Der aus´m Messenger hat geschrieben:...wart...

Ich sagte doch Abend. Aber nun denn....
Es war Mittwoch der 19. Febr. 1986. Mein damaliger Freund war bei mir in Soest zu Besuch und wir sind, nachdem ich Feierabend hatte so gegen 17 Uhr aufgebrochen nach Berlin. Das Auto bis unters Dach vollgepackt mit allem Möglichen, denn ich war am Umziehen.
Es hat geschneit wie Teufel und wir kamen nur sehr langsam voran. An der Tankstelle Ziesar (heute Buckautal) hielt ich an um zu tanken. Nachdem der Tank für ca. 30 D-Mark bis oben voll war ging es wieder zurück auf die Autobahn. Der Schneefall wurde immer stärker und ich hing mich hinter einen LKW weil die Rücklichter das einzige waren, was ich noch sehen konnte.
Der LKW zog auf einmal rechts raus, ich natürlich hinterher. Mein damaliger Freund fragte mich, was das denn solle. Da durchfuhr es mich wie ein Blitz: "Du bist in der DDR, da darf man nicht von der Autobahn fahren!!!" Ich also das Lenkrad so gedreht, dass ich doch auf der Autobahn bleibe.... das war ein grosser Fehler. Mein Derby drehte sich und ich bekam den dicken Betonsockel einer Notrufsäule genau zwischen die Vorderräder.
Nachdem ich mich vergewissert hatte das auch meinem damaligen Freund nur, wie mir, ein grosser Schreck widerfahren war startete ich neu, mein Derby zuckte noch einmal und dann war Totenstille.
Inzwischen hatte ich bemerkt, dass ich keineswegs die Autobahn verlassen hätte. Der LKW vor mir war lediglich auf einen Parkplatz gefahren, gab aber, nachdem er mein "Missgeschick" wohl im Spiegel verfolgt hatte, Gas und fuhr davon.
Dann haben wir uns an die Bahn gestellt und gewunken. Nach ca. 1 (gefühlter 3) Stunden hielt dann ein anderer LKW an. Der Fahrer hätte gern Hilfestellung gegeben, aber das war nicht möglich. Er fuhr dann weiter und benachrichtige von der nächsten Notrufsäule (die bei km 36,5 hatte ich ja kurz zuvor platt gemacht) aus die Polizei.
Die kamen dann auch recht schnell, brummten mir eine Strafe von 300 Mark wegen nicht beachten der Witterungsverhältnisse auf und riefen den Abschleppwagen. Bis der dann allerdings kam, vergingen wieder Stunden um Stunden. Endlich am Haken ging es Richtung Berlin (West) wo am Grenzübergang schon ein Westabschleppwagen auf uns wartete und mein Auto und uns "übernahm."
Er brachte uns gleich zu einer VW-Werkstatt wo man gerade anfing zu arbeiten. Der Meister brauchte nur einen Blick um mir zu sagen, dass mein Auto nun tot sei. Den Motorblock hatte ich mit dem Betonsockel ein ganzes Stück zurückgeschoben.
Morgens um kurz nach 8 waren wir dann endlich, total übermüdet und total durchgefroren in der Wohnung meines damaligen Freundes. Ich hatte an diesem Tag ein Vorstellungsgespräch, brauche aber wohl nicht weiter erwähnen, dass ich diese Stelle nicht bekam.
Tja, so war das. Ach übrigens, mein damaliger Freund ist heute mein Ehemann.