2004-2020
Aktuelle Zeit: 25.03.2023, 13:42

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2167 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1 ... 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13 ... 109  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27.08.2007, 22:58 
Offline

Registriert: 16.03.2005, 11:13
Beiträge: 27339
Spoilerer: Ja
Aus der online-Ausgabe des SPIEGEL vom 27. August 2007...:

"TATORT"-STAR

Schauspieler Hansjörg Felmy gestorben

Seit den fünfziger Jahren gehörte Hansjörg Felmy zu den bedeutendsten Schauspielern Deutschlands. Über sich selbst sagte der Lebemann: "Zum Abstinenzler tauge ich nicht." Jetzt ist die "Tatort"-Legende 76-jährig gestorben.

München - "Ich habe gegen meinen Körper gelebt", sagte der Schauspieler und leidenschaftliche Raucher und Rotweintrinker Hansjörg Felmy erst vergangenes Jahr in einem Interview. Nun starb der gebürtige Berliner, der unter anderem als WDR-Tatort Kommissar Haferkamp, aber auch durch zahlreiche Spiel- und Fernsehfilme wie "Die Buddenbrooks" bekannt wurde, nach Angaben seines Freundes und Schauspielerkollegen Peter Fricke im Alter von 76 Jahren. Wie Fricke am Montag dem Portal "Bunte.T-Online" sagte, erlag Felmy bereits am vergangenen Freitag in Niederbayern einer langen schweren Krankheit.

Der Schauspieler litt schon seit seit Mitte der neunziger Jahre an Osteoporose (Knochenschwund). "Ich habe einen guten Kollegen und Freund verloren", wird Fricke zitiert, der oft gemeinsam mit Felmy auf der Bühne gestanden hatte.

Am 31. Januar 1931 in Berlin geboren, gehörte Felmy seit den fünfziger Jahren zu den bedeutendsten Bühnen-, Film- und Fernsehschauspielern in Deutschland. Zu seinen wichtigsten Erfolgen gehörte 1958 seine Rolle in Kurt Hoffmanns Satire "Wir Wunderkinder". Zuletzt hatte die Krankheit Felmy mehr und mehr geschwächt, schon vor einem Jahr wog er nur noch einen knappen Zentner, doch ans Aufgeben dachte er nie: "Ich besitze eine Rossnatur", hatte der einstige Jungstar des deutschen Films vor seinem 75. Geburtstag im Januar 2006 erklärt.

Über seine Lebensweise sagte der leidenschaftliche Raucher und Rotweintrinker: "Zum Abstinenzler tauge ich nicht." Auf Auftritte vor den Kameras hatte der Sohn eines Fliegergenerals schon seit über einem Jahrzehnt verzichtet. Bereits sein erster Kinostreifen, das Kriegsflieger-Drama "Der Stern von Afrika" aus dem Jahr 1956, machte ihn über Nacht zum viel gefragten Schauspieler. Es war derselbe Film, der auch seine beiden Partner Joachim Hansen und Horst Frank ins Blickfeld rückte. Felmy spielte einen Leutnant, der wenig Neigung zum Heldentum zeigt. Die skeptische junge Generation jener späten fünfziger Jahre konnte in ihm sich selbst wiedererkennen.

In Filmen wie "Haie und kleine Fische", der von Kritikern noch immer als sehenswert eingestuften Satire "Wir Wunderkinder" oder dem fast schon programmatisch getitelten Streifen "Die zornigen jungen Männer" konnte Felmy seinen Rollentyp fortentwickeln. Die verheerende Krise des einheimischen Kinos in den sechziger Jahren kappte auch die steile Leinwandkarriere Felmys. Immerhin aber gehörte er zu den deutschen Schauspielern, die Alfred Hitchcock 1966 für seinen Spionagethriller "Der zerrissene Vorhang" verpflichtete. Hin und wieder ließ sich der gelernte Bühnendarsteller für einen der damals wie auch noch heute beliebten Edgar-Wallace-Krimis bezahlen, doch wurde es stiller um ihn.

