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02.08.2006, 20:45

Du blöde Kuh ... wenn ich dein blödes Gesicht sehe

Die Sonne brennt auf den Planet nieder und jeder versucht, dieser sengenden Hitze etwas zu entgehen. Leider kann dies nicht jeder - schon gar nicht die Ein Euro Jobber im Land Brandenburg / Egsdorf.

"Die leidgeprüfte EEJ - Ein Euro Jobberin Frau A. berichtete dem Sozialticker zeitnah, welche eindrucksvollen Erfahrungen sie bei der Eingliederung in Arbeit gemacht hat:

Bei praller Mittagssonne, bemüht sich Frau A. um die Beseitigung von Sauerampfer, angetrieben durch Frau X. - welche die Trägerin einer Beschäftigungsmaßnahme ist.

Das Arbeitsamt Luckau versucht Frau A. wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Frau A. die früher einmal als Stationshilfe tätig war, musste sich wie viele aus dem Bereich - beim Arbeitsamt melden, da ihre Stelle inzwischen gegenstandslos geworden ist, weil diese durch Ein Euro Jobber - kostengünstiger zu besetzen ist. Durch den Verlust ihrer Stelle, blieb Frau A. nur noch der EEJ übrig. Der nötige Nachdruck, jegliche Arbeit anzunehmen, wurde ihr durch das Arbeitsamt verständlich gemacht.

Dem beugte sich Frau A. und trat somit die 8 km weite Reise zum Arbeitsbeginn mit dem Fahrrad an. Dort angekommen, wurde nach erst freundlicher Begrüßung schnell klar, worauf sich Frau A. einlassen muss, denn eine Ablehnung würde ihre Existenz bedrohen und den finanziellen Ruin bedeuten. Also biss sich Frau A. (EEJ) auf die Lippen und folgte den Anweisungen von Frau X. (Maßnahmeträgerin) willenlos.

Ihre Tätigkeiten umfassten:

* Hausarbeiten
* Bepflanzung des Gartens mit Tomaten, Gurken ...
* Bepflanzung eines Teiches
* mit dem Hund Gassi gehen (Schäferhund)

Dieses wurde sogar im Schichtbetrieb von Frau A. - deren Kinder zu den Sommerferien allein zu Hause auf die Mutti verzichtend ausharrten, und hofften, dass die Mutti nicht bei den Temperaturen im Straßengraben liegen bleibt - verlangt. Dem Hinweis, dass in den Ferien eine ganztägige Betreuung der Kinder nicht sichergestellt werden kann, reagierte Frau X. zynisch: "Das interessiert mich nicht, was sie für Probleme haben." Auch Beleidigungen von Frau X wie: " ... wenn ich dein blödes Gesicht sehe" oder "blöde Kuh" gehörten zum gepflegten Umgangston, welches als tägliches Ritual zu eskalieren schien.

Nachdem Frau A. versehentlich in den Trinknapf des Hundes getreten war und sich dabei ihre Hose durchnässte, wurde sie von der Maßnahmeträgerin Frau X. ermahnt: "Sie sind nicht zum baden hier, sondern um zu arbeiten".

Als Frau A. sogar sich an der Suche nach dem entlaufenden Hund beteiligte, sie aber völlig aufgelöst wieder beim Maßnahmeträger eintraf, wurde sie mit den Worten : "Höre auf zu heulen", begrüßt anstatt sich für ihre Hilfe zu bedanken. Das der Hund bereits 20 min zuvor wieder aufgetaucht war, schien unterdessen nebensächlich, ebenso das Frau A. den halben Tag in nasser Kleidung verbringen musste, interessierte keinen weiter. Eines war Frau A. jedoch nun klar geworden - dieses hält sie nicht länger aus und wandte sich vertrauensvoll an das Arbeitsamt Luckau, um ihre Lage zu schildern.

Mit dem Glauben, dass es im Luckauer Arbeitsamt noch Menschen gibt, welche auch als solche auftreten und Hilfebedürftigen die nötige Unterstützung geben werden, wurde sie ein weiteres Mal enttäuscht. Mit den Worten: "Wir stecken sie in eine andere Maßnahme, damit sie lernen, wie sie sich gegenüber dem Arbeitgeber zu verhalten haben," war Frau A. der Meinung, dass von Seiten der Arbeitsagentur dieser Fall abgeschlossen ist."

Fazit:

Nicht jeder EEJ ist auch tatsächlich auch ein EEJ. Bleibt zu hoffen, dass gewissenhafte Überprüfungen nicht im Sande verlaufen und gängige Praxis bei der Vergabe von Ein Euro Jobs wird.

