Autismus und die Ursachen...das ist ein langes noch nicht ganz erforschtes Phänomen.
Als erstes spielen wohl zu einem großen Teil die Gene eine Rolle. Heißt die Veranlagung zum Autismus ist angeboren wie z.B Linkshändigkeit.
Warum und welcher Form er dann zum Ausdruck kommt weiß man noch nicht so ganz genau...aber man hat festgestellt das bei Autisten das Gehirn einfach anders tickt. Heißt wenn bei uns das emotionale Zentrum angesprochen wird ( z.B wenn jemand sich weh getan hat) passiert bei Autisten gar nix im Hirn. Dafür springt das emotionale Feld z.B bei ihren Spezialinteressen an...also sehr verquer.
@bylle: Felix ist neben dem Auismus mehrfach behindert. Heißt er hat noch eine körperliche Entwicklungsverzögerung die nix mit dem Autismus zu tun hat. Vermutlich steckt da bei ihm ein seltener Gendefekt dahinter...gefunden hat man den aber trotz 4 Jahren suchen noch nicht.
Auffällig war Felix schon kurz nach der Geburt. Da hieß es erstmal er wäre nur Hypoton also Muskelschlaff und wir sollen Krankengymnastik machen. Das haben wir getan. Trotzdem hat die Entwicklung hinterher gehinkt.
Er konnte mit 9 Monaten rollen ist erst mit 12 Monaten gesessen konnte sich aber erst mit 17 Monaten selbst hinsetzen mit 22 Monaten Krabbeln und erst mit 3 3/4 frei laufen.
Dazu kam dann das er nicht gegriffen hat und wie taub wirkte..und das mit 9/10 Monaten schon. Er hat einen nicht angelacht bzw überhaupt nicht imitiert und nachgeahmt...also das berühmte zurücklächeln oder kuckuck Da Spiel.
Da kam gar nix. Er hat nur geschrieen oder stundenlang äh äh äh gemacht.
Irgendwann fing er an sich für elektronisches Spielzeug zu interessieren..und das bis heute. Heißt er hält sich alles was dudelt stundenlang ans Ohr und hört da zu. Oder er scheppert Schüsseln ect auf den Boden..hauptsache es macht Krach.
Ansonsten ist er ständig in Bewegung. Trampolin springen, Therapierad fahrren, Bobbyquad fahrren, ect ect.
Seit 1^Jahr kommuniziert er jetzt mit Bildkarten mit uns..und beherrscht da ungefähr 30 Stück. Sei ein paar Wochen fängt er an zu imitieren...und das ist das beste was passieren konnte. Denn so kann er lernen.
Wir arbeiten mit ihm nach Theacch...einer Form der Pädagogik die aus Amerika kommt und sehr gut funktioniert.
Zitat:
TEACCH steht für „Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children“ (dt.: „Behandlung und pädagogische Förderung autistischer und in ähnlicher Weise kommunikationsbehinderter Kinder“).
Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Die Entstehung des TEACCH-Programms
2 Der pädagogische Ansatz aus dem TEACCH-Programm
3 Strukturiertes Unterrichten
4 Visualisierung
5 Literatur
Die Entstehung des TEACCH-Programms [Bearbeiten]Ein Forschungsprojekt an der Universität von North Carolina/USA, in Chapel Hill, ist der Grundstein für die Entwicklung von TEACCH. Dabei ging es um die aktive Einbeziehung der Eltern in die Förderung ihrer autistischen Kinder. Diese Herangehensweise sollte die bis dahin gängige Annahme, die Eltern trügen am Autismus die Hauptschuld, entkräften.
Aus dem Forschungsprojekt ging 1972 auf Grund der Initiative vieler Eltern das TEACCH-Programm hervor. Dieses ist eine staatliche Einrichtung in North Carolina, die ein umfassendes und lebensbegleitendes System von Diensten und Hilfen für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte umfasst. Kernpunkt dabei sind die neun TEACCH-Zentren, in denen Diagnose, Beratung, Ausbildung von Fachkräften und die Vernetzung aller beteiligten Einrichtungen stattfindet.
