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BeitragVerfasst: 28.08.2006, 02:26 
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Onkel
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Statt Chance nun doch nur der Bodensatz der Gesellschaft?

600.000 bis 700.000 Empfänger von Arbeitslosengeld II gehen einer Teilzeitbeschäftigung nach. Diese Chance auf einen Wiedereinstieg in den 1. Arbeitsmarkt soll jetzt nach Willen der Regierung ein Riegel vorgeschoben werden. Für einen entsprechenden Plan sagte der Vorsitzende der CDU-Arbeitnehmerschaft, Karl-Josef Laumann, Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) seine Unterstützung zu.

Seit einiger Zeit ist der deutsche Arbeitsmarkt, leergefegt mit sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstellen. Eine schwache Konjunktur, das Bestreben der Unternehmen trotz Milliarden Gewinne, weiter den Stellenabbau und somit den Niedriglohnsektor zu fördern, führte indirekt zur Förderung von Mini- und Midijobs. Diese Stellenangebote, welche früher gerne als Studenten- oder Schülerjobs bezeichnet wurden, sind heute vielfach die einzige Chance für Erwerbslose wieder am Arbeitsleben und dem damit verbundenen Arbeitsrhythmus teilzunehmen. Welche Konsequenzen stetige Passivität haben kann, erläuterte der Sozialticker bereits in seinem Bericht:
Hartz IV - seelenlose Armenfürsorge (http://www.sozialticker.com/hartz-iv-se ... sorge.html)

Nun aber soll diese Chance, den Erwerbslosen auch noch genommen werden. 600.000 bis 700.000 Empfänger von Arbeitslosengeld II, wenn sogar nicht weit mehr, sollen nach Plänen nun wieder in die Passivität des Erwerbslosenleben zurückgeworfen oder in sinnentleerten Ein-Euro-Jobs für kommunale "gemeinnützige" Tätigkeiten eingesetzt werden.

Die Begründung:
Ziel von Hartz IV sei es gerade nicht gewesen, dass die Leute “sich in der Arbeitslosigkeit einrichten”.

In den Ohren der Millionen Erwerbslosen müssen diese Worte des Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) wie Hohn klingen. Ihre Bemühungen, um ein menschenwürdiges Leben, erhält mit solchen Aussagen nie gekannten Zynismus, zumal man nicht vergessen darf, das dieser Hinzuverdienst die Kosten für Hartz IV in einem nicht unbedeutenden Rahmen senkt.

Von ca. 400 Euro Hinzuverdienst, werden ca. 240 Euro auf das ALG II angerechnet oder abgezogen !
Wer hier also davon redet, das Erwerbslose mit dem Hinzuverdienst, die Basis für eine Hängematte Hartz IV schaffen, der kann nicht wissen, wovon er redet.

Als unverantwortlich bezeichnet der Sozialticker die Entsorgung der Hinzuverdienstmöglichkeiten, ohne im Ausgleich für einen Mindestlohn und Bürgergeld zu sorgen.

Es darf nicht sein das Erwerbslose in diesem Land nur noch der Bodensatz der Gesellschaft sind!

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Verfasst: 28.08.2006, 02:26 


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BeitragVerfasst: 28.08.2006, 02:29 
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Onkel
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Messi hat geschrieben:
Seit einiger Zeit ist der deutsche Arbeitsmarkt, leergefegt mit sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstellen. Eine schwache Konjunktur, das Bestreben der Unternehmen trotz Milliarden Gewinne, weiter den Stellenabbau und somit den Niedriglohnsektor zu fördern, führte indirekt zur Förderung von Mini- und Midijobs.


Macht ruhig weiter so. Aber macht die Rechnung nicht ohne den Wirt! Irgendwann, bei der derzeitigen Entwicklung, werden viel Bürger nur noch ein Minimum an Waren konsumieren(können), und spätestens werden viele begreifen, das Abbau immer ein Schritt zurück ist.