(Hinweis: Namen und zugesendet Beiträge redaktionell geändert)

02.08.2006, 20:45

08.08.2006, 16:55

Familienhaftung bei Hartz IV

Nachdem CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla mit seinem Vorschlag der Unterhaltspflicht von Kindern gegenüber ihren arbeitslosen Eltern auf eine breite Front der Ablehnung stößt, muss man sich als gebildeter Mensch doch wirklich fragen, wie gut die politischen Vertreter dieses Landes überhaupt ihre eigenen Gesetze kennen. Wenn die Front der Gegner ihrer Ablehnung wirklich das politische Gewicht geben wollen, was ihre Aussagen wie ( Beispiele) :

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Sprecher des Bundesarbeitsministerium :"...völlig undenkbar...",

Juso-Vorsitzende Björn Böhning:"Es ist aberwitzig, wenn Kinder für ihre Eltern unabhängig davon aufkommen sollen, in welcher Beziehung sie zu ihnen stehen",

Parlamentarische Staatssekretär, Gerd Andres (SPD):"Man kann in einer Koalition grundsätzlich über alles reden. Aber eine Unterhaltungspflicht von Kindern gegenüber ihren arbeitslosen Eltern ist völlig undenkbar",

Grünen-Arbeitsmarktexpertin Brigitte Pothmer:"Die Forderung Pofallas sei völlig abstrus",

Kinder- und jugendpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Miriam Gruß: "Es ist schäbig, Kinder und Familien als Vehikel zur Sanierung der staatlichen Sozialsysteme zu benutzen",

Sachsen-Anhalts Sozialstaatssekretärin Christiane Dienel (SPD):"Der Vorstoß ist Schnee von vorgestern und schadet Familien",

Vizevorsitzende der Linksfraktion, Petra Pau und der Bundesvorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation Jungsozialisten, Björn Böhnin:"... einen Rückfall in sozialstaatliche Sippenhaftung",

Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider des Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV): "..nicht begründbar..",

Grünen-Geschäftsführerin Steffi Lemke: "Lebensrisiken seien keine Privatsache, sondern ein Fall für die Solidargemeinschaft"

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belegen, dann muss auch mit sofortiger Wirkung der § 9 Abs.5 SGB II abgeschafft werden, denn hier ist die "Familienhaftung" bereits fester Bestandteil und führt immer wieder zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Behörden und Antragssteller:


SGB II § 9 Hilfebedürftigkeit

(5) Leben Hilfebedürftige in Haushaltsgemeinschaft mit Verwandten oder Verschwägerten, so wird vermutet, das sie von ihnen Leistungen erhalten, soweit dies nach deren Einkommen und Vermögen erwartet werden kann.


Diese Vermutung kann in den meisten Fällen nur vor Gericht entschieden werden. Nachweise, dass eine Unterstützung nicht erbracht wird, oder aus finanziellen Möglichkeiten nicht zu erbringen ist, wird in den meisten Fällen von den Behörden nicht akzeptiert.

Kuriose Fälle, dass Kinder im gleichen Mietshaus wie die Eltern wohnen und sogar durch Treppenhaus und eigene Eingangstür getrennt sind, halten Sachbearbeiter nicht auf, Anträge gemäß §9 Abs. 5 SGB II immer wieder abzulehnen. Vielfach wird dieser Paragraph auch genutzt, um die wirtschaftliche, sowie die derzeitige Wohnsituation aller Betroffenen zu kontrollieren, denn die betroffenen Familienmitglieder müssen sowohl Einkommen als auch Vermögen detailliert nachweisen!

Also wie sind die o.g. Äußerungen zu bewerten? Die Erfahrung hat gezeigt, je mehr eine Hartz IV Regelung dementiert oder "verteufelt" wurde, desto größer war die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung.

Sollten die politischen Vertreter also zu ihren o.g. Äußerungen dennoch stehen, dann kann man ja bei der Überprüfung der Hartz IV Richtlinien zum Herbst mit der Streichung dieses Paragraphen rechnen, oder war hier die Entrüstung wieder schneller, als es das Parteibuch erlaubte?

09.08.2006, 11:10

Ihre Gesundheit ist uns zu teuer!

Die Kosten der Gesundheit sind wie üblich im Herbst jedes Jahres Streitpunkt zwischen Bundesregierung und Krankenkassenvertreter. Der Aufklärungskampagne der Bundesregierung: "Ihre Gesundheit ist uns wichtig" kann der Sozialticker nur mit dem Slogan: "Ihre Gesundheit ist uns zu teuer" kommentieren. Wie kommt der Sozialticker auf diese Aussage?

Zur Lage:

Die Bundesregierung möchte die Lohnnebenkosten senken und dabei die Beiträge zur Krankenkasse kürzen. Die Krankenkassen stöhnen über riesige Verluste und fordern jedes Jahr Beitragserhöhungen, die auch im Gegensatz zu den Kürzungen, jedes Jahr umgesetzt wurden.

Dabei haben sich Leistungen seid 2001 für die Kunden stetig verringert. Wir erinnern uns:

Arzneimittel
Mindestens 10 Prozent des Preises müssen zugezahlt werden, jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro pro Arzneimittel.
Arztbesuch
Pro Quartal muss beim Arzt oder Zahnarzt eine Praxisgebühr von 10 Euro bezahlt werden.
Belastungsgrenzen
Auch künftig gilt die Belastungsgrenze von zwei Prozent des Jahresbruttoeinkommens. Für chronisch Kranke liegt die Belastungsgrenze bei einem Prozent.
Brillen
An den Kosten für eine Brille beteiligen sich die Krankenkassen nicht mehr.
Entbindungsgeld
Wird nicht mehr gezahlt.
Haushaltshilfe
10 Prozent der kalendertäglichen Kosten müssen dazugezahlt werden, jedoch höchstens 10 Euro
Heilmittel (z.B. Massagen)
Die Versicherten müssen 10 Prozent der Kosten des Mittels dazuzahlen, zuzüglich 10 Euro je Rezept.
Hilfsmittel (z.B. Hörgerät, Rollstuhl, Schuheinlagen)
Für jedes Hilfsmittel müssen 10 Prozent dazugezahlt werden, jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro.
Krankenhaus/ Kuren
Pro Tag des Krankenhausaufenthaltes müssen 10 Euro dazugezahlt werden, allerdings für höchstens 28 Tage pro Jahr.
Sterbegeld
Wird nicht mehr gezahlt.
Im Gegenzug versprach sich Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt niedrige Beitragssätze zur gesetzlichen Krankenversicherung. Leider warten die Versicherten vergebens darauf und müssen weitere Einsparungen in Kauf nehmen, wie z.B. das Arznei-Sparpaket im Jahr 2006

Es klingt wie Satire, ist es aber nicht, sondern bittere Realität.

