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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 15.12.2015, 17:35 
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nurmalso hat geschrieben:
Falsch. Er war im staatlichen Wirtschaftssystem Mangelware,


Ja, und was ist da der Unterschied?

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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 15.12.2015, 17:35 


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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 15.12.2015, 18:06 
Du denkst, es wäre ein Problem gewesen, Kaffee zu kaufen zu bekommen. Das war es nicht. Er war sehr teuer, aber es gab ihn eben.
Das ist der Unterschied.
Die DDR-Verantwortlichen sorgten dafür, dass die Bevölkerung immer ihren Bohnenkaffee hatte, weil sie befürchteten, dass es sonst zu viel Unmut geben würde.
Es gab vor einiger Zeit mal eine Doku in der ARD (MDR?) darüber. Bei Engpässen wurde sogar für knappe Devisen fix und fertig gerösteter Kaffee aus der BRD eingekauft und in Magdeburg nur noch verpackt. Wenn diese Devisen dann fehlten, um wichtige Ersatzteile für Produktionsanlagen zu kaufen und deshalb andere, viel wichtigere Dinge knapp wurden - ja, dann war das eben in der bescheuerten Planwirtschaft so.

Und noch was: Mit dem oben genannten Obst meine ich nicht Deine ewigen Bananen! Einheimisches, der Saison entsprechendes Obst hätte gereicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 15.12.2015, 18:50 
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nurmalso hat geschrieben:
Du denkst, es wäre ein Problem gewesen, Kaffee zu kaufen zu bekommen. Das war es nicht. Er war sehr teuer, aber es gab ihn eben.


Ja, weil er Mangelware war, deshalb war er teuer. Sag ich doch.

Je nach Region gab es den aber auch tagelang gar nicht zu kaufen. Nach dem, was mir so berichtet wurde, waren die Großstädte am besten versorgt. Ostberlin sowieso (da gab es wohl auch mehr Obst und Feingemüse) und Leipzig wg der Messe.

Hier im Ort wohnt eine ehemalige Kinderkrankenschwester aus Karl-Marx Stadt. Die sagte mir wörtlich "Mir hat nichts gefehlt. Kaffee war manchmal knapp, da brauchte man Verwandte im Westen, aber sonst habe ich alles gehabt, was ich brauchte."

Und wir haben ja auch Päckchen geschickt. In eine LPG bei Dresden gingen die: Kaffee, Kaffee, Kaffee....

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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 15.12.2015, 18:53 
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nurmalso hat geschrieben:
Und noch was: Mit dem oben genannten Obst meine ich nicht Deine ewigen Bananen! Einheimisches, der Saison entsprechendes Obst hätte gereicht.


Ohne Importe wären Äpfel nach wie vor knapp, auch heute noch.

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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 15.12.2015, 18:55 
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nurmalso hat geschrieben:
Er war sehr teuer, aber es gab ihn eben.


Ein erzkapitalistischer Vorgang: Angebot und Nachfrage diktieren den Preis.

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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 15.12.2015, 19:18 
Hamlet hat geschrieben:
Sag ich doch.
.

Ach, Hamlet. ;-)
Ja, sicher, versuchte man auch durch den Preis die Nachfrage zu steuern, die Obermuftis waren ja auch nicht ganz bescheuert. Zu einem großen Teil ging es auch darum, Einkommen ab zu schöpfen (Originalton meines VWL-Profs 1986). Viele DDR Bürger konnten zwar keine großen Sprünge machen, hatten aber ein recht gutes Einkommen. Mieten, Strom, Grundnahrungsmittel waren unglaublich billig, weit unter Herstellungspreis. Und deshalb waren viele andere Dinge - Kaffee, Möbel, Haushaltsgeräte und vieles mehr maßlos überteuert.
Weil die Leute irgendwo mit dem Geld hin mussten, sonst hätten sie noch mehr Bedürfnisse entwickelt.

Die Westpakete waren bei Kaffeee, Kakao und einigen anderen Produkten fest in die DDR-Planung eingerechnet, insofern hast Du auch Recht. Man hätte diese Pakete ja aus ideologischen Gründen zu gern verboten - aber aus wirtschaftlichen Gründen ging es nicht.