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BeitragVerfasst: 28.08.2006, 08:51 
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Münte-Fan und Koalitionswähler Schneider wird Dir das sicher genau schönerklären können, Messi.

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"Wer als Hartz IV Empfänger genug Kraft für ein Ehrenamt findet, der sollte dann die Kraft da hineinlegen, Arbeit zu finden." (Thilo Sarrazin, SPD, Ex-Finanzsenator von Berlin)


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BeitragVerfasst: 28.08.2006, 11:46 
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Northstar hat geschrieben:
Münte-Fan und Koalitionswähler Schneider wird Dir das sicher genau schönerklären können, Messi.

...ich bin kein Koalitionswähler, Northstar - und diese hätte ich schon gar nicht gewählt.

Ich bin SPD-Wähler mit Leib und Seele.


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BeitragVerfasst: 28.08.2006, 12:16 
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Schlimm ist es, das diese Regierung alles unternimmt, nur nicht das problem an der Wurzel zu packen. Das Problem sind nicht die faulen Leute, sondern die mangelnden Stellen.
Aber das wird sich auszahlen, bei den nächsten Wahlen wird die PDS ind den neuen Bundesländern wohl weit über 30 % kommen.

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BeitragVerfasst: 28.08.2006, 12:23 
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Schneidi° hat geschrieben:
...ich bin kein Koalitionswähler, Northstar - und diese hätte ich schon gar nicht gewählt.

Ich bin SPD-Wähler mit Leib und Seele.

Und die SPD ist nun mal Teil dieser Koalition. "Echte" Sozialdemokraten, und ich gestehe Dir mal zu daß Du von der Einstellung her einer bist, wären lieber in die Opposition gegangen.

Aber diese Klärwerk-Sozis kleben ja an den Ministerposten.

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BeitragVerfasst: 28.08.2006, 12:28 
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Schneider,
deine Nibelungentreue zur SPD trägt wirklich schon religiöse Züge. Wer hat denn das Hartz-Programm mit großem Bohei (Berliner Dom, drunter gings ja bei Gazprom-Schröder nicht) aufs Gleis gestellt?

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BeitragVerfasst: 28.08.2006, 21:46 
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Seit dem 18.08.2006 ist übringes das AGG in Kraft getreten.
Ich weiß nicht ob das allen schon bekannt ist, sonst hier der Link: Klick!

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BeitragVerfasst: 04.09.2006, 15:36 
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Die Angst regiert am Arbeitsplatz

Die Angst geht bei den deutschen Beschäftigten um. Befürchtungen einer möglichen Leidensgleichheit, wie es die "Landsleute in Hartz IV" erleben müssen, steigern sich bei jeder Empfindungs- und Verhaltenssituation in Ungewissheit, Anspannung und Furcht, welches durch eintretende oder zu erwartete Bedrohung von Arbeitslosigkeit hervorgerufen wird.
Die Angstsensitivität nimmt prozentual derart zu, wie sehr eine Person dazu neigt, Angst vor somatischen Angstreaktionen zu entwickeln und steigert sich zum Herzrasen, sobald Briefkästen geleert oder der Chef zum Gespräch bittet. Biologisch gesehen ist die Angst ein Stresszustand von starker Intensität als Antwort auf eine wahrgenommene Bedrohung, verbunden mit einem Gefühl körperlicher Spannung sowie starken Impulsen, der Situation zu entfliehen. Nicht immer kann man der Situation aus dem Wege gehen. Bewusst nutzen findige Geschäftsleute diese Körpereigenschaft aus, um dem Gegenüber ihren Willen aufzuerlegen.