Das änderte sich erst 1973, als er sein Debüt als Essener "Tatort"-Kommissar Haferkamp gab. Mit Karin Eickelbaum als Ex-Frau drehte Felmy 20 Folgen, von denen etliche zum Besten gehören, was in dieser Vorzeige-Serie der ARD bis in die Gegenwart zu sehen war. Haferkamp, das war ein ernster Polizist mit privaten Problemen, die schon deshalb anrührten, weil sie von vielen Zuschauern geteilt wurden. Als neue Autoren den Sympathieträger mit negativeren Akzenten versehen wollten, stieg Felmy aus. Der Schauspieler machte sich rar auf dem Bildschirm, war aber wieder mehr auf den Theaterbühnen zu erleben.

Nach der gescheiterten ersten Ehe, aus der sein einziger Sohn Marcel stammte, heiratete der einer Hugenottenfamilie entstammende Felmy 1986 seine langjährige Lebensgefährtin und Kollegin Claudia Wedekind. Die Auftritte in der ZDF-Serie "Hagedorns Tochter" Mitte der neunziger Jahre waren der Abschied des von Gesundheitsproblemen geplagten Mimen vom aktiven Künstlerleben.

hoc/AP

http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 37,00.html


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 27.08.2007, 22:58 


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 27.08.2007, 23:00 
Offline

Registriert: 16.03.2005, 11:13
Beiträge: 27339
Spoilerer: Ja
"Kommissar Haferkamp" - ich werde Sie nie vergessen. :sad:


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 06.09.2007, 12:29 
Offline

Registriert: 16.03.2005, 11:13
Beiträge: 27339
Spoilerer: Ja
Ninnifee hat geschrieben:
luciano pavarotti ist tot

klick

...ich habe ihn sehr geliebt und dieses legendäre Foto
der drei Tenöre und ihre gemeinsamen Konzerte werde ich nie vergessen.

Bild

...von links Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras.

Ich bin traurig. :sad:


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 06.09.2007, 14:04 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.09.2005, 13:32
Beiträge: 876
Ninnifee hat geschrieben:
luciano pavarotti ist tot

Da mich diese Art von Musik nicht interessiert frage ich mich nur inwieweit er mit Isolde verwandt ist. ;-)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 06.09.2007, 18:25 
Offline
Privatgelehrter
Benutzeravatar

Registriert: 16.03.2005, 07:56
Beiträge: 22211
Wohnort: Frankfurt und Bremen
Schneidi° hat geschrieben:
Ninnifee hat geschrieben:
luciano pavarotti ist tot

...ich habe ihn sehr geliebt
Gibt es eigentlich auch jemanden den Du nicht liebst?

_________________
"Wer als Hartz IV Empfänger genug Kraft für ein Ehrenamt findet, der sollte dann die Kraft da hineinlegen, Arbeit zu finden." (Thilo Sarrazin, SPD, Ex-Finanzsenator von Berlin)


Bild


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 06.09.2007, 22:39 
Offline

Registriert: 16.03.2005, 11:13
Beiträge: 27339
Spoilerer: Ja
Ninnifee hat geschrieben:
auch wenns einige vielleicht belächeln mögen.... als ich mir heute so einige pavarotti-auftritte angesehen habe, hab ich echt geheult... das ist mir bei dem tod eines promis zuletzt bei maurice gibb passiert...

...Ninnifee :knuddel: , es ging mir heute wie Dir.

Ich habe auch geheult, als ich heute die Meldung von Pavarottis Tod hörte und musste zurück denken an die Fußball-WM 1990 in Italien, wo "Die Drei Tenöre" erstmals gemeinsam auftraten.

