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BeitragVerfasst: 09.06.2006, 09:01 
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Heute vor genau einem Jahr gab es einen Todesfall der drastisch vor Augen führte daß man sich beim Igelretten gelegentlich etwas zurückhalten sollte. :lol:

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Verfasst: 09.06.2006, 09:01 


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BeitragVerfasst: 09.06.2006, 22:43 
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Was für ein Zufall. Ich habe nämlich seit ein paar Minuten einen Igel auf dem Gewissen. Ich konnte nicht mehr bremsen. Das Tier war zu schnell und außerdem war jemand hinter mir.


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BeitragVerfasst: 09.06.2006, 22:45 
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Aus der online-Ausgabe des SPIEGEL vom 09. Juni 2006...:

ZUM TODE DRAFI DEUTSCHERS

Mehr als Marmor, Stein und Eisen

Von Andrea Kinzinger

"Marmor, Stein und Eisen bricht", "Nimm mich so wie ich bin" oder "Herz an Herz Gefühl" - das waren nur drei der Hits, die Drafi Deutscher in seiner mehr als 40-jährigen Karriere landete. Jetzt starb der Schlagersänger in einer Frankfurter Klinik.

Hamburg - Zu den Running Gags der Schlagerhasser, die sich über Drafi Deutscher lustig machten, gehörte der stete Hinweis auf das falsch gebeugte Verb in seinem Gassenhauer "Marmor, Stein und Eisen bricht". Tatsächlich hätte es "brechen" heißen müssen, aber das hätte sich nicht gereimt. Dem Erfolg seines Liedes tat der grammatikalische Fauxpas in jedem Fall keinen Abbruch. Der Song erreichte Kultstatus, löst auf Schlager-Partys heute noch nahezu ekstatische Begeisterung aus und steht auf einer Stufe mit Udo Jürgens "Griechischer Wein" oder Marianne Rosenbergs "Er gehört zu mir".

Auch Deutscher hatte keine Schwierigkeiten damit, diesen Schlager, der ihn in der englischen Fassung "Marble Breaks And Iron Bends" einst als ersten deutschen Interpreten in die US-Charts brachte, immer wieder zu präsentieren. Fast liebevoll bezeichnete er den Song als seine "Altersversorgung". In Interviews wurde er nie müde zu betonen: "Es gibt ja Kollegen, die sagen, lass mich damit in Frieden, ich habe doch so viel anderes gemacht. Aber was soll's, das ist eben ein Volkslied, und das haben nicht viele erreicht."

Wohl kaum ein Schlagerstar konnte auf eine so eine wechselvolle Karriere wie Drafi Deutscher zurückblicken. Sein Aufstieg gleicht dem vielbeschworenen Traum vom Tellerwäscher zum Millionär. Geboren wird Deutscher am 9. Mai im Berliner Arbeiter Bezirk Wedding. Sein Vater - ein ungarischer Klassik-Pianist namens Drafi Kalman - verlässt die Familie schon bald. Die alleinerziehende Mutter zieht daraufhin mit ihrem Sohn nach Lichterfelde-Ost. Dort wohnt die kleine Familie in einem Obdachlosenasyl.

Der erste Absturz

Mit zwölf Jahren bringt sich Deutscher das Gitarrespielen bei. Kurze Zeit später absolviert er erste Auftritte - mit gefälschtem Ausweis. 1963 entdeckt ihn der Schlagerproduzent Peter Meisel. Es folgen die Hits "Shake Hands" und "Heute mal ich dein Bild, Cindy Lou". Seinen Durchbruch freilich feiert er 1965 mit dem Nummer-eins-Hit "Marmor, Stein und Eisen bricht". Auch privat hat er eine Glückssträhne. Er heiratet seine erste Frau Karin. Das Paar bekommt Zwillinge.

Schon kurz danach aber folgt der erste Absturz. In Berlin waren gerade vier Kinder bestialisch ermordet worden. Diese Morde versetzen die Öffentlichkeit in helle Aufregung. Als Deutscher während einer Party betrunken aus einem Fenster pinkelt, und dabei von Kindern beobachtet wird, kommt es zur Anzeige. Deutscher wird wegen "Erregung öffentlichen Ärgernisses" zu neun Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Zugleich kommt er in Konflikt mit dem Fiskus, der mehr als 180 000 Mark von dem Sänger fordert. Mehrere Jahre ist an ein Comeback nicht zu denken.