Ungewissheit prägt die Angst
Doch wie äußert sich nun dieser Zustand? Beschäftigte verzichten aus Sorge um ihren Arbeitsplatz auf Urlaub, gehen nicht mehr zum Arzt oder lassen sich Rund um die Uhr mit Aufgaben betrauen, bis der wohlklingende Satz: "Ja Chef ... ja - mach ich Chef" durch die Räume hallen. Es grenzt sogar schon an Hörigkeit dem Unternehmen gegenüber bzw. der völligen Willenlosigkeit - um gegen dieses Treiben ein Ende zu setzen. Dies geht aus mehreren Umfragen hervor, in denen sogar bis zu 57 Prozent der Befragten auf Urlaub verzichten würden, nur um den Arbeitsplatz für 2 Monate länger zu erhalten.

Der Deutsche lebt um zu arbeiten - andere arbeiten um zu leben!

Es schnieft und trieft aus den deutschen Nasen in allen Bereichen, weil Arztbesuche gegen Arbeitsplatz gesetzt werden und die Beschäftigten sich quälend untergeben. Sobald keine Möglichkeit einer Besserung in Aussicht steht, lassen sich die Angestellten krankschreiben und bekommen meist postwendend zum Krankenschein auch die Kündigung ins Haus serviert. Fraglich wäre nun, ob ein in Angst arbeitender Angestellter mehr Leistung erbringen kann, als ein im freien Willen zur Leistung strebender Beschäftigter fähig wäre?

Die Antwort ist schnell aus dem Blickwinkel von Unternehmen gefunden worden. Frei nach dem Motto: Angst regiert die Welt, gibt man den Betroffenen das Gefühl und ein in die Zukunft gerichtetes Warnsignal, wogegen jeder versucht, sich vor dieser drohenden Gefahr des Verlustes vom Arbeitsplatz, zu schützen. Unternehmer aktivieren den Selbsterhaltungstrieb beim Angestellten und bedient sich damit der Angst als Druckmittel, die jeder Mensch besitzt. Wie gravierend sich dies bemerkbar macht, hat der Sozialticker in einer Umfrage getestet - mit einem erschreckenden Ergebnis.

Frage:

* Möchten oder wollen Sie zur Arbeit gehen?
* Müssen oder sollen Sie zur Arbeit gehen?

87 Prozent der Befragten, "müssen oder sollen" zur Arbeit antreten. Nur 13 Prozent der befragten waren mit Herz und Seele bei der Sache. Dazu sollte auch beachtet werden, dass die Befragten aus allen Bereichen - ob selbständiges oder nichtselbständiges Einkommen erzielt wurde - der Befragung sich stellten. Viele gaben sogar an, dass sie "gewillt wurden" Überstunden zu machen bzw. auf Urlaubstage zu verzichten. Die Anzahl der Stunden, pegelte im Bereich zwischen 2 - 5 Stunden täglich und fasste sogar auch eine Wochenendarbeit und Feiertagsarbeit in Betracht. Bei 62 Prozent aller Befragten, wurden durch den "Chef" sogar gewisse Überstunden - als unentgeltliche Bereitschaft vorausgesetzt und mit nur einem "Augenaufschlag" zur Willensbekundung beim Beschäftigten vereinbart.

Entweder Überstunden - oder Sie können gehen!

Abschließend ist zu sagen, dass durch die Angst in den deutschen Unternehmen ein Klima geschaffen wurde, welches vor 1000 Jahren herrschte und sich nicht gerade produktiv im Betriebsklima der heutigen Zeit einbringt.

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BeitragVerfasst: 03.10.2006, 16:13 
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Onkel
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Könnte fast von mir stammen:


Desaströse Vermittlung in Arbeit

Zentrale der BAZiel der Arbeitsmarktreform ist es bzw. sollte es gewesen sein, die Vermittlung in Arbeit effektiver zu gestalten. Dazu hat der Sozialticker - knapp 2 Jahre nach Einführung dieser Gesetze, eine Umfrage zur Vermittlung in Arbeit gestartet, welche ein erschütterndes Ergebnis offenbart. In dieser Umfrage ging es speziell um die Arbeitsangebote, welche von den Agenturen an die Erwerbslosen ausgeteilt werden sollten und medial vom Arbeitsministerium und der Bundesagentur für Arbeit als pompöse Werbung für diese Reformen genutzt wurde.