Wenn ich so zurück denke - am heftigsten hat mich der Tod von John Lennon emotional getroffen. Als ich die Meldung am 08. Dezember 1980 auf NDR2 hörte, war ich fix und fertig.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 06.09.2007, 23:13 
Offline
Privatgelehrter
Benutzeravatar

Registriert: 16.03.2005, 07:56
Beiträge: 22211
Wohnort: Frankfurt und Bremen
Ich bin fassungslos ... :eek:

_________________
"Wer als Hartz IV Empfänger genug Kraft für ein Ehrenamt findet, der sollte dann die Kraft da hineinlegen, Arbeit zu finden." (Thilo Sarrazin, SPD, Ex-Finanzsenator von Berlin)


Bild


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 08.09.2007, 19:48 
Offline

Registriert: 16.03.2005, 11:13
Beiträge: 27339
Spoilerer: Ja
Ninnifee hat geschrieben:
...ich weiß noch, daß für mich eine welt zusammenbrach, als freddie mercury gestorben war. der mann war für mich inbegriff von "leben"...

...für mich auch, Ninnifee – und das wird er für mich auch immer bleiben.

Unvergessen...: "Queens" legendärer Auftritt beim Live-Aid-Konzert
am 13. Juli 1985 im Londoner Wembley Stadion.



Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 20.09.2007, 18:17 
Offline

Registriert: 31.12.2006, 16:20
Beiträge: 12405
Gnarz hat geschrieben:
Ich kenne die Salatbar nicht.

Jedenfalls echt schlimm was da passiert ist.


Bisher immernoch keine Aufklärung dieses Verbrechens. Ich las aber heute, dass der Fall am 13.12.07 bei Aktenzeichen XY in einem 8-10minütigen Beitrag aufwändig dargestellt werden soll, sofern man bis dahin immernoch keinen Täter hat. Quelle Ich hoffe so sehr, dass sie diesen Killer kriegen.

Hier ist in der ZDF-Mediathek schon ein Video zu sehen, wo der Vater zu Wort kommt. Video


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.09.2007, 12:40 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 26.04.2006, 00:28
Beiträge: 7733
Spoilerer: Ja
Fan seit: 08.12.1985
Jürgen Roland ist am Freitag entschlafen. Der Regisseur, der uns das Großstadtrevier und auch die Klassiker der Reihe Stahlnetz präsentierte, starb nach langer Krankheit im Alter von 81 Jahren.

_________________
Killing folks is easy, being politically correct is a pain in the ass! -
ACHMED,THE DEAD TERRORIST


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.09.2007, 14:03 
Offline

Registriert: 16.03.2005, 11:13
Beiträge: 27339
Spoilerer: Ja
Aus der online-Ausgabe des SPIEGEL vom 23. September 2007...:

JÜRGEN ROLAND

Mr. Stahlnetz ist tot

Von Matthias Kremp

Stahlnetz, Großstadtrevier, Tatort: Jürgen Roland gilt als Vater des deutschen Fernsehkrimis. Im Alter von 81 Jahren starb der Autor, Regisseur und Journalist nach langer schwerer Krankheit in Hamburg.

Mehr als ein halbes Jahrhundert prägte der Krimi-Experte mit seiner Produktionen die deutsche TV-Landschaft. Mit TV-Serien wie "Stahlnetz" erlangte er Kultstatus. Sogar ein Fernsehpreis, der "Roland-Filmpreis" wurde nach ihm benannt. Seine Leidenschaft für des Genre entdeckte der 1925 unter dem Namen Schellack in Hamburg geborene Regisseur schon als Schüler, der mit Freunden selbstverfasste Krimis aufführte.

Seine journalistische Karriere begann Roland 1945 als Moderator beim damaligen Radio Hamburg, aus dem zuerst der Nordwestdeutsche Rundfunk und später der norddeutsche Rundfunk hervorging. Nach einer kurzen Schulung bei der BBC in London war Roland einer der ersten Redakteure beim 1951 gegründeten NWDR-Fernsehen. NDR Intendant Professor Jobst Plog: "Jürgen Roland gehörte zur Riege junger Radioreporter, die nach dem Krieg zum legendären Ruf des damaligen NWDR beitrugen."

