bei uns war es genau umgekehrt. Als wir geheiratet haben, war mein Exmann 22, mit 23 wurde er das erste Mal Vater, mit 25 das zweite Mal. Er hatte bei der Geburt des ersten Kindes gerade angefangen zu studieren und als er mit dem Studium fertig war, waren die beiden 2 und 4 Jahre alt. Er war damals also fast die ganze Zeit zu Hause, gelernt hat er abends, wenn die Kinder geschlafen haben. In dem Alter war er noch viel gelassener als später, als er "richtig" gearbeitet hat und er hat es genossen, so viel von seinen Kindern zu haben. Auch heute noch findet er es toll, so "alte" Kinder zu haben, mit denen er richtig was unternehmen kann. Die Kinder seiner Kollegen sind alle noch ziemlich klein, wenn die überhaupt schon welche haben. Unser Sohn war dann auch schon öfter dabei, wenn er mit Kollegen Poker- oder Spieleabende gemacht hat und mit unserer Tochter geht er gerne zusammen ins Kino.
MünchnerBua hat geschrieben:... Eine Schwester habe ich... 4 Jahre jünger als ich und großer Lindenstraßenfan, genau so wie ihr Mann. Ich sollte sie eigentlich mal dazu animieren, sich hier im schönen Ehrlich anzumelden!
Du Sadist ! Hier tobt doch das Böse, schon vergessen?
Ich war in den 70er Jahren auch das einzige Scheidungskind in der Klasse und habe das vor den Mitschülern verheimlicht. Heute verstehe ich gar nicht mehr, warum. Vielleicht, weil Scheidungen damals noch etwas Ungewöhnliches waren. Allerdings war ich auch das einzige Kind in der Klasse mit einer berufstätigen Mutter. Das war auch nicht so super, weil die Schulbücher noch das gängige Modell der Mutti, die zu Hause ist und den Haushalt macht, vermittelten und die Familien aller anderen Kinder dem entsprachen, während bei uns alle diese Dinge wie Kochen, Putzen, Einkaufen, bei den Hausaufgaben helfen, die Oma gemacht hat.
Aber was anderes: Ich bin grade dabei, mir ein Ideal meiner Kindheit zu zerstören. Ich habe als Kind und sogar noch als Jugendliche die Buchreihe "Professors Zwillinge" von Else Ury geliebt. Als Erwachsene habe ich mich oft gefragt, wo die Bücher hingekommen sind. Beim Umzug vor zwei Jahren habe ich sie dann im Keller wiedergefunden. Jetzt habe ich in einen der Bände reingelesen und bin ziemlich enttäuscht. Ich hatte nämlich in Erinnerung, daß in den Büchern sehr viel Allgemeinwissen vermittelt wurde, was ja an sich sehr positiv ist. Allerdings ist mir früher nicht aufgefallen, wie sehr dieses Wissen mit dem Holzhammer dargebracht wird. Eigentlich ist jeder Satz eine Belehrung. Außerdem wimmelt es von Universitätsprofessoren, und akademische Bildung wird als das einzig Erstrebenswerte dargestellt. Jedoch überrascht es mich aus heutiger Sicht, welches Niveau die Schulbildung damals offenbar hatte (die Bücher stammen im Original aus den zwanziger Jahren). Zwölfjährige, die in der Schule Schiller-Balladen durchnehmen und über Minnesänger Bescheid wissen, gibt es heute wohl eher nicht, oder? Insofern darf einen PISA nicht überraschen.
Aließ hat geschrieben:Meike, die meisten Leute waren auch nicht so. Besonders die Nachbarn, die meine Familie gut kannten, wären nie so gemein zu mir gewesen. Es waren eher Vereinzelte, die meine näheren Lebensumstände nicht so gut kannten (außer, warum ich keinen Vater hatte), z.B. Nachbarn von Freundinnen, bei denen ich zu Besuch war oder so.
Ja, das wird dann so sein. Die Scheidungskinder selbst hatten da dann wahrscheinlich auch eine andere Antenne und haben es selbst anders empfunden. @ Haselmaus Ich sprach auch von den 60er und 70er Jahren...