Erschreckendes Ergebnis der Umfrage:

* Bisher haben 82 Prozent aller Arbeitslosen innerhalb eines Jahres noch gar kein Angebot von ihren Arbeitsverwaltungen bzw. Arbeitsvermittlern erhalten.
* In 17 Prozent der Fälle, wurde nur eine sehr geringe Anzahl von Arbeitsangeboten unterbreitet. So erhielten die Erwerbslosen innerhalb des letzten Jahres wenigstens 1 - 5 Angebote von ihren Fallmanagern.
* Nur 1 Prozent der Betroffenen gab an, mehr als 5 Angebote bekommen zu haben.

Diese Umfrage kennzeichnet einen Jahreszeitraum, sowie den verbitterten Versuch - Erwerbslose in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen und zeigt im niederschmetternden Ergebnis die Unfähigkeit von Verwaltungen auf, welche die gesetzlich geforderten Traumziele der Politik in die Realität umzusetzen sollten - nach dem Motto: Koste es was es wolle … wir brauchen sinkende Arbeitslosenzahlen. Vom Aufschwung kann bei solchen Vermittlungsbemühungen seitens der Ämter wohl keiner mehr sprechen. Auf eine Anfrage beim Ministerium für Arbeit, warum solche Zustände in der Arbeitsvermittlung immer noch bestehen, antwortete Jeane Gehn, Kommunikationscenter des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales:

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Zuschrift, die ich gern an die zuständige Fachabteilung weiterleiten möchte. Um Ihnen baldmöglichst die gewünschte Antwort zukommen lassen zu können, benötige ich jedoch Ihre postalische Anschrift. Bitte ergänzen Sie daher den Vorgang mit Ihren Absenderangaben und senden ihn erneut komplett ab. Dieses Schreiben ist im Auftrag und mit Genehmigung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales durch das Kommunikationscenter erstellt worden und dient Ihrer Information.

Mit freundlichem Gruß
Jeane Gehn Kommunikationscenter
Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Eine detaillierte Antwort zur Thematik blieb wie erwartet bis heute aus. Auch eine Anfrage an die Hauptverwaltung in Nürnberg, wird bisher mit “stillschweigen” beantwortet. Man kennt also die Situation die miserablen Lage und möchte diese noch weiter verschärfen, aber nicht kommentieren, denn wo nichts zu vermitteln ist bzw. vermittelt werden kann, sollte auch keiner sanktioniert werden. Aber genau an diesem Punkt erwachen plötzlich die Politiker und Arbeitsverwaltungen mit Propagandawellen und warnen die Erwerbslosen, welche angebotene Jobs nicht annehmen wollen - mit der vollen Härte des Gesetzes.

Nur welche Jobs das sein sollen, wurde nicht erwähnt. Ein “Fördern und Fordern” kann somit ausgeschlossen werden. Welchen Sinn dieser “finanzielle Blödsinn” noch macht, spiegelt sich bei den steigenden Kosten vom Arbeitslosengeld II wieder. Diese steigen unaufhaltsam mit dem Glauben an die Vermittlung in Arbeit.

Genauso erschreckend ist die gegenseitige Mitwirkung von Optionskommunen und der Bundesagentur für Arbeit. Erst mit einer Klage vor dem Sozialgericht Fulda wurde die BA dazu verpflichtet, die bis dahin nur im Verwaltungsbereich der BA befindlichen Stellenangebote auch für die Optionskommunen frei zur Verfügung zu stellen. Eine direkte Übermittlung dieser Daten an die 69 bundesweit zugelassenen Optionskommunen, die im Wege einer Erprobung alleine für die Betreuung von Langzeitarbeitslosen verantwortlich sind und in diesem Rahmen auch die Aufgabe der Vermittlung von Langzeitarbeitlosen von der Bundesagentur übernommen haben, wurde bisher von der Bundesagentur unter Hinweis auf den Schutz von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen des Arbeitgebers abgelehnt.

http://www.sozialticker.com/sozialgericht-fulda.html

Wie dumm nur, dass aber bis heute der Großteil der Optionskommunen nicht über die technischen Voraussetzungen verfügen, diese Daten auch auszuwerten und den Leistungsempfänger von ALG II , werden , sofern sie sich beim Stelleinformationssystem (SIS) der Agentur für Arbeit vor Ort erkundigen, von den dortigen Sachbearbeitern abgewiesen, da diese laut dem SGB - nicht mehr in deren Verantwortung stehen.