Einst sammelten wir Liebesmarken oder Glanzbilder. Irgendwann in den achtziger Jahren verschwand die gute, alte Rabattmarke verschämt unter dem Ladentisch und Fußballbildchen wurden auch unmodisch.

Dann hatte die Politik 1989 eine neue Idee und verordnete der Bevölkerung das Bonusheftchen. Es wurde jeder, der zum Zahnarzt ging mit einem Stempel belohnt. Die Bürger gingen brav zum Zahnarzt, wenn auch mit Grauen und sammelten Jahr für Jahr ihre Stempelchen, um später im Alter nicht ihre Mahlzeiten aus der Schnabeltasse trinken zu müssen.
So war es einst geplant. Aber was ist daraus geworden? Unser schönes Bonusheft - ist schlagartig wertlos.

Denn für den Zahnersatz muss ab dem Jahr 2005 sogar extra gezahlt werden. Die gesetzliche Krankenversicherung wird zum 1. Juli 2005 für Arbeitnehmer spürbar teurer. Statt der vorgesehenen Zahnersatzpauschale sollen Kassenpatienten 0,9 Prozentpunkte Sonderbeitrag für Zahnersatz und den Arbeitgeberanteil am Krankengeld zahlen.

Wie sehen die Kassen der Versichungen aus?

09.08.2006, 21:16

Schulbeginn und die Sorgen von Eltern mit ALGII beginnen

In vielen Teilen der BRD sind die ersten Schulanfänger wieder in den Ernst des Lebens geschickt worden. Gleichzeitig beginnt für viele Eltern mit ALG II die Sorge, für ihre Schützlinge die Mittel zur Verfügung zu stellen, die benötigt werden, um nicht als negatives Beispiel in einer der zahlreichen Pisastudien der nächsten Jahre aufzutauchen.

Leider finden Eltern hier keine wohlwollenden Regelungen von Seiten der Regierung. Während Klassenfahrten vom SGB II als zusätzlich zu erbringende Leistung definiert wurde, scheint der Gesetzgeber vergessen zu haben, dass die nachfolgende Generation neben Klassenfahrten aber auch noch andere Kosten haben, um eine erfolgreiche schulische Ausbildung zu absolvieren. Gerade der psychologische Aspekt einer Schullaufbahn wird hier vollkommen außer Acht gelassen.

Die Schultüte, der erste eigene Ranzen, Schreibutensilien und Schulbücher werden nicht bezuschusst. Wie die enormen Kosten gedeckt werden sollen, scheint der Gesetzgebung entgangen zu sein, obwohl von vielen Seiten immer wieder auf diese Notlage hingewiesen wurde. Dazu trägt auch die neue Schulgesetzgebung bei, zudem der Sozialticker berichtete.

Recycling ist zwar eine gute ökonomische Entscheidung bei der Verwertung von Müll, jedoch wirkt es sich psychologisch sehr negativ aus, wenn Kinder zu ihrem 1. Schultag mit gebrauchten Ranzen, veralteten Schreibutensilien oder Schulbücher beginnen. Ganz abgesehen, dass dieser Tag als schönste Tag im Leben eines Schülers den Reiz verloren hat und sicherlich nicht dazu beiträgt, dass diese den Gang zu Schule gerne bestreiten... sofern dies ihnen möglich ist. Wieso?

In nur wenigen Gemeinden sind Schüler von den Kosten des Schulwegs befreit oder werden großzügig bezuschusst. Vielfach ist es so, dass Kinder, diese Kosten aus ihrem Anteil des Regelsatzes bestreiten müssen. Eine Belastung, die neben anderer Kosten eine enorme Zumutung für Kinder aus ALG II Haushalten ist. Zu Zeiten der ehemaligen Sozialhilfe waren Kinder diesbezüglich besser gestellt.

Ob von Regierungsseite hier noch unbürokratisch schnell Abhilfe geschaffen wird, bleibt mahnend abzuwarten

09.08.2006, 21:23

Zum Punkt Schreibutensilien bei Schulbeginn: Ich kenne jemand dessen Enkel gerade eingeschult wird. Dazu gab es schriftliche Anweisungen von der Schule. Tinte für die Füller nur von Pelikan oder Herlitz!

Ich habe vorgeschlagen dieses Schreiben mal an Geha zu schicken, die werden die Schulbehörde verklagen daß die Heide wackelt.

09.08.2006, 21:25

Northstar hat geschrieben:Zum Punkt Schreibutensilien bei Schulbeginn: Ich kenne jemand dessen Enkel gerade eingeschult wird. Dazu gab es schriftliche Anweisungen von der Schule. Tinte für die Füller nur von Pelikan oder Herlitz!