Gassenhauer "Stahlnetz"

Einem breiten Publikum wurde Roland mit seiner ersten TV-Serie, "Der Polizeibericht meldet ..." bekannt. Akribisch recherchierte er damals echte Kriminalfälle nach und stellte sie für das Fernsehen authentisch und millieugetreu dar. Zum Fernsehstar wurde er 1958 mit der Krimiserie "Stahlnetz", für die er mit dem Drehbuchautor Wolfgang Menge zusammenarbeitete. Die ebenfalls auf realen Fällen basierende TV-Serie sorgte damals für Rekord-Einschaltquoten. Rolands Monatsgehalt betrug seinerzeit noch 800 Mark.

Neben seiner Arbeit fürs Fernsehen führte Roland in den sechziger Jahren auch in einigen Edgar Wallace-Filmen Regie. So verfilmte er 1960 mit Gerd Fröbe und Karin Dor den Klassiker "Der grüne Bogenschütze". Seit den siebziger Jahren war er auch als "Tatort"-Regisseur tätig.

Jürgen Rolands Dauerbrenner war jedoch die TV-Serie "Großstadtrevier", die seit mittlerweile 21 Jahren erfolgreich läuft. Mit ihr hat Roland auch den bis dahin unbekannten Schauspieler Jan Fedder berühmt gemacht. Fedder war ihm aufgefallen, als er eine kleine Rolle als Betrunkener im "Tatort" so überzeugend spielte, dass Roland ihn sofort als Hauptdarsteller für das "Großstadtrevier" verpflichtete. In einem Interview sagte Roland: "Jan Fedder ist so was von gut, der könnte das Telefonbuch spielen".

"Einer von den großen Alten"

Nachdem Roland vom NDR mit 65 Jahren pensioniert wurde, arbeitete er nur noch freiberuflich. Vor zehn Jahren, im Alter von 71 Jahren, musste Roland dann ganz aufhören zu arbeiten. Probleme mit dem Knie und insgesamt fünf Bypass-Operationen zwangen ihn zu mehr Zurückhaltung.

Im Laufe seiner Karriere führte Jürgen Roland in rund 80-TV-Produktionen sowie 20 Kinofilmen Regie. Der Schauspieler Joachim Fuchsberger bezeichnete Roland gegenüber der Deutschen Pressagentur am Sonntag als "außerordentlich wichtige und herausragende Persönlichkeit". Fuchsberger: "Jetzt ist wieder einer von den großen Alten weg. Es wird immer dünner."

http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 09,00.html


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.09.2007, 14:08 
Offline

Registriert: 16.03.2005, 11:13
Beiträge: 27339
Spoilerer: Ja
...danke, lieber Jürgen Roland, danke für alles - für "Stahlnetz", "Tatort" und vor allem das "Großstadtrevier".

Viele, viele TV-Stunden habe ich Ihretwegen vor dem Fernsehschirm gesessen - merci° für so viele spannende Fernsehunterhaltung.

Ich bin sehr, sehr traurig. Mein Mitgefühl gilt Ihrer Familie und Ihren Angehörigen.

Tschö, lieber Jürgen Roland - machen Sie es gut.

Stille Grüße von
Schneidi° :sad:


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.09.2007, 16:09 
Offline

Registriert: 16.03.2005, 11:13
Beiträge: 27339
Spoilerer: Ja
Ninnifee hat geschrieben:
wieder einer von den ganz großen weniger....

macht mich sehr traurig...