Desaströse Vermittlung in Arbeit ist mit Sicherheit nur die Spitze des Eisberges, denn was viele immer noch nicht wissen: Wichtige Informationen (Arbeitsmarktzahlen) von den 69 Optionskommunen fließen bis heute auch noch nicht in die monatlichen Berichterstattungen zur Lage am Arbeitsmarkt ein. Ebenfalls werden Erwerbslose - die in Hunderttausend und mehr Ein Euro Jobs gedrängt wurden - oder welche sich ebenfalls in unzähligen Maßnahmen, wie Bewerbertraining … etc. befinden, nicht mehr als “arbeitslos” in der Statistik geführt.

Verblüffend am Arbeitsmarkt ist zu beobachten: Die Anzahl der neu geschaffenen Maßnahmen und EEJ Stellen ist proportional zum Rückgang der Arbeitslosenzahlen!

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BeitragVerfasst: 03.10.2006, 16:40 
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Die einzigen Stellen die das Arbeitsamt schafft sind die für die Leute die dort arbeiten.

Man könnte eine Menge Geld sparen indem man die Arbeitsämter schließt.

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BeitragVerfasst: 07.10.2006, 09:26 
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HARTZ IV
Union will schärfere Sanktionen für Arbeitsunwillige

Die Union will eine weitere Verschärfung der Sanktionen gegen arbeitsunwillige Hartz-IV-Empfänger erreichen. In einem internen Papier monieren CDU und CSU, ein Teil der Bezieher erhalte Leistungen zu Unrecht. "Das muss sich ändern."

Hamburg - Den Vorstellungen der Union zufolge soll es künftig schärfere Kontrollen und Strafen als Mittel gegen Leistungsmissbrauch geben, schreibt die "Financial Times Deutschland" heute. In ihrem internen Papier stellen demnach CDU und CSU fest, dass "ein Teil der Hilfebezieher" Leistungen zu Unrecht erhalte.

Als Gegenmaßnahme sollen den Vorstellungen der Unions-Politiker zufolge etwa Sozialleistungen "halbiert" werden, wenn Empfänger von Arbeitslosengeld II ein zumutbares Arbeitsangebot ablehnten, berichtet die Zeitung. Lehnt jemand ein zweites Arbeitsangebot ab, soll das Arbeitlosengeld II ganz gestrichen werden. Als weiteres Sanktionsinstrument will die Union auch den Urlaubsanspruch für Hartz-IV-Empfänger streichen. Bei Ablehnung von Sprachförderkursen sollen staatliche Mittel für ein halbes Jahr stillgelegt werden.

Die Sozialdemokraten lehnen eine Verschärfung von Sanktionen für Hartz-IV-Empfänger bislang ab. Sie verweisen darauf, dass die Große Koalition im so genannten Fortentwicklungsgesetz die Maßnahmen gegen Leistungsmissbrauch bereits verschärft hat. Danach wird einem Alg-II-Empfänger die Sozialleistung um 30 Prozent gekürzt, wenn er ein zumutbares Arbeitsangebot ablehnt. Bei Ablehnung eines zweiten Angebotes innerhalb eines Jahres reduziert sich die Sozialleistung insgesamt um 60 Prozent, beim dritten Angebot wird die Sozialleistung ganz gestrichen.