Erst Anfang der Siebziger Jahre landet Deutscher wieder einige Hits - allerdings unter Pseudonym. So komponiert er für Peggy March das Lied "Fly Away Pretty Flamingo" und für die Disco-Band Boney M. "Belfast". Den bis dahin unbekannten Italiener "Bino" macht er mit "Mama Leone" über Nacht zum Star. 1976 produziert darüber hinaus als Mr. Walkie-Talkie den Ohrwurm "Be My Boogie Woogie Baby".

Ähnlich wie Juliane Werding mit "Am Tag, als Conny Kramer starb", Udo Jürgens mit "Ein ehrenwertes Haus" oder Nicole mit "Ein bisschen Frieden", versucht auch Deutscher in seinen Schlagern mehr zu vermitteln als nur Liebe, Lust und Sonnenschein. In einem Interview mit einem Fan sagt er später einmal: "In einer Situation, in der über vier Millionen Menschen arbeitslos sind, kann ein Künstler mit Verantwortungsbewusstsein nicht einfach nur Schlager in Form von Liebesliedern spielen." So bringt er etwa 1982 den Song "Vorprogrammiert" heraus, der stark an Neue-Deutsche-Welle-Hits erinnert. Allerdings ohne Erfolg. Die Fans wollen Seichtes und ein Jahr später landet der Musiker mit "Jenseits von Eden", das er für Nino de Angelo produziert, einen Riesenhit.

Die Achtziger - sein erfolgreichstes Jahrzehnt

Es folgt sein wohl erfolgreichstes Jahrzehnt. Mit dem Album "Krieg der Herzen" meldet sich der Mann mit dem Schlapphut 1984 unter eigenem Namen zurück. Auch die Platten "Gemischte Gefühle" und "Diesmal für immer" werden Kassenschlager.

Doch wie schon in den Sechzigern gerät er Ende der Achtziger erneut mit seinem Privatleben in die Schlagzeilen. Seiner zweiten Ehefrau, Isabell Varell, unterstellt Deutscher ein lesbisches Verhältnis mit der damaligen ZDF-Sprecherin Birgit Schrowange. Zwar erweisen sich die Vorwürfe als unbegründet, aber die Ehe geht in die Brüche. Auch Berichte über angebliche Drogen- und Alkoholexzesse machen die Runde. In einem Interview bekennt sich Deutscher dazu, so gelebt zu haben "wie fast jeder Mensch, der mal irgendwann irgendetwas probiert hat". Niemals sei er aber "so heftig drauf gewesen" wie andere Musiker.

Nach und nach versinkt Deutscher in der Bedeutungslosigkeit und teilt damit das Schicksal vieler Schlagerstars. Mit "Wenn man liebt" und "Amen" gelingt ihm Mitte der Neunziger noch mal ein kurzes Comeback, zumindest auf nationaler Ebene.

Seitdem aber kann er keinen Erfolg mehr verzeichnen. Kurz vor seinem Tod berichtet die Presse ein letztes Mal über den Musiker. "Drafi Deutschers trauriger 60. Geburtstag. An seinem Ehrentag hockt der Schlagerstar allein auf der Parkbank", titelte die "B.Z.". Kurz danach bricht er zusammen und fällt ins Koma, aus dem er nicht mehr erwachen soll.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,419776,00.html


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BeitragVerfasst: 09.06.2006, 23:37 
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Er hat wenigstens GELEBT. Von den meisten Leuten kann man das nicht behaupten.

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BeitragVerfasst: 20.06.2006, 13:40 
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Vier Feuerwehrleute bei Verkehrsunfall getötet

Stendal/Glindenberg (dpa) - Auf dem Weg zu einem Übungseinsatz sind am Montagabend in der Nähe von Magdeburg vier Feuerwehrleute im Alter zwischen 20 und 22 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Sechs Personen wurden schwer verletzt, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

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BeitragVerfasst: 26.06.2006, 09:23 
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Bruno der BRaunbär wurde erschossen. Gemein, der hat keinem was getan. :sad: http://www.gmx.net/de/themen/nachrichte ... eanRC.html

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BeitragVerfasst: 26.06.2006, 11:08 
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Aus der online-Ausgabe des SPIEGEL vom 26. Juni 2006...:

BÄRENJAGD

Bruno ist erlegt

Der seit Wochen im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet umherstreunende Braunbär Bruno ist tot. Kaum war das Tier nach vergeblichen Fangversuchen zum Abschuss freigegeben wurde es am frühen Morgen in Bayern erschossen - sehr zum Bedauern mancher Tierschützer.