Karl-Marx-Stadt muss dann bezüglich Kaffee besonders schlecht da gestanden haben. Egal wo ich gewohnt habe - zuerst Bezirk Halle, dann Bezirk Gera und dann in Leipzig - ich habe nicht einmal erlebt, dass es keinen Kaffee gab. Es fehlte immer was - vom Klopapier bis zur Babynahrung, nur der Kaffee nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 15.12.2015, 20:00 
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In manchen Gegenden wohnten auch mehr Menschen, als der "Plan" festgelegt hatte. Dann kam es natürlich zu Engpässen. Nachgebessert bzw geliefert wurde nicht, denn nach "Plan" hatte ja jeder was. Das kriegten die Westler auf den jugoslawischen Campingplätzen zu spüren. Der Platz war für nasagenwirmal 400 Personen ausgelegt, also gab es Brot für 400 Personen. Es waren aber über tausend Personen drauf....

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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 15.12.2015, 22:06 
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nurmalso hat geschrieben:
Dieses Machwerk habe ich gelesen. Ja, ich bin Herrn Fleischhauers Meinung, die Tatsache, dass es in Ostdeutschland viele rechts orientierte Menschen gibt und viele, die das zwar nicht selbst sind, aber nichts allzu Schlimmes daran finden und noch viel mehr Leute, die die SED-PDS-Linke wählen, ist zum Kotzen.

Aber die Lösung liegt definitiv nicht in der Rechristianisierung. Wie oft mich (Atheistin in vierter Generation, meine Familie ist seit mehr als 100 Jahren nicht religiös) diese religiöse Arroganz schon auf die Palme getrieben hat! Wenn Herr Fleischhauer von den Moslems erwartet, dass sie ihre Religion nicht als das Heil der Menschheit ansehen, dann sollte er das auch von sich selbst erwarten.

Die Ursache liegt im übrigen auch nicht in einem Bildungssystem, in dem mangelhafte Rechtschreibung gelehrt wurde und das einem beibrachte, Hitler wäre ein Linker gewesen.
Der Person, die Dir das eingeredet hat - es wird dieselbe gewesen sein, die Dir immer weis machen will, es hätte in der DDR keine Bohnenkaffee gegeben - solltest Du besser nichts mehr glauben, Hamlet. Er/sie verarscht Dich nämlich.


Der "Ossi" hat sich nach 1989 dadurch schuldig gemacht, dass er das Dogma der westdeutschen linken Weltdeutung nicht kritiklos übernommen, sondern die Frechheit besessen hat, schlicht und einfach anders zu sein. Soviel zur westdeutschen Begeisterung für das "Fremde". Außerdem hat man es ihm nie so ganz verziehen, dass er die DDR kaputt gemacht hat. Deren größte Fans waren die westdeutschen Linken, die nicht in ihr leben mussten, und es dort auch keine 5 Minuten ausgehalten hätten. In summa erwartete man in der BRD, dass der DDR-Bürger 1989 die westdeutsche Identität mit allen Deutungsmustern einfach übernehmen würde.
War aber nicht so. Und jetzt wird der renitente Ossi dadurch bestraft, indem man bei ihm die Krankheit des "Rassismus" diagnostiziert. Denn nur wer "krank" ist, kann die einzig wahre Lehre und Weltsicht ablehnen. Hat den zusätzlichen Vorteil, dass man sich über eine differenzierte Auseinandersetzung keinen Kopf mehr machen muss...


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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 16.12.2015, 08:58 
Ehrlich gesagt finde ich das jetzt auch ein bisschen zu kurz gesprungen. Dass viele westdeutsche Linke die DDR verklären ist sicher richtig, auch dass viele Westdeutsche gegenüber Ostdeutschen zum Hochmut neigen, dass viele Ostdeutsche zur Larmoyanz neigen - alles richtig.
Aber dieses "wir" und "ihr" kann ich nicht mehr hören. Und vor allem führt es zu nichts.

Einen großen Unterschied zwischen Ossis und Wessis scheint es aber zu geben. Ossis haben die Erfahrung, in einer Diktatur zu leben, sie wissen wie es ist, wenn eine eigene Meinung gefährlich ist. Und nun, wo das vorbei ist, lassen sie sich den Mund nicht mehr verbieten, sagen alles laut, was ihnen auf der Zunge liegt. Und es ist ihnen dann auch nichts peinlich.
In den alten Bundesländern ist der Anteil derer, die gegen die Aufnahme von Flüchtlingen - zumindest in der Anzahl wie zur Zeit - sind, wohl auch nicht geringer als in den neuen. Aber Wessis machen sich wohl eher Gedanken darum, ob diese ihre Meinung gesellschaftlich akzeptiert ist, was der Nachbar und der Chef dazu sagen werden.
Unter diesen 45% ist meines Erachtens der ostdeutsche Anteil eher gering.