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BeitragVerfasst: 07.10.2006, 09:28 
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Im Prinzip finde ich das ok. Aber was ist arbeitsunwillig? Ein Euro Jobs beispielsweise dürfte zum Beispiel nicht als Arbeit bezeichnet werden.
Lehnt jemand aber eine richtige Stelle ab, von der er sich ernähren könnte, würde ich auch das Geld streichen.

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BeitragVerfasst: 24.10.2006, 18:26 
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Hartz IV trägt massgeblich zur Armut und dem Unterschichtenproblem bei


In den letzten Tagen vermehrten sich die Diskussionen bzgl. des Unterschichtenproblems und der "Neuen Armut" in Deutschland. Sowohl Vertreter aus Politik und Sozialverbänden (Der Caritas-Verband erklärte, Hartz IV sei nicht schuld am Entstehen von... ) sind der Überzeugung, dass Hartz IV nicht dazu beigetragen hat, dass die Armut und die dadurch resultierende Unterschicht ( auch gerne Prekariat[ **1] genannt ) ein Hartz IV Problem sei.

Dazu berichtet allerdings Hans-Jürgen Villard vom Magdeburger Sozialamt:
"Die Menschen gehen nicht mehr zum Arzt, sie holen ihre Kinder nicht nach, sondern vor dem Mittagessen von der Kindertagesstätte ab, sie ziehen sich immer mehr zurück, auch, weil sie sich schämen. Hartz IV klingt in den Ohren Ostdeutscher viel schlimmer als Sozialhilfe." Quelle: n-tv [**2]

Dem ständigen - sich aus der Verantwortung stehlen - will der Sozialticker ein Ende setzen. An dieser Stelle veröffentlichen wir einen Leserbrief, stellvertretend für unzählige gleicher Schicksale in Deutschland, der zeigen soll, dass Hartz IV massgeblich an dieser Problematik beiträgt:


Der Staat und seine Fürsorgepflicht von U.R.(55 Jahre)

1. Mein Sohn beendete Ende Juli 2005 die Schule. Er war danach als Ausbildungssuchender bei der Arge gemeldet. Anfang August 05 bekam er den Bescheid, dass er ab Januar 06 seinen Wehrdienst leisten muss. Sein Sachbearbeiter bei der Arge meldete ihn sofort ab.
Die Folge: Für August bis Dezember 05 wurde das Kindergeld gestrichen. Gleichzeitig rechnete mir die Arge das Kindergeld als Einkommen von meinem ALG II Geld ab. Jedes Reden an die Verantwortlichen war wie ein Monolog an die Wand. Für mich ein minus in 5 Monaten: € 770,--.

2. Meine Tochter hat einen Minijob. Ihre Miete wird direkt von der Arge an den Vermieter überwiesen da sie Jugendlicher ist. Die Miete betrug € 250,--. Ohne Zwang fand sie eine Wohnung für € 185,--. Sie gab der guten Behörde ARGE bescheid. Im August 05 zog sie in diese neue Wohnung.
Nach zwei Monaten bekommt sie vom Vermieter eine Abmahnung mit sofortiger Kündigung, da ihre Miete von 2 Monaten aussteht. Von meinem ALG II Geld und mit Hilfe von Freunden gab ich ihr € 370,-- womit sie ihre Miete zahlte und die Kündigung abwendete.
Auf der Behörde gab man zu, dass das Geld falsch an den Vorvermieter geleitet wurde. Mir sagte man, dass ich mir das Geld bei dem Vorvermieter selbst zurückholen soll. Zwecklos.
In der ersten Woche im Dezember 05 bekam meine Tochter eine Räumungsklage, da für 3 Monate die Miete aussteht.
Sie sprach bei der Behörde vor. Diese überwiesen sofort die ausstehenden Mieten. Der Vermieter zog seine Räumungsklage zurück. Eine Woche später bekam meine Tochter eine Rechnung vom Anwalt des Vermieters. Gerichts- und Anwaltkosten ca. € 1300,--. Die Behörde fühlt sich nicht zuständig.
Für mich ein Minus von € 370,--. Für meine Tochter Schulden von € 1300,--.