...mich auch, Ninni. :knuddel: *NinniumarmundknuddelunddrückundTrostspend* :knuddel:


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.09.2007, 17:33 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 02.07.2007, 19:56
Beiträge: 2409
Wohnort: Berlin
Lieblings-Rolle: Momo
Spoilerer: Ja
Marcel Marceau ist gestern im Alter von 84 Jahren gestorben :sad:

Bild

_________________
Zu den Steinen hat einer gesagt: 'Seid menschlich.' Die Steine haben gesagt: 'Wir sind noch nicht hart genug.'
(Erich Fried)
Bild


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.09.2007, 18:37 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 26.04.2006, 00:28
Beiträge: 7733
Spoilerer: Ja
Fan seit: 08.12.1985
Schneidi° hat geschrieben:
[...] Gassenhauer "Stahlnetz"


Einer von den Gassenhauer-Krimis spielte bei uns in Itzehoe ... Das Haus an der Stör. Klasse Film.

_________________
Killing folks is easy, being politically correct is a pain in the ass! -
ACHMED,THE DEAD TERRORIST


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.09.2007, 15:22 
Offline

Registriert: 16.03.2005, 11:13
Beiträge: 27339
Spoilerer: Ja
...morgen am 01. Oktober 2007 ist der fünfzehnte Todestag
von Gert Bastian und Petra Kelly.

Ich werde die Beiden nie vergessen. :sad:

Bild


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.09.2007, 17:29 
Offline
Privatgelehrter
Benutzeravatar

Registriert: 16.03.2005, 07:56
Beiträge: 22211
Wohnort: Frankfurt und Bremen
Schneidi° hat geschrieben:
...morgen am 01. Oktober 2007 ist der fünfzehnte Todestag
von Gert Bastian und Petra Kelly.

Ich werde die Beiden nie vergessen.
Wer war das denn?

_________________
"Wer als Hartz IV Empfänger genug Kraft für ein Ehrenamt findet, der sollte dann die Kraft da hineinlegen, Arbeit zu finden." (Thilo Sarrazin, SPD, Ex-Finanzsenator von Berlin)


Bild


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.09.2007, 17:40 
Offline

Registriert: 16.03.2005, 11:13
Beiträge: 27339
Spoilerer: Ja
Northstar hat geschrieben:
Wer war das denn?

Aus der online-Ausgabe des SPIEGEL vom 30. September 2007...:

POLIT-IKONE PETRA KELLY

Tod einer Charismatikerin

Von Saskia Richter

Petra Kelly kämpfte für den Frieden, dafür schulterte sie das Leid der Erde. Politisch war sie damit erfolgreich - als Mensch zerbrach sie daran. Vor 15 Jahren wurde die charismatische Mitbegründerin der Grünen von ihrem Lebensgefährten Gert Bastian im Schlaf erschossen.

Konzentriert sitzt sie im Fernsehstudio. Die Kamera läuft. Die zierliche Frau trinkt noch einen Schluck Wasser, bevor der Moderator sie als "the best-known leader of West Germany's Green Party" vorstellt. Dass Petra Kelly am 10. Juli 1983 in der US-Fernsehsendung "Meet the Press" auftritt, ist vielleicht der Höhepunkt ihrer Karriere.

Von dort geht es bergab - bis zu jenem bitteren und immer noch rätselhaften Ende vor nun 15 Jahren: In der Nacht zum 1. Oktober 1992 erschießt ihr Lebensgefährte, der ehemalige General Gert Bastian, Petra Kelly im gemeinsamen Haus und tötet sich anschließend selbst. Das Bild der Särge, die aus dem schlichten Reihenhaus im Bonner Stadtteil Tannenbusch getragen wurden, ist bis heute im kollektiven Gedächtnis haften geblieben.

Eine halbe Amerikanerin

Petra Kelly wurde am 29. November 1947 im schwäbischen Günzburg geboren. Ihr leiblicher Vater, Siegfried Lehmann, verließ die Familie als sie noch ein Kleinkind war. 1958 heiratete ihre Mutter John E. Kelly, Oberst der U. S. Army. Petra Lehmann nahm den Namen ihres Stiefvaters an und ging mit den Eltern in die USA - eine zutiefst prägende Erfahrung. Als sie 1970 nach Europa zurückkehrte, hob sie sich durch ihr "amerikanisches" Selbstbewusstsein ebenso von anderen Altersgenossen ab wie durch den intellektuellen Bezug zur US-Bürgerrechtsbewegung - und nicht zuletzt auch durch das Nicht-Erleben des für viele Deutsche dieser Generation prägenden "1968".