Ich habe vorgeschlagen dieses Schreiben mal an Geha zu schicken, die werden die Schulbehörde verklagen daß die Heide wackelt.


Das gibt es also wirklich?
Meine Schwägerin aus NRW hat das schon mal erzählt, aber ich habe ihr das ehrlich gesagt nie geglaubt.
Hier kann jeder kaufen was er will.

09.08.2006, 22:35

Northstar hat geschrieben:[...] Ich habe vorgeschlagen dieses Schreiben mal an Geha zu schicken, die werden die Schulbehörde verklagen daß die Heide wackelt.


Das wird die nicht weiter interessieren, da die Geha-Werke bereits 1990 von Pelikan übernommen worden sind.

09.08.2006, 22:58

Aha, zu meiner Schulzeit waren das die beiden Konkurrenten. Wie auch immer.

09.08.2006, 23:16

Northstar hat geschrieben:Aha, zu meiner Schulzeit waren das die beiden Konkurrenten. Wie auch immer.

...ja, das erinnere ich auch.

Und eines der beiden Füllfederhaltersysteme hatte doch einen Reservetank, den man durch einen grünen kleinen Schieber unterhalb der Schreibfeder aktivieren konnte.

War das Pelikan oder Geha...?° *grübel*

09.08.2006, 23:17

Northstar hat geschrieben:Aha, zu meiner Schulzeit waren das die beiden Konkurrenten. Wie auch immer.


Wann war denn das?

09.08.2006, 23:20

Schneidi hat geschrieben:
Northstar hat geschrieben:Aha, zu meiner Schulzeit waren das die beiden Konkurrenten. Wie auch immer.

...ja, das erinnere ich auch.

Und eines der beiden Füllfederhaltersysteme hatte doch einen Reservetank, den man durch einen grünen kleinen Schieber unterhalb der Schreibfeder aktivieren konnte.

War das Pelikan oder Geha...?° *grübel*


Reservetank war Geha.

09.08.2006, 23:30

Steinburger hat geschrieben:Reservetank war Geha.

...Steini...!° - klasse...!° *inErinnerungenschwelg*

Martina aus der 8b, in die ich damals so verschossen war, hatte so einen Gehafüller. Wir küssten uns heimlich im Kartenraum...° *träum*

09.08.2006, 23:53

Bild

14.08.2006, 22:14

Verlogene oder gezielte Sozialpolitik ?
Noch im Mai diesen Jahres waren die Wohlfahrtsverbände der Meinung, dass die Regelleistungen bei ALG II zu hoch seien. ( hier zum Beitrag ) Und was muss der Bürger dieses Landes jetzt vernehmen?

Die Sozialverbände werfen der Politik “Verlogenheit” auf allen Ebenen vor und gerade NRW sei glänzendes Beispiel, wo ein Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ( CDU ), das “Jahr des Kindes” ausgerufen hatte und genau das Gegenteil eingetreten ist. Quelle: NRZ

Aber woher kommen die Vorwürfe? Anlass sind die immer erschreckenden Zahlen über Kinder in Armut die hier im eigenen Land leben. Seit Einführung des Reformsturms, den die BRD seit 2 Jahren ohne Rücksicht auf Verluste betreibt, haben sich die Zahlen der Kinder unter 18 Jahren, die in Armut leben müssen, mehr als verdoppelt.

Mit 1,35 Euro / Monat müssen Kinder ihre schulische Laufbahn bestreiten. Ein Hohn, wer bedenkt, was allein Tinte oder die neuen Schulhefte heutzutage kosten. Eine Mangelversorgung ist damit so sicher, wie das sog. “Amen in der Kirche”.

Die Pisa Studie hat nicht die Wirkung erbracht, um an dieser Situation etwas zu ändern, es scheint sogar so, als wenn dieser Trend von der Regierung unterstützt wird. Das neue Elterngeld wird die Kluft zwischen armen und reichen Familien zusätzlich noch vergrößern, da der “Geburtenabschlag” für gut verdienenden Familien zum größten Teil von Beziehern mit geringen Einkommen finanziert wird.

Soziale VerantwortungNachdem jetzt mehr als 540.000 Kinder in NRW ( die Dunkelziffer dürfte mit Sicherheit um einiges höher liegen ) unterhalb der Armutsgrenze leben - und hierbei sollte man die Eltern, Alleinerziehenden und Singles nicht vergessen, denen es in keinster Weise besser geht - werden die Sozialverbände wach.

Noch im Mai wurde der ALG II Regelsatz von den Wohlfahrtsverbänden als zu hoch anprangerte , aber wie ein Fähnchen im Wind, hat hier in manchen Verbänden ein Umdenken stattgefunden. Liegt es nur daran, das zu erkennen ist, dass die Wähler jeden Tag der Arbeit einer großen Koalition, kritischer gegenüberstehen und damit die Rückendeckung langsam verloren geht?