3. Am 2. Januar 06 musste mein Sohn zum Bund. Sofort bekam ich nur noch die "HALBE Miete". Wohnt mein Sohn nicht mehr bei mir?
Ich bekomme € 621,-- im Monat. Die Miete € 460,-- + Strom € 65,-. Mir bleiben € 95,-- zum Leben? Mir fehlen bis zum Oktober € 2430,--

4. Anfang Juni 2006, kein Geld auf dem Konto. Ein paar Tage später bekam ich ein Brief von der ARGE. Ich wurde gesperrt. Nach dem Brief muss ich einen Neuantrag stellen mit der Auflage, das Vermögen meines Sohnes offen zu legen? Hat mein Sohn während seiner Wehrpflicht etwa ein Vermögen angehäuft?
Mit der Verdienstbescheinigung und den Kontoauszügen der letzten 3 Monate meines Sohnes ging ich zur ARGE. Eine andere Sachbearbeiterin schaut im Computer nach und findet nichts, weder vom Brief noch von den Forderungen. Nach längeren hin und her und einer halben Stunde Telefonat der Sachbearbeiterin bekomme ich einen Scheck mit der monatlichen Zahlung, € 621,--.

5. Ich redete mit meiner Sachbearbeiterin. Diese macht sich ein paar Notizen und kürzt mir das ALG II um 10% da ich kein Geld für schriftliche Bewerbungen hatte.
Mir bleiben € 6,-- im Monat zum Leben.
Mir wird jetzt noch mal um 30% gekürzt, da ich keine schriftliche Bewerbungen vorweisen kann. Die Sachbearbeiterin sagte, dass die Beträge für Bewerbungen im Unterhalt (€ 6,--) enthalten sind. Doch habe ich meiner Sachbearbeiterin eine Liste mit Firmennamen gegeben, mit denen ich telefoniert habe, um eine Anstellung zu bekommen. Der Sachbearbeiterin ist das "EGAL".

6. Ich habe mit dem Vorgesetzten der Sachbearbeiterin gesprochen. In den 10 Minuten des Gespräches sagte er mir 4mal, er schenke mir schon wieder 2 Minuten seiner Zeit!

Geändert hat sich nichts. Inzwischen habe ich die fristlose Kündigung meines Vermieters. Ich weis nicht mehr weiter. Mit 55 Jahre ist es fast unmöglich, Arbeit zu finden.

Jetzt bin ich soweit, mir einen Platz unter einer Brücke zu suchen. Oder noch Schlimmeres.

Das ist die Fürsorgepflicht unseres Staates.
Quelle: Leserbrief [**3]


Wer diese Zeilen liest, kann nicht ruhigen Gewissens behaupten, dass dies ein Einzelschicksal ist und ebenso wenig nicht eine Folge der Hartz IV Gesetzgebung und dem ständigen Druck von Verschärfungen und Diskriminierungsvorwürfen.

Müntefering wehrt sich also gegen die "Einteilung der Gesellschaft". Aber was tut er dagegen? Für die Arbeitslosen hat er einen prächtigen Rat auf Lager: "Ihr müsst Euch anstrengen. Ihr müsst auch die Jobs nehmen, die wir zur Verfügung stellen können." Nur zur Erinnerung: Nach den jüngsten Zahlen aus Nürnberg gibt es in Deutschland eine Arbeitslosenquote von mehr als 10 Prozent. Wie viele Jobs hat Müntefering diesen Menschen angeboten?

Gesellschaftliche Probleme werden individualisiert, also schiebt man den Arbeitslosen eine Schuld und Verantwortung zu, denn das scheint die neue Fürsorgepflicht dieses Staates zu sein.

Linkverzeichnis:
[**1] http://www.sozialticker.com/der-sozialt ... ariat.html
[**2] http://www.n-tv.de/721707.html
[**3] http://www.sozialticker.com/hartz-iv-tr ... m-bei.html

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