Initialzündung für Kellys politisches Engagement war der Krebstod ihrer zehnjährigen Halbschwester Grace 1970. Petra Kelly machte die "unmenschlichen" Therapieversuche für den tödlichen Verlauf der Krankheit verantwortlich. Sie gründete die "Grace P. Kelly Vereinigung zur Unterstützung der Krebsforschung für Kinder e.V." und entwickelte den "Kinderplaneten", ein psychosoziales Modellprojekt zur besseren Betreuung von Kindern in Krankenhäusern. Ihr 1983 erschienenes Buch "Um Hoffnung kämpfen" widmete sie Grace, die sie "durch ihr Krebsleiden auf den Weg in die Anti-Atom-Bewegung gebracht" habe.

Bald nahm die zierliche, aber energiegeladene Kelly die "globalen Überlebensfragen" ins Visier, die sie in einem SPIEGEL-Interview im Juni 1982 aufzählte: "Kriegsgefahr, Rohstoffraubbau, Bevölkerungswachstum, Verelendung der Menschen". Ende der siebziger Jahre war Petra Kelly allgegenwärtig, wo sich neue soziale Bewegungen bildeten: Anti-Atom-, Gleichberechtigungs-, Friedens-, Arbeitnehmerrechtsgruppen - überall war Kelly vorneweg dabei.

Leid als Leitmotiv

Ihr Weg an die Spitze der alternativen Polit-Szene war kometenhaft: 1977 wurde sie Mitglied im Bundesvorstand des Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz, zwei Jahre später Spitzenkandidatin der Wahlliste "Sonstige Politische Vereinigungen - Die Grünen" für die Europawahl 1979, im März 1980 dann erste Parteisprecherin der von ihr mitbegründeten Partei "Die Grünen". Es folgten Wahlkämpfe auf Landes- und auf Bundesebene. Nach dem Einzug der Grünen in den Bundestag 1983 wurde Kelly, neben Marieluise Beck-Oberdorf und Otto Schily, Sprecherin der Fraktion.

Ihr Leitmotiv blieben das Leiden des Menschen und die Ungerechtigkeiten dieser Welt. An der litt Petra Kelly selbst, und nicht zu knapp. Oft schrieb sie darüber, wie schwach sie sich fühlte, wie wenig als Teil einer Gemeinschaft. Seit ihrer Kindheit war sie nierenkrank. Sie litt unter der Schule, sie litt unter dem Verlust des Vaters und dem sozialen Stigma der Scheidung. Später, als sie zwischen 1972 und 1982 als Verwaltungsrätin bei der Europäischen Gemeinschaft arbeitete, litt sie unter der Brüsseler Bürokratie, als Grünen-Politikerin unter ihren Parteigenossen und als Bürgerin unter den Vorgaben der Regierenden.

Doch statt Rückzug suchte sie die Offensive in der Verkündigung ihrer persönlichen Utopie von einer gewalt- und herrschaftsfreien Gemeinschaft aller Erdenbürger. Und sie stieß damit auf Resonanz: Waschkörbeweise gingen Zuschriften bei ihr ein, einhundert Briefe an einem Tag registrierte sie im April 1985. Die Absender waren politisch Gleichgesinnte, aber auch Hilfe- wie Heilsuchende. Kelly sei "ein grüner Hoffnungsschimmer in dieser grauen trostlosen Welt", schrieb ihr eine Frau im Dezember 1983.