Hier werden unter anderem genaue Förderpläne erstellt, die dann mit Hilfe von Therapeuten in den vernetzten Institutionen umgesetzt werden können. Dazu gehören jegliche Fördereinrichtungen, Schulen, Werkstätten und Wohneinrichtungen. Diese orientieren sich in ihrer Arbeit an den Prinzipien des TEACCH-Programms:
Verständnis der typischen Schwierigkeiten von Menschen mit Autismus
Individuelle Diagnostik und Förderung
Kooperation mit Eltern/Familien
Optimierung der Fähigkeit, in seiner Lebenswelt zurechtzukommen
Ganzheitlichkeit (Förderung sämtlicher Aspekte der Persönlichkeit)
Kompetenzorientierung und Respekt vor Andersartigkeit
Strukturierung, kognitive Ansätze und Verhaltenstheorie
Auch eine organisierte Arbeitsbegleitung und individuelle Wohn- und Arbeitsangebote für Menschen mit Autismus, z. B. das Carolina Living and Learning Center, konnten sich durch das TEACCH-Programm etablieren.
Der pädagogische Ansatz aus dem TEACCH-Programm [Bearbeiten]Während das TEACCH-Programm als staatliche Institution in North Carolina nahezu einzigartig ist, hat der dort entwickelte pädagogisch- therapeutische Ansatz weltweit Anerkennung und Verbreitung gefunden. Dieser „TEACCH-Ansatz“ ist mittlerweile in vielen europäischen Schulen und pädagogischen Einrichtungen bekannt und oft werden Elemente davon praktisch umgesetzt.
Das ist beispielsweise das Prinzip der Strukturierung der Situation (structured teaching) und die Visualisierung, beides Aspekte die auch in Deutschland häufig mit TEACCH in Verbindung gebracht werden. Dies sind Elemente des TEACCH-Ansatzes und werden im Folgenden näher erläutert.
Strukturiertes Unterrichten [Bearbeiten]Beim strukturierten Unterrichten geht es um die Unterstützung von Menschen mit Autismus beim Lernen. Es gibt Hilfen zur Erschließung von Bedeutungen, zur Verdeutlichung von Zusammenhängen und hilft bei der Vermittlung von Fähigkeiten um im Alltag zurecht zu kommen.
Ein wesentlicher Aspekt ist hierbei die räumliche und zeitliche Strukturierung, sowie die Gestaltung des Arbeitsmaterials. Dies wird nicht nur auf den Unterricht bezogen, sondern auf den gesamten Alltag. Aufgrund der besonderen Informationsverarbeitung profitieren Menschen mit Autismus von strukturierter Hilfe. Es fördert das Gefühl von Sicherheit und Kompetenz, denn man kann sich besser auf neue Situationen einstellen, wenn man versteht wann etwas passiert. In der pädagogischen Praxis unterscheidet man bei der Strukturierung von Abläufen Zeitpläne, Aufgabenpläne und Instruktionen. Diese sollten aber immer wieder auf ihre Notwendigkeit und Angemessenheit überprüft und gegebenenfalls reduziert werden.
Beispiele für die räumliche Strukturierung:
Ortsbezeichnungen; Raumteiler (z. B. Regale); Teppiche die bestimmte Bereiche markieren, Vorhänge; Linien auf Fußböden; Zuordnung von Gegenständen zu bestimmten Plätzen; Bilder und Beschriftungen
Beispiele für die zeitliche Strukturierung:
Klingel; Signale, Wörter; Anfangs- und Endroutine; Uhren; Zeitpläne im entsprechendem Abstraktionsniveau
Strukturiertes Material und Instruktionen:
Gestaltung der Arbeitsfläche; Visuelle Instruktionen (Schablonen, Bildfolgen, Beispiele); Anordnung des Materials in gekennzeichnete Materialbehälter
Visualisierung [Bearbeiten]Menschen mit Autismus haben häufig herausragende Kompetenzen in der Verarbeitung visueller Informationen. Diese Fähigkeit wird häufig unterschätzt, da sie ihren Blick oft nur sehr kurz auf etwas lenken. Dennoch nehmen sie mit diesem scheinbar flüchtigen Blick das für sie Notwendige wahr.