Und dann kommt noch die Sehnsucht nach einfachen Lösungen dazu, die ich bei vielen meiner ostdeutschen Landleute beobachte und dass Misstrauen dagegen, selbst aktiv zu werden. Linke und Rechte versprechen diese einfachen Lösungen, also wählt man Linke und mancher auch Rechte. Und weil eben manchen gar nichts peinlich ist, schämen sie sich dann auch nicht, mit den Rechten zusammen zu marschieren.
Da hätte ein Wessi dann doch eher Angst, gesehen zu werden.

Das ist alles ein ziemlich weites Feld, es kann auch sinnvoll und interessant sein, darüber zu diskutieren, nur muss das sachlich sein, sonst nützt es doch nichts.


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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 16.12.2015, 09:08 
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Weil es mich reizt kurz was hier reinzuwerfen, ohne mich tatsächlich einklinken zu wollen:

Und was ist mit den Menschen, die im Zonenrandgebiet lebten?
Die passen in keine der Schubladen: Ossi (so hieß mein Wellensittich und das kam von "Oswald" aber nicht von "Osten") /Wessi.
Da hat die Welt auch aufgehört und man konnte da einfach nicht weiter an der Grenze. Wirtschaftlich war z.B. Oberfranken schlechter dagestanden und kulturell ist doch ehrlich gesagt schon jeher jeder Thüringer einem Franken näher, als z.B. ein Norddeutscher oder Oberbayer. Allein schon wegen den Rost-Bratwürsten und den grünen Klößen! Mir persönlich is das Wort "Ossi" nicht über die Lippen gekommen. Bei uns sprach man von hüben und drüben. Da waren wir alle viel zu dicht dran, als dass man sich gefühlt stark unterschieden hätte.

Die gemachten Erfahrungen in einem Unrechtsstaat etc. meine ich nicht. Nur von der Einstellung. Mit den Flüchtlingen mag ich da mich nicht rauslehnen. Das ist sehr komplex - und hängt sicher vom Bildungsgrad, Persönlichkeitsentwicklung, Umfeld und anderen Faktoren ab. Wer kaum Kontakt zu anderen Kulturen hat, sich selbst sehr eingeengt und unfrei im Denken und in seinen Möglichkeiten erlebt - der scheint innere Barrieren zu haben, um kreativer und offener auf Schwierigkeiten zuzugehen und Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Da wird einfach platt abgelehnt - fertig. Mehr geht dann nicht anscheinend.
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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 16.12.2015, 09:39 
Resi, ich hatte Verwandte in einem Dorf in der Magdeburger Börde, es lag in der DDR im Sperrgebiet. Es lag direkt an der Mauer, wenn man die Straße lang lief, wurde man von den Wachtürmen aus beobachtet. Und von einem Aussichtstürmchen auf der Westseite, wo manchmal Leute standen und guckten wie im Zoo.
Zu Besuch ins Dorf konnten nur enge Verwandte kommen, mit einem Passierschein, der Wochen vorher beantragt werden musste. Und der verweigert werden konnte.
Mein Vater durfte mal fast zwei Jahre seine Eltern nicht besuchen, auch nicht als die Mutter bettlägerig krank war.
Ich will die Probleme, die die Lage im Zonenrandgebiet für Euch mit sich brachte, nicht klein reden. Aber im Sperrgebiet zu leben war doch noch anders.

Und noch ein Beispiel: Im Englischunterricht sahen wir Schulfernsehen. Eingeleitet wurde die Sendung mit denTTönen von Big Ben und Bildern aus London. Und ich dachte jedes Mal daran, dass ich da nie hin darf, niemals in meinem Leben.

Aber das ist jetzt eigentlich völlig vom Thema ab, das hat mit der Flüchtlingsfrage nichts zu tun.
Das soll aber nicht heißen, dass ich nicht mit Dir diskutieren will. Falls Du das möchtest, können wir das gerne tun.

PS Dass die Unterscheidung in Ossis und Wessis sinnlos und antiquiert ist, sehe ich genau so wie Du, Resi. Ich schrieb das oben auch schon. Nur hatte sich die Diskussion an diesem unsäglichen Artikel des Herrn Fleischhauer entzündet und daran, dass mir mal wieder eine Tirade von Hamlet gegen Ostdeutsche in die Nase gefahren war.