Der General und die Pazifistin

Ihre Männer hatte Petra Kelly stets in ihrem beruflichen Umfeld gefunden. Den letzten, Gert Bastian, lernte sie im November 1980 kennen. Im gleichen Jahr war der Berufsoffizier nach einem öffentlichen Streit mit dem damaligen SPD-Verteidigungsminister Hans Apel über die Richtigkeit des NATO-Doppelbeschlusses aus dem Dienst ausgeschieden. Sein Seitenwechsel zur Friedensbewegung und spektakulärer Abgang aus der Bundeswehr machten Bastian zu einem umworbenen Aushängeschild der alternativen Szene.

Der General und die Pazifistin gefielen sich in ihren jeweiligen Rollen, und sie gefielen einander. Als Erstunterzeichner des umstrittenen "Krefelder Appells" zur einseitigen Abrüstung begann ihre Beziehung. Mitte der achtziger Jahre bezogen sie ein gemeinsames Haus in Bonn. Von hier aus arbeiteten sie gemeinsam, auch als sie ihre früheren Ämter und Funktionen und den Kontakt zu den Grünen verloren hatten - Bastian seit dem Ende seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter 1987, Kelly nach dem Scheitern der Grünen bei der Wahl 1990.

Mit der Professionalisierung der Grünen verblasste die Strahlkraft von Petra Kelly. Die Unbedingtheit, die zu Beginn der achtziger Jahre noch ihre große Stärke gewesen war, beschleunigte nun ihren Abstieg. Und sie scheiterte auch persönlich an ihren Ansprüchen: Nie gelang es ihr etwa, das friedliche Öko-Leben zu führen, dass sie predigte und von ihrer Umwelt verlangte. In die Natur ging sie beinahe nur zu Filmaufnahmen. Ihre Friedfertigkeit war begrenzt, sie eckte an, sie nervte, strapazierte Mitarbeiter mit endlosen Anweisungen und überzogenen Präsenzforderungen.

Und auch politisch manövrierte sie sich selbst in die Isolation. Die Friedensbewegung stieß sie mit ihrem Abrücken vom "Krefelder Appell" vor den Kopf, innerhalb der Grünen hielt sie sich fern von "Fundis" wie "Realos", den beiden sich formierenden Parteiflügeln. Sie konnte keine Kompromisse schließen, verlangte bevorzugte Behandlung und sparte nicht mit Kritik an Mitstreitern. Die Partei sollte etwa ihre Rentenversicherung finanzieren, während sie sich gleichzeitig weigerte, weiter den vereinbarten Teil der Abgeordnetendiäten an die Partei abzuführen. Schließlich trieb sie den Konflikt mir Partei und Fraktion auf die Spitze, als sie ihr Abgeordnetenmandat behielt, anstatt der Beschlusslage der Grünen zu folgen und es im Zuge der "Rotation" zur Halbzeit der Legislaturperiode abzugeben.

Das Wahldebakel von 1990, das die West-Grünen aus dem Bundestag kegelte, raubte Kelly ihre Plattform. Was folgte, war eine Art politischer Selbstmord auf offener Bühne. Nachdem Kelly ihrer eigenen Partei vorgeworfen hatte, "menschlich gescheitert" zu sein, kandidierte sie im April 1991 auf der Bundesdelegiertenkonferenz in Neumünster für das Amt einer Sprecherin im Bundesvorstand. "Realistisch sein, das Unmögliche anstreben", überschrieb sie ihre Bewerbung. Sie erhielt 32 Stimmen, es war ein Desaster. Auf den Arm von Gert Bastian gestützt, verließ sie den Saal.
Aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit war Petra Kelly zu dieser Zeit schon verschwunden. Zwar arbeitete sie ununterbrochen weiter - bis zu 18 Stunden am Tag, wie sie es gewohnt war. Sie plante Vortragsreisen, eine Gastprofessur, verstärktes Engagement in Brüssel. Doch auf der politischen Bühne war die "Frau ohne Privatleben" nicht mehr gefragt. Und auch jenseits der Politik vermisste sie niemand mehr. Bald drei Wochen lagen die Leichen von Petra Kelly und Gert Bastian nach dem unentdeckt in ihrem Bonner Reihenhaus, bevor sie am 19. Oktober 1992 von entfernten Freunden gefunden wurden.