Bezieher von ALG II können nur hoffen, dass die Sozialverbände endlich den Kampf gegen Hartz IV mit allen Mittel unterstützen, anstatt nur große Reden zu schwingen und die Regelsatzhöhe zu bemängeln. Auch wenn diese Verbände ihre Daseinsberechtigung aus dem Leid der Hilfebedürftigen beziehen, muss allen Betroffenen klar sein:

Wo keine Hilfebedürftigen mehr sind - da auch keine Sozialverbände

Kinderarmut allein zu bekämpfen macht keinen Sinn, wenn nicht ein allgemeines Umdenken bei Hartz IV stattfindet. Regelsätze sollten so angepasst werden, dass ein menschenwürdiges Dasein gesichert ist. Stigmatisierungen und Diffamierungen müssen der Vergangenheit angehören. Verbände und Betroffene müssen endlich lernen, miteinander an Änderungen zu arbeiten, die dazu beitragen, dass Hartz IV für alle erträglicher und sozialer wird.

Zu dieser Debatte das Unwort des Jahres: Ausbildungsferne Schichten = sozialbenachteiligte Bevölkerungsschichten, denen man nur wegen ihrer gesellschaftlichen Zuordnung bereits eine Benachteiligung in der Ausbildung zubilligt.

Wenn dieses Unwort erst einmal Einzug in den deutschen Duden hält, dann ist es um die Zweiklassengesellschaft in Deutschland geschehen!

15.08.2006, 13:37

Hurra der Aufschwung ist da !

In allen Medien wird froh und stolz verkündet, dass Deutschland sich im Konjunkturaufschwung befindet. Wie lange haben sich das alle Bürger gewünscht. Große Firmenbosse geben ihren Namen für die frohe Botschaft und stimmen in den Kanon der Politiker mit ein.

Aber aufgepasst, Aufschwung ist nicht gleich Hochkonjunktur!

Wenn Politiker vom Aufschwung reden, wie Marktschreier lauthals ihre Ware anpreisen, dann ist ihr primäres Ziel, die verlorenen Wähler zurück zu gewinnen, welche für die schlechten Umfragewerte in den letzten Wochen gesorgt haben, Dies geschieht am besten mit zweifelhaften Statistiken über Wirtschaftsdaten, die eine Besserung der prekären Lage voraussagen. Mit Prozenten, kann man dies besonders gut, denn eine Retoureberechnung ist meist nicht durchführbar.

Was ist, wenn ein Unternehmer vom Aufschwung beflügelt, dennoch jammert? Je nach Situation, werden zuerst einmal seine Kosten in den Vordergrund gestellt, welche als Vorleistung zu erbringen sind, um sein Produkt an den Mann zu bringen. Nach kurzer Pause aber - zeigt sich, welch kraftstrotzender Stier er im Wirtschaftssystem ist und wie mit satten Gewinnen nach gesellschaftlicher Beachtung verlangt wird. Schließlich muß er ja seinen "politischen Freunden bzw. Ehrenämtlern", den Börsianern - neben Rede und Antwort auch diese bei bester Laune halten. In prunkvoll ausgestalteten Veranstaltungen, werden dann all denen die Hände geschüttelt und Schultern geklopft, welche ihren Stuhl im Betriebsrat bzw. in der Personalabteilung stehen haben und ständig bemüht sind, den letzen Cent aus den Untergebenen zu pressen. Ständige Korruptionsvorwürfe in denen von neuen Autos, Häusern, Millionen von Eurobeträgen bis hin zu "flotten Mädels" die Rede ist, lassen dem Motto:" Geht es meinem Geschäftspartner gut - wird es mir auch gut gehen", eine besondere Note verleihen.

Wenn aber die Arbeitslosenverwaltungen vom umjubelten Aufschwung reden, dann haben sie den Weg - "Wie verstecke ich Millionen Erwerbslose im System, dass weder die Politiker, noch die Unternehmer - von täglich tonnenweise anfallender Briefpost belästigt werden?" - gefunden. Es ist schon bemerkenswert, welche finanzielle Mittel dabei frei gemacht werden und nebenbei auch schnell noch der Europäische Sozialfond gemolken und geleert wird. Im Freistaat Sachsen werden bald die Räder mit 30 Millionen Euro neu erfunden, im Rest Deutschland, drehen die Räder einiger Ämter völlig frei. Was dort mit Händen und Schweiß aufgebaut wurde, reißen diese auch gleich wieder ein, denn schließlich möchte man ja sich stehts und ständig am Melkeimer von Europa labend bedienen. Die Sinnlosigkeit, Kuriosität oder Straffälligkeit einiger Beschäftigungsmaßnahmen kommen sogar der Schwarzarbeit gleich und lassen diese dagegen noch harmlos wirken. Und wenn die Briefpost schon nicht den Aufschwung im Amt schafft, dann winkt immer noch die Hoffnung - die mit dem Aufschwung verbundene Verbesserung von Serviceleistungen multimedial zu nutzen.

Tut Tut Tut .... leider sind alle Plätze belegt, bitte rufen Sie später noch einmal an!

Wie reagiert nun ein Erwerbsloser, wenn ihm der Aufschwung suggeriert und offeriert wird? Ihm schießen neben den Tränen auch radikale Schockwellen durch den Kopf, welche nur noch schwer kontrollierbar und mit Abstand - welchen ja die Gesellschaft von dieser Schicht haben möchte - zu bändigen sind. Immerhin bekamen diese Menschen, nach dem Reden der Politiker, gerade den erhofften und propagierten Aufschwung, welcher zum Wohle nach dem Grundgesetz, einen Höhepunkt nach dem anderen jagt und das Leben lebenswerter gestalten läßt.