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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 16.12.2015, 10:16 
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Eigentlich gings mir auch um diese seltsame Ossi/Wessi Sichtweise, die ich nie so ganz verstanden habe - und empfunden habe. Aber ich rede immer meistens von Thüringern und Oberfranken. Wie es in Hintertupfingen und woanders empfunden wird, kann ich eigentlich garnicht beurteilen.
Du hast mich vielleicht mißverstanden - ich wollte nicht das eingeschränkte Zonenrandgebiet mit dem Eingesperrtsein in einen Staat gleich einem Hochsicherheitstrakt gleichsetzen - wie käme ich dazu! Aber dennoch hat es dazu beigetragen - dass ich mich eben nicht als "Besser-Wessi" oder sowas vorgekommen wäre. Klar war ich in einer Richtung frei mich zu bewegen - und trotzdem gab es Auswirkungen auf die Bevölkerung. Da gibts dann nur die eine nächste Kreisstadt mit Gymnasium/Realschule - alles anderes ist zu weit weg und dann bist du plötzlich trotzdem ziemlich eingeschränkt, weil dein Bewegungsradius halt ein anderer ist - als anderswo in "Westdtschl.". Und theoretisch hättest du die Möglichkeit - und praktisch doch nicht umsetzbar. Nicht tragisch - aber auch nicht schön. Und du bist direkt konfrontiert - und integrierst aktiv nach dem Mauerfall - obwohl die Arbeitsmarktlage in Oberfranken ja nicht die beste war und ist. Aber mich strengen diese Ost-West, Links-Rechts, Gut-Böse, Schwarz-Weiß - Diskussionen sehr an.
Daran krankt es doch.... : es gibt soviel dazwischen - verschwendete Energie ist es, dies in so alte Grabenkämpfe und Ideologiediskussionen zu stecken.
Angela - deren Partei ja wahrlich nicht besonders "links" steht, kriegt aber gerade Beifall aus dieser Ecke und der grünen anderen Ecke - und es gibt doch schon längst nicht mehr links-rechts-mittig. Denken muss man und offen sein für Entwicklungen. Darum gehts mir eigentlich. Denn irgendwann werden Menschen Politik machen, die eine ganz andere Ideologie besitzen: Freiheit im Denken und Großzügigkeit und Kreativität.
Außerdem kann man aus der Geschichte lernen - aber es ist nicht dienlich, sie wie ein Klotz am Bein über alle Zeiten mit sich rumzuschleppen. Da kommt man auch nicht weit damit.

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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 16.12.2015, 12:03 
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nurmalso hat geschrieben:
Ehrlich gesagt finde ich das jetzt auch ein bisschen zu kurz gesprungen. Dass viele westdeutsche Linke die DDR verklären ist sicher richtig, auch dass viele Westdeutsche gegenüber Ostdeutschen zum Hochmut neigen, dass viele Ostdeutsche zur Larmoyanz neigen - alles richtig.
Aber dieses "wir" und "ihr" kann ich nicht mehr hören. Und vor allem führt es zu nichts.

....


Ja nurmalso, alles richtig soweit. Aber was mich derzeit so nervt, ist die Tatsache, dass "der Wessi" als solcher sich damit brüstet, völlig ohne Vorurteile und sowas von weltoffen, kurzum Nathan des Weisen feuchter Traum zu sein. Andererseits wird in SPON und ZON derzeit eine Schiene gefahren, die mich rasend machen könnte: die Verteufelung des Ossis per se ob seiner Herkunft. Machste das mit Flüchtlingen, biste Rassist.
Zieht Ossi nach Westen, ist er Wirtschaftsflüchtling.
Bleibt Ossi im Lande ist er dumpf, blöd, faul zurückgeblieben und nun auch noch braun. Und Pack.
Man sollte sich da nichts vormachen, es gibt auch linkes Pack.
Es kommt mir grad so vor, dass das Leuten zupass kommt, die außer Wessi zu sein, auch nicht viel mehr sind als dies.
Nurmalso, du erinnerst dich vielleicht , dass ich auf Grund meiner Familiengeschichte nun wahrlich keinen Grund habe, "die Zone" zu verherrlichen,- nie wieder sowas!- aber in einem gebe ich dir recht:
Das Prinzip dieser Ossi=Nazi-Propaganda ist gar nicht so dumm.
Wie man hier sehr schön verfolgen kann, mögen viele Wessis keine Ossis. Ist ihnen unbenommen.