München - Der Bär wurde gegen 4.50 Uhr in der Nähe des Spitzingseegebiets im bayerischen Landkreis Miesbach von Jägern getötet. "Der Schuss ist gefallen. Der Bär ist tot", sagte der bayerische Bärenbeauftragte Manfred Wölfl heute Morgen.

Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Hubert Weinzierl, hat den Abschuss des Braunbären scharf kritisiert. "Das ist die dümmste aller Lösungen", sagte er. Die Jugendorganisation des Bund Naturschutz in Bayern sprach von einer "Tragödie für den bayerischen Naturschutz".

Nach wochenlangen vergeblichen Versuchen, das Tier lebend zu fangen, war Bruno ab heute wieder zum Abschuss freigegeben worden. "Wegen der großen Gefahr für den Menschen" sollte er getötet werden, hatte das bayerische Umweltministerium am Samstag verfügt. Zuvor war es auch den vielgerühmten finnischen Bärenjägern mit ihren speziell ausgebildeten Hunden nicht gelungen, den Bären zu stellen.

Am Wochenende war Bruno erneut von Touristen nahe dem Spitzingsee gesichtet worden. Drei Mountainbiker begegneten dem Wildtier am Soinsee im Landkreis Miesbach. Sie beobachteten den Bären, wie er den See durchschwommen hat. Drei Wanderer verfolgten ihn anschließend gar ins Gebirge. Als sich der Bär zu ihnen umdrehte, mussten sie jedoch den Rückzug antreten. Gegen Samstagabend riss er in der Gegend erneut ein Schaf.

Die Finnen hatten zwei Wochen lang versucht, das Tier aufzuspüren und einzufangen. Während ihrer Suche durchstreifte die Truppe 500 Kilometer zu Fuß in gebirgigem Gelände abseits der Wege und erklomm dabei mehr als 10.000 Höhenmeter. Da sich die Hoffnung nicht erfüllt habe, den Bären lebendig zu fangen, sei er von der kommenden Woche an wieder zum Abschuss frei gegeben, sagte Bayerns Umweltstaatssekretär Otmar Bernhard in Kufstein. "Alle wissen, dass wir uns eine andere Entwicklung gewünscht hätten." Es gebe aber keine vernünftige Fangmethode mehr.

Traueranzeige für Bruno

Die Jugendorganisation des Bund Naturschutz hat den Abschuss des Braunbären scharf kritisiert. "Das ist eine Tragödie für den bayerischen Naturschutz", erklärte der Geschäftsführer der Naturschutzjugend, Bernd Orendt, heute in München. Orendt warf dem bayerischen Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) Aktionismus vor. "In Kärnten spazieren Bären an Kindergärten vorbei, ohne dass sich jemand aufregt und auch die bayerische Bevölkerung freut sich über JJ1, nur der Umweltmister kriegte es mit Angst um seine Karriere zu tun und machte einen Schnellschuss", sagte Orendt.

Die Naturschutzjugend sei tiefst betroffen und entsetzt. "Wir hoffen, dass sich so etwas nie wiederholen wird." Die Naturschutzjugend hatte geplant, drei Aktivisten in "täuschend echten" Bärenkostümen durch die Alpen wandern zu lassen. "Wir haben die Aktion jedoch ausgesetzt, nachdem uns versichert wurde, dass die Jäger in Bayern dem Bären nicht aktiv nachstellen würden." Die Jugendorganisation erwäge für Bruno eine Traueranzeige in Zeitungen zu schalten.

Der Bär, der aus Italien stammt und die offizielle Bezeichnung JJ1 trägt, war am 20. Mai dieses Jahres das erste Mal in Deutschland gesichtet worden. In Garmisch-Partenkirchen hatte er mehrere Schafe gerissen, anschließend überfiel er in Bayern auch