Die Vorteile im Überblick:

* seine Stelle wurde gestrichen
* seiner Ersparnisse wurden er beraubt
* seine Unterkunft ist ihm nicht mehr sicher
* seine Freiheit wurde gravierend eingeschränkt
* seine Gesundheit ist gefährdet
* seine BG - Nummer bekam er überreicht
* seinen Verlust von Kaufkraft ist im sicher
* seine Erbfolge hat sich geändert
* seine Auflagen gleichen dem Strafvollzug
* .... (hier kürzen wir mal die Liste ab)

Ja, solch einen Aufschwung haben sich die vielen Millionen Menschen in diesem Land gewünscht und haben neben den einstürzenden Mauern und zahlreichen Demonstrationen dafür gekämpft, dass der Aufschwung aufzuschwingen beginnt. Dank der treuen Linie einer unredlichen Koalition, haben wir nun glückliche Politiker, zufriedene Unternehmer und um’s Leben kämpfende Erwerbslose.

Hurra - der Aufschwung ist da !!!

15.08.2006, 13:38

Ich finde den Sozialticker ja gar nicht schlecht, streckenweise ist er mir aber wirklich zu negativ. :???:

15.08.2006, 18:23

Messi hat geschrieben:Die Vorteile im Überblick:

* seine Stelle wurde gestrichen
* seiner Ersparnisse wurden er beraubt
* seine Unterkunft ist ihm nicht mehr sicher
* seine Freiheit wurde gravierend eingeschränkt
* seine Gesundheit ist gefährdet
* seine BG - Nummer bekam er überreicht
* seinen Verlust von Kaufkraft ist im sicher
* seine Erbfolge hat sich geändert
* seine Auflagen gleichen dem Strafvollzug
* .... (hier kürzen wir mal die Liste ab)

Ja, solch einen Aufschwung haben sich die vielen Millionen Menschen in diesem Land gewünscht und haben neben den einstürzenden Mauern und zahlreichen Demonstrationen dafür gekämpft, dass der Aufschwung aufzuschwingen beginnt. Dank der treuen Linie einer unredlichen Koalition, haben wir nun glückliche Politiker, zufriedene Unternehmer und um’s Leben kämpfende Erwerbslose.

Schneider wird das rundweg abstreiten.

17.08.2006, 00:41

Hartz IV die Quadratur des Kreises oder fanatischer Darwinismus ?

Es ist schon eine recht merkwürdige Reform, die Hartz IV Arbeitsmarktrefom, mit all ihren Verschärfungen und den ständigen Rufen, Erwerbslose in diesem Land mehr unter Druck zu setzen. Seit mehr als 1,5 Jahren versucht der Gesetzgeber etwas mit enormen Geldaufwand zu reformieren, was jahrelang als zweigliedriges System wesentlich kostengünstiger funktioniert hat, als Hartz IV. Dieses Musterprojekt eines scheiternden Kanzlers - als Mahnmahl seiner Politik, sollte in erster Linie Erwerbslose in sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze bringen. Von 2 Millionen und mehr Arbeitsplätzen war die Rede, doch diese Aussichten trübten sich mit jedem Monat. Verbissen wird versucht, die Statistiken so darzustellen, als wenn es den Erwerbslosen von Monat zu Monat besser geht. Wer allerdings hinter die Kulissen schaut, sieht, dass ALG Empfänger zu ALG II Empfänger werden, ALG II Empfänger entweder aus den Bezug gedrängt, oder durch Maßnahmen so geschickt aus der Statistik verschwinde n, dass ein positiver Trend dem Bürger vorgegaukelt wird.

Dem Erwerbslosen wird aufgebürgt, alles zu unternehmen, um seine Bedürftigkeit zu mindern. Auf der anderen Seite wirft der Gesetzgeber immer mehr Steine in genau diese Bemühungen.

Da werden Hilfebedürftige in Ein Euro Jobs gedrängt, ohne das man auch nur annähernd versucht hat, diese in eine sozialversicherungspflichtige Stelle zu vermitteln. Andere werden abgeschrieben und in die 58er Regelung verschoben. Weitere werden von Maßnahme zu Maßnahme gescheucht, mit dem Ziel, die Statistiken zu schönen, nur - um den Bedürftigen nicht zu helfen.

Die Stellensuche braucht Zeit und organisatorische Ruhe, dass ist kein Geheimnis. Nur wie sollen Hilfebedürftige dieses finden bei der ständigen Hetze, von EEJ zu EEJ oder Maßnahme zu Maßnahme. Das schlimmste, was den Hilfebedürftigen widerfährt, ist das Gefühl, von der Gesellschaft abgeschoben worden zu sein. Man will sich der Verantwortung einer Arbeitslosigkeit in diesem Land entziehen, indem man die Betroffenen und deren Nöte aus den Augen verliert, anstatt die Wurzel des Problems zu erkennen und anzugehen.

Ein Mindestlohn und die Abschaffung vom Niedriglohnsektor, wäre eine Lösung, doch hier ist die Lobby der Arbeitgeber größer, als die der Vernunft.

Nun stellt sich die Frage, ist Hartz IV die Quadratur des Kreises?