Der gewaltsame Tod der verblassenden Polit-Ikonen war persönliches Drama und Politikum zugleich. Er hinterließ vor allem Ratlosigkeit angesichts der vielen unbeantworteten Fragen: Warum erschoss Gert Bastian, der Ex-Militär, seine Lebensgefährtin, die Pazifistin? Wie viel Schuld trug Kelly selbst an der Tat Bastians? Dass Petra Kelly sterben wollte, kann bezweifelt werden: Sie hatte Pläne, und als der Schuss fiel, schlief sie.

Ende des Schweigens?

Seit ihrem Ende wurde über Petra Kelly vor allem geschwiegen. Zwar gibt es einen Preis, einen Saal, eine Stiftung, einen Garten, einen Weg, eine Straße, die ihren Namen tragen, Theaterstücke und Filme über ihr Leben. Doch die Umstände des Todes und die turbulente Entwicklung der Grünen - von der Aufarbeitung der Wahlniederlage von 1990, der Abspaltung der Fundis, dem Streit um Bundeswehr-Auslandseinsätze bis hin zum Wechsel vom Opponieren zum Regieren mit der rot-grünen Koalition 1998 - verhinderten eine Auseinandersetzung mit den Irrungen und Wirrungen der Anfangsjahre, die mit Kellys Namen verbunden sind.

Erst jetzt, 15 Jahre nach Kellys tragischem, wahrscheinlich unfreiwilligen Tod, beginnt langsam die historische Einordnung ihrer politischen Arbeit. Zum 25. Jubiläum der Grünen in diesem Jahr wurde Christa Nickels, Mitstreiterin aus alternativen Anfangstagen, die es in der Politik bis zur Parlamentarischen Staatssekretärin der rot-grünen Koalition brachte, mit einem bemerkenswerten Satz zitiert: "Ich vermisse am meisten Menschen wie Petra Kelly."

Saskia Richter ist Sozialwissenschaftlerin und arbeitet an einer Biografie über Petra Kelly

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 73,00.html


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.09.2007, 17:46 
Offline
Privatgelehrter
Benutzeravatar

Registriert: 16.03.2005, 07:56
Beiträge: 22211
Wohnort: Frankfurt und Bremen
Trish hat geschrieben:
"Der Komissar" ist Kult!!!
Auch meine Lieblingsserie.

Ein Skandal daß es den noch nicht auf DVD gibt!

_________________
"Wer als Hartz IV Empfänger genug Kraft für ein Ehrenamt findet, der sollte dann die Kraft da hineinlegen, Arbeit zu finden." (Thilo Sarrazin, SPD, Ex-Finanzsenator von Berlin)


Bild


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 01.10.2007, 09:03 
Offline
Privatgelehrter
Benutzeravatar

Registriert: 16.03.2005, 07:56
Beiträge: 22211
Wohnort: Frankfurt und Bremen
Die Darstellerin der Miss Moneypenny in zahlreichen James-Bond Filmen, Lois Maxwell, ist im Alter von 80 Jahren gestorben.

_________________
"Wer als Hartz IV Empfänger genug Kraft für ein Ehrenamt findet, der sollte dann die Kraft da hineinlegen, Arbeit zu finden." (Thilo Sarrazin, SPD, Ex-Finanzsenator von Berlin)


Bild


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2167 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1 ... 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13 ... 109  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste


Ähnliche Beiträge

Die traurigsten Todesfälle
Forum: Alles rund um die Lindenstraße...
Autor: Suze
Antworten: 35

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group



Bei iphpbb3.com bekommen Sie ein kostenloses Forum mit vielen tollen Extras
Forum kostenlos einrichten - Hot Topics - Tags
Beliebteste Themen: Erde, Haus, Liebe, NES, USA

Impressum | Datenschutz