Der optische Sinn ist also der bevorzugte Verarbeitungskanal. Die Visualisierung ist außerdem beständiger und eindeutiger als Sprache und erfordert kein Verständnis sprachbegleitender (sozialer) Merkmale wie Mimik, Gestik, Tonfall. Neben dem Einsatz von Bildkarten reagieren Menschen mit Autismus häufig sehr gut auf den Einsatz von Gebärden, da auch dabei der visuelle Kanal angesprochen wird.
Raum:
Verdeutlichung der Funktion der Orte: im Raum durch visuelle Barrieren (z. B. Regale), welche die einzelnen Bereiche (Arbeiten, Pause etc.) abgrenzen; die einzelnen Bereiche durch Symbole oder Realgegenstände (z. B. Kopfhörer für Pausenbereich, Raumbeschilderung zur Orientierung im Schulhaus) kennzeichnen; Regale/Schränke mit Fotos/Symbolen beschildern (z. B. auch für Jacke, Schuhe, Mütze)
Zeit:
visuell anschaulich gestaltete Tagespläne erleichtern es, sich auf Abweichungen vom normalen Ablauf (z. B. Regenpause) einzustellen; Time-Timer (die verbleibende Zeit (z. B. für eine bestimmte Arbeit) wird durch eine immer kleiner werdende Fläche dargestellt)
Handlung:
visuell verdeutlichen, wo sich etwas befindet und/oder seinen Platz hat (z. B. Tisch-Set mit Teller-, Glas-, Besteck-Aufdruck als Orientierungshilfe zum Tisch decken); kurze Handlungen visuell verdeutlichen (z. B. die einzelnen Schritte des Hände waschens, Schuhe zubinden)
Hier ist das ganze sehr gut erklärt.Wie sowas im Alltag aussehen kann möchte ich an einem Beispiel zeigen.
Wir haben im KIGA und zu Hause z.b den "Fehler" gemacht und Felix beigebracht sich selbständig an den Tisch zum essen zu setzen. Leider haben wir nicht daran gedacht das er ab sofort jeden Tisch mit essen in Verbindung bring.
Heißt er hat gespeichert: Tisch-Stuhl-hinsetzen-essen.
Das ist ja erstmal nicht verkehrt..nur er glaubt nun an jedem Tisch wird ausschließlich gegessen und kann sich nich vorstellen das man an einem Tisch auch spielen und lernen kann.
Das führt dazu das wenn er Menschen an einem Tisch sitzen sieht sofort dort nach Essen bettelt.
Besser wäre es gewesen (bzw werden wir jetzt in Angriff nehmen) Felix zum essen an ein Tischset zu gewöhnen. Heißt da wo das Set ist gibt es essen. So ist man unabhängig vom Tisch.
Und so soll man sich eben bei TEACCH immer fragen was will ich erreichen und wie kann ich das schaffen so das derjenige nicht von einer bestimmten Person oder Sache abhängig ist.
Also das ganze ist wirklich eine praktikable Sache die man gut im Alltag umsetzen kann.
Man muß dabei aber klar sein das man wirklich in sehr kleinen Schritten und Wegen arbeitet. Also bis man so eine Sache wie die mit dem Tischset erreicht hat kann es schon mal ein 3/4 Jahr dauern.
Felix macht mittlerweile Aufgaben am Tisch..z.B kneten, Pyramiede stapeln ect..
So jetzt habe ich euch viiiel zu lesen gegeben jetzt ist es am besten ihr fragt einfach wenn ihr noch was wissen wollt.