Wenn ich nun lange genug dem Wessi damit schmeichle, er wäre so viel besser und schlauer und weltoffener als der doofe Ossi und überhaupt der Goldigste weit und breit.
Dann glaubt der das gern, na klar.
Und weil er natürlich weiter so gelobt werden will, tut er nichts, was auch nur im entferntesten an den Ossi erinnern würde:
Mal nachdenken; mal nicht alles glauben, was so in der Zeitung steht; stutzig werden, wenn alle Fernsehsender im Öffentlich-Rechtlichen Buntfernsehen das Gleiche erzählen; Gehirnwäsche erkennen...

Und außerdem haben wir immer so schön Kaffee ausm Westen bekommen. Na ja.
Ich gottseidank nicht, so musste ich vorher und nachher nicht danke sagen. Ich knickse so ungern.


Zuletzt geändert von Benno am 16.12.2015, 12:11, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 16.12.2015, 12:09 
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ResiSchmelz hat geschrieben:
. Aber mich strengen diese Ost-West, Links-Rechts, Gut-Böse, Schwarz-Weiß - Diskussionen sehr an.
Daran krankt es doch.... : es gibt soviel dazwischen - verschwendete Energie ist es, dies in so alte Grabenkämpfe und Ideologiediskussionen zu stecken.


Oh ja, liebe ResiSchmelz, wie wahr!
Aber fällt dir nicht auch auf, dass gerade jetzt die Medien sich dieser widerlichen Divide-et-impera-Taktik durchaus bedienen? Ich kann das auch nicht mehr ertragen. Und wie gesagt, wenn jemand von hier etwas sagt, ist es fremdenfeindlich, der kennt niemanden von dort, arme eingesperrte Socke... oder eben blöde rechte S*u.
Macht das einer aus dem Westen, ist das voll okay - der muss nieemals mal im Osten gewesen sein, weder vor noch nach 89 - braucht er nicht, er ist denen in allem voraus, auch wenn er klein-Ingo aus Kleinkleckermannshausen ist. Und der erkennt einen Nazi. Auf Anhieb. Und in seiner Nachbarschaft gibt es sowas nicht. Nö.


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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 16.12.2015, 12:24 
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Bitte nicht böse sein, aber da ich ein Wessi bin, für den es nie Thema war, ob überhaupt Ossi oder Wessi und wer der Dümmere, Bessere, Tolerantere, etc. ist, wäre es mir lieber, man würde diese Diskussionen im Zonifred weiterführen, wenn man merkt, dass man bei diesem Thema im Politikfred größeren Klärungsbedarf hat.
Mich macht es immer eher traurig, wenn ich merke, dass es auch jetzt nach Jahrzehnten der Wiedervereinigung immer noch gegenseitiges Schubladendenken und Vorurteile gibt.
Ich war schon oft urlaubsmäßig in den neuen BL unterwegs und habe durchweg nette, sehr hilfsbereite Menschen kennengelernt, aber auch neidische Bemerkungen anhören müssen, obwohl wir mit billigen, kleinen, japanischen Autos unterwegs sind und unsere Klamotten tragen, bis sie kaputt sind und/oder ich nicht mehr reinpasse.
In meinem Umfeld gibt es dagegen genug Leute, die keine Flüchtlinge mögen und ständig darüber reden, wie dreckig und asozial sich diese benehmen. Die gehen halt nicht auf die Straße und schreien rum.
Arschlöcher und wunderbare Menschen gibts überall auf der Welt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 16.12.2015, 12:35 
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Aließ hat geschrieben:
Ihr Lieben, für Ossi/Wessi-Diskussionen habe ich vor einiger Zeit einen Extrathread aufgemacht.


Ich hör schon auf.


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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 16.12.2015, 16:03 
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Benno hat geschrieben:
Das Prinzip dieser Ossi=Nazi-Propaganda ist gar nicht so dumm.
Wie man hier sehr schön verfolgen kann, mögen viele Wessis keine Ossis.


Und wer profitiert davon? Ja, der Schwabe! Der ist jetzt nicht mehr gar so unbeliebt. Also so vergleichsweise mal gesehen...

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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 16.12.2015, 16:22 
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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
BeitragVerfasst: 16.12.2015, 16:33 
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 Betreff des Beitrags: Re: Politik
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Ich hab das Buch "Essen wie Erich - 27 Staatsmenüs zum Nachkochen"...
Falls vielleicht jemand Interesse an dem einen oder anderen Bankettrezept hat,
wäre ich durchaus disponiert, es weiterzugeben...
U.a. ist auch das Festmenü zur 40 Jahr-Feier der Deutschen Demokratischen Republik dabei...

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"Dass diese Frau in meinem Alter noch so gut aussieht..."
(Onkel Franz zu Helga über Isolde Pavarotti am 09.09.99)


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