Aließ hat geschrieben:Meike, die meisten Leute waren auch nicht so. Besonders die Nachbarn, die meine Familie gut kannten, wären nie so gemein zu mir gewesen. Es waren eher Vereinzelte, die meine näheren Lebensumstände nicht so gut kannten (außer, warum ich keinen Vater hatte), z.B. Nachbarn von Freundinnen, bei denen ich zu Besuch war oder so.
Ja, das wird dann so sein. Die Scheidungskinder selbst hatten da dann wahrscheinlich auch eine andere Antenne und haben es selbst anders empfunden. @ Haselmaus Ich sprach auch von den 60er und 70er Jahren...
MünchnerBua hat geschrieben:Ja, doch, das lief -für mich- ganz normal, aber was heißt schon normal, man wächst halt in sein Leben rein und kennt es nicht anders. Zum Bäumeklettern war ich aber von jeher zu schwul... :-)Eine Schwester habe ich... 4 Jahre jünger als ich und großer Lindenstraßenfan, genau so wie ihr Mann. Ich sollte sie eigentlich mal dazu animieren, sich hier im schönen Ehrlich anzumelden!
Äjjj- mein Bruder ist auch schwul und ist auf jeden Baum geklettert
@ Schneewittchen: Mein Sohn hat vor nem halben Jahr den Zauberlehrling auswendig lernen müssen und den Ribbeck. Auch den Handschuh von Schiller und die Glocke...anschliessend Interpretation. Ich war auch sehr erstaunt. Fand es aber gut, dass es auf dem Lehr(Leer)-plan stand.
Zum Thema Bücher: Bei mir waren es die Pucki-bücher.Ich glaube, das würde heute kein Mädel mehr lesen.
Oh, die Pucki-Bücher habe ich sehr geliebt. Ich glaube es waren 12 Bände (?) und ich habe sie mir jeweils zu Weihnachten und zum Geburtstag gewünscht. Von allen Verwandten. Leider sind die Bücher irgendwie im Haus meiner Eltern verschütt gegangen, so dass ich nicht mehr nachlesen kann, wie die Einzelheiten der Geschichte waren.
Ich meine jedoch - jetzt rückblickend- sagen zu können, dass es ein im Grunde erzreaktionäres Werk war, das - wie auch die Trotzkopf-Bände- letztlich vermittelte, dass Frau am besten keinen eigenen Willen äußert. Insbesondere dann nicht, wenn dieser Wille nicht der herrschenden Meinung entspricht. Nun die Geschichten spielen ja auch zu einer anderen Zeit als heute.
Aber schön war es schon zu lesen, wie das Försterskind in die große Welt geht ( ich sach nur "Eisenach") und sein Leben meistert.
Pucki-Bücher hatte ich auch eine ganze Menge und liebte die Geschichten um das Försterskind und die Tiere. Später, als aus der süßen Pucki dann das Hausmütterchen wurde, habe ich aufgehört, die Bücher zu lesen. "Pucki als Großmutter" kenne ich nicht mehr. Ich seh das auch so wie nono - erzreaktionäres Werk - Vermittlung des Frauenideals der Fünfziger. Fand ich als Kind schon doof.
Und was den Trotzkopf betrifft: Ich hasste Nelly.
Edit: Gerade gegoogelt: Text über Magda Trott in Wikipedia
Die Rolle der Frau in Magda Trotts Werk Heute sind die Bücher der Pucki-Reihe die bekanntesten Bücher Magda Trotts. Jedoch sind gerade diese Bücher untypisch für ihr Werk und haben den starken Charakter einer Auftragsarbeit nach vorgegebenen, gefragten Mustern.