Seit Einführung von Hartz IV ist / sind:

*die Anzahl, der in Armut lebenden Kinder gravierende Ausmaße angenommen und ein Ende ist nicht zu sehen,
*die Kosten von Hartz IV ständig gestiegen und werden in Zukunft noch weiter steigen,
Arbeitsplätze nicht geschaffen worden, sonder werden täglich weiter reduziert,
*durch EEJ und dem unbarmherzigen Druck, die Zahl der Geringverdiener angestiegen, die dann wiederum ergänzendes ALG II beantragen müssen,
*die Rufe lauter geworden, dass die Regelsätze weit unter der realen lebensnotwendigen Abdeckung liegen,
*Suppenküchen, Sozialkaufhäuser und mobile Ärzte für Obdachlose noch nie so stark frequentiert worden,
*die Zahl der Obdachlosen und Mitbürger ohne Krankenkassenschutz dramatisch gestiegen !

Wie also rechtfertigt eine Regierung den erhöhten Druck, Diskussionen über Leistungskürzungen und weitere soziale Einschnitte, wenn man nicht einmal bereit ist, die eigenen Fehler objektiv mit den Betroffenen zu diskutieren und gemeinsam versucht, Lösungen zu finden. Erwerbslosigkeit ist kein Berufwunsch, sondern eine Notsituation, in der geholfen werden muss und nicht mit Maßregelungen und Vorschriften drangsaliert werden darf. In unseren europäischen Nachbarländern, wird den Erwerbslosen die Hilfe angeboten, die hier in der Servicewüste Deutschland in keinster Weise bekannt ist. Wie ist es sonst zu erklären, dass Antragssteller kaum umfassend bei Antragsstellung aufgeklärt werden, wohin gegen vielmehr der Trend besteht, je mehr Leistungen der Sachbearbeiter dem Antragssteller verschweigt oder verweigert, desto höher steht der Erfolg der Behörde.

Aber vielleicht sind wir alle nur zu sehr geblendet von dem eigentlichen Ziel. Sind Erwerbslose möglicherweise auch nur Opfer von Fanatikern mit übertriebenen Darwinismus. Veränderungen wie die Elterngeldregelung, bevorzugen bestimmte Bevölkerungsschichten mehr als andere und würden diese These unterstützen.

18.08.2006, 20:01

Slums auch bald in Deutschland?

Ein paar Quadratmeter Platz in einer Wellblechhütte, kein Klo und kein Strom - das ist der Alltag von Millionen Familien in Manila, Bombay, Lagos oder Dhaka. Wer noch weniger Geld hat, lebt in einem Zelt, wer ein bisschen Glück hat vielleicht in einem kleinen Steinhaus. “Eine tickende soziale Zeitbombe” nennt der jüngst veröffentlichte Bericht der UN-Organisation Habitat über den Zustand der Städte die steigende Zahl von Slumbewohnern in Asien, Afrika und Lateinamerika. Die Städte der Schwellen- und Entwicklungsländer boomen - und mit den Wolkenkratzern wächst auch die Armut.

Doch wie sieht es in Deutschland aus?

Wer kennt nicht die vielen Ecken, wo sich die aus der Gesellschaft ausgestoßenen Menschen am Bier festhaltend - gegenseitige Unterstützung geben und sich wie Abfall behandelt fühlen. Sie treffen sich in Parkanlagen oder direkt beim Discounter um die Ecke. Viele vorbeigehende Passanten versuchen einen Bogen um das Grüppchen zu machen oder fühlt sich schon vom Anblick unwohl. Was dabei gedacht wird, sollte jeder im Eigentest beantworten. Einst in hoch dotierten Jobs tätig, dem Ergebnis einer falschen Arbeitspolitik unterlegen und als Opfer von Macht und Geldgier in den Ruin getrieben, treffen sie sich tagtäglich, um Perspektiven einer Zukunft zu finden, oder einfach nur unter sich zu sein.

Leider tendieren deren Aussichten gegen Null !

Gibt es denn schon “Slums” in Deutschland? Der Sozialticker behauptet - Ja ! Diese sind meist ungesehen und fernab der Realität, die der Bundesbürger zu sehen wünscht. Auch so genannte “Waldbewohner” sind schon in den Gebieten anzutreffen, wo ein gezielter Rückbau von Wohnanlagen ökonomisch betrieben wird. Gerade seit Einführung von Hartz IV, werden Menschen in Gebiete gepresst, wo eine städtische Versorgung mangelhaft bzw. gar nicht mehr denkbar ist. Abriss kommt vor Versorgung und ein bezahlbares Dach über dem Kopf fällt der Geldgier zum Opfer bzw. unterbindet jegliche Menschenwürde. Wie auch bei den Vorbildern aus den Großstädten der Welt bekannt, möchte man auch in Deutschland eine “Armutsfreie Zone” in den Städten erreichen und diese Menschen vom Stadtkern fern halten. Dort wird bereits der Grundstein einer Verslummung gelegt, welche nicht mehr aufhaltbar zu sein scheint und von der Politik gesteuert bzw. kontrolliert durchgesetzt wird. Eine “Vereinsamung” der Innenb ereiche nimmt man gerne in Kauf … ja kaufen sollen alle kommen, nur wohnen - Nein Danke !!!