Bedenklich aus heutiger Sicht ist sicher das erzkonservative Frauenbild in den mittleren Pucki-Bänden der Reihe: nüchtern betrachtet wird hier der jungen Ehefrau jede Individualität verweigert, stattdessen hat sie sich ganz den Ansichten und Ansprüchen des Mannes unterzuordnen und ausschließlich als Hausfrau und Mutter zu funktionieren. Claus und Pucki sind nicht gleichberechtigte Partner, die sich gegenseitig beeinflussen, sondern stehen in einer Art Lehrer-und-Schülerin-Verhältnis: er erzieht sie nach seinen Wünschen, darf sie in ihrem Tun und Verhalten bewerten und gegebenenfalls auch abstrafen. Pucki wird eine effektive Kritik an Verhaltensweisen und Meinungen ihres Mannes nicht zugestanden. Aus Furcht benimmt sich Pucki deswegen oft weiter wie ein Kind: sie versucht, ihren Mann zu beschummeln, wenn ihr ein Fehler unterlaufen ist und hört sich schließlich mit gesenktem Kopf seine Zurechtweisungen an. Nach erfolgreicher „Erziehung“ wird Pucki dann als nahezu perfektes „Pucki-Mütterchen“ der letzten Bände zum bewunderten Vorbild und zur Ratgeberin für die anderen Frauen im Ort. Pucki verändert sich damit von der unvollkommenen (und deshalb sympathischen) Identifikationsfigur der ersten Bände zum abstrakten, überhöhten Leitbild für (damalige) Leserinnen.
Zuletzt geändert von Aließ am 06.05.2011, 20:41, insgesamt 1-mal geändert.
In dem Wiki-Text steht, dass die Pucki-Autorin eine Frauenrechtlerin gewesen sein soll. Da sind mir ehrlich gesagt die Texte von Alice Schwarzer lieber.
Danke. Ich habe gerade mal in den Wiki-Artikel reingelesen. Mich tröstet ein wenig, dass "Pucki" untypisch für das Werk der Autorin gewesen sein soll und es sich mutmaßlich danei um eine Auftragsarbeit gehandelt habe. Da ich von ihr kein anderes Werk gelesen habe, vermag ich nicht zu beurteilen, was für sie typisch gewesen ist.............
Aließ hat geschrieben:In dem Wiki-Text steht, dass die Pucki-Autorin eine Frauenrechtlerin gewesen sein soll. Da sind mir ehrlich gesagt die Texte von Alice Schwarzer lieber.
Vorsicht:
Während Pucki ein braves Hausmütterchen ist, sind andere von Trotts Heldinnen selbstbewusste, unabhängige Frauen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen und auf keinen Mann angewiesen sind. Pommerle wird Gärtnerin, arbeitet in diesem Beruf mit viel Begeisterung und verzichtet gern auf eine Ehe mit ihrem Jugendfreund Jule, der die Tochter seines Lehrmeisters heiratet. Bärbel (Goldköpfchen) ist Fotografin und eröffnet nach dem Tod ihres ersten Mannes ein eigenes Atelier. Auch Pucki erlernt einen Beruf (Kindergärtnerin), den sie jedoch nach Abschluss der Ausbildung nicht ausübt, sondern heiratet und sofort Hausfrau wird (sie plante sogar, die Ausbildung nach der Verlobung abzubrechen, doch ihre Mutter riet ihr davon ab). Magda Trott sieht die Berufsausbildung und -tätigkeit von Frauen also auch als Alternative zum Hausfrauendasein in einer Ehe.
Es muß ja auch Hausmütterchen geben, oder?
Vor allem mußt du die Autorin im Kontext mit ihrer Zeit sehen, und da hat sie sehr viel mehr riskiert als diese Schwarzer. Schwarzer hat nämlich nichts riskiert, der konnte dank der Vorarbeit anderer Frauen nämlich nichts mehr passieren.
Mir gings auch nicht primär um das Thema Berufstätigkeit, sondern wie die Beziehung zwischen Pucki und ihrem Ehemann dargestellt war. Die anderen Bücher von Magda Trott hab ich gar nicht mehr gelesen, weil ich von den Pucki-Bänden schon genug hatte. Wenn sich eine Frau dafür entscheidet, ganz für ihre Familie da zu sein und ihr ein schönes Zuhause zu gestalten, ist das sehr wertvolle Arbeit und hat meinen größten Respekt.
Aließ hat geschrieben: Und was den Trotzkopf betrifft: Ich hasste Nelly.
Ich auch.
War das diese Engländerin? grins. ich erinner mich beim Thema "Trotzkopf" an diese Verfilmung mit der zärtlichen Cousine Anja Schüte. Mann hat die schlecht geschauspielert . Und dann den Kerl, den sie abbekommen hat LEEEOOO