Wie unwürdig die Situation in den Elendsvierteln bereits ist, beschreibt ein UN-Bericht deutlich. Danach lebt inzwischen jeder sechste Erdbewohner ohne Infrastruktur, Zugang zu medizinischer Hilfe oder einer Schule. Die Hütten der Armen stehen auf den Restplätzen der Städte, unter Brücken, neben Bahngleisen, von Lärm und schlechter Luft umgeben. In Städten wie Bombay oder Delhi oder Metro Manila wohnt inzwischen mehr als jeder Zweite in einem Elendsviertel. In Deutschland sind diese Fakten ähnlich und auch gegeben. Man erinnere sich an die hier in Armut lebenden Kinder und deren Eltern, welche sich einst zum Wohle aller aufopferten und nun im täglichen Kampf um´s Überleben ringen.

Schon jetzt können viele Städte den Ansturm der Menschen nicht mehr verkraften bzw. finanzieren. Es gibt zu wenig bzw. keine Arbeit und zu wenig Wohnraum - welcher für “angemessen” erachtet und entsprechend “verteuert” wird - für alle, die nicht mehr in dieses System passen. Nach Schätzungen von UN-Habitat landen jedes Jahr 27 Millionen Menschen neu in den Slums der Großstädte. Zahlen aus Deutschland, liegen bereits jedem vor und sind sogar neben den Politikern auch den Gerichten bekannt geworden. Die monatliche Erfolgsstory ist in den Medien ja immer als Erfolg gefeiert worden und läßt den Politiker einen Aufschwung suggerieren.

Weiterhin verlangt man von den Ärmsten eine Kostensenkung ihrer Wohnlage, statt die Verursacher dieser Kosten gesetzlich zum Einhalt zu bewegen und dort einen Riegel vorzuschieben. Nur dazu ist keiner bereit.

Ergebnis: Es fehlt nur noch der entscheidende Funken, der die lodernde W…Glut zum unkontrollierbaren Flächenbrand entfachen lässt, wobei die heutigen Ignoranten es im Unverstand erdrücken möchten - den Armen, aber als einzige Wärmequelle bleibt, um die harten Winter zu überleben

24.08.2006, 23:10

Bye bye Germany - oder die Flucht vor der Zukunft!

Hauptsache Arbeit, egal wo, egal wie, jedoch weit weg von einer staatlichen Verfolgungsbetreuung und Hartz IV Schnüfflern - so denken immer mehr Deutsche. Seit dem Krieg, sind nicht mehr so viele Menschen ausgewandert wie zu hartzigen Zeiten. Ihr neues Zuhause kennen sie oft nur aus dem Urlaub, sofern es Urlaub jemals gab, da sich viele keinen mehr leisten konnten. Egal - Hauptsache weg aus Deutschland.

145.000 Deutsche wanderten nach dem Statistischen Bundesamt zufolge aus - und das sind nur die, die sich ordnungsgemäß abgemeldet haben. Wie viele pendeln oder ihren deutschen Wohnsitz formal behalten, darüber lässt sich nur spekulieren, sagen Fachleute. Viele treibt die pure Not ins Ausland. Eine Not, die diese Regierung nicht erkennen möchte und auch von den Arbeitslosenverwaltungen monatlich schön geredet und in Erfolgszahlen präsentiert werden, wo schon Experten sich fragen, wohin diese Menschen wohl geflohen sind, welche nicht mehr in der Statistik auftauchen.

"Bis vor einigen Jahren sind größtenteils Akademiker weggezogen, sagt Nana Seidel von der Universität Bremen, die über die Auswandererwelle gerade ihre Doktorarbeit schreibt. Die intellektuellen Weltenbummler suchten neue Erfahrungen oder bessere Karrierechancen, so die Soziologin. Inzwischen packen aber immer mehr Arbeiter und Facharbeiter ihre Sachen, einfach weil sie hier keine wirtschaftliche Chance mehr sehen. Tschüs-AG statt Ich-AG."

Auf den Jobmessen herrscht Aufbruchstimmung und auf den Internetseiten sind nie gekannte Zugriffszahlen zu verzeichnen. Sämtliche Fragen gehen in eine Richtung - Bye bye Germany, denn von Deutschland haben die meisten gründlich die Nase voll. Auch die Trennung von Partnern und Familie, konnten die Betroffenen keine Rücksicht mehr nehmen. Man bezeichnet dies schon als "Überlebenstrieb" von Ausgestoßenen. Statt gemeinsamer Lebensplanung, machen sich persönliche Ängste breit und unterliegen allen Vorstellung auf ein besseres Leben. Die "Ausreißer" finden sich in Grüppchen zusammen, immer wieder wird laut über die Regierung und deren Politik geschimpft und versucht, Gründe zu finden, dieses Heimatland nicht verlassen zu müssen. Die Ergebnisse halten sich in den Grenzen, die es gilt zu überwinden. "Überall ist es besser als hier" - davon scheinen viele der Auswanderer überzeugt zu sein.

Von den Ländern, in denen ihre Zukunft liegen soll, wissen sie fast nichts. "Viele Auswanderer haben ziemlich naive Vorstellungen von ihren Zielen, das haben die Berater von den Arbeitsämtern immer wieder berichtet". Ob dies auch immer die Wahrheit ist ... sei genauso fraglich, wie die Berater der Ämter vom eigenen Arbeitsmarkt eine Ahnung haben. Das Ziel ist bei vielen schon zur Nebensache geworden, denn an den Gedanken einer Zukunft in Deutschland, schießen den Betroffenen die Tränen in die Augen ... welche nun auf Reise gehen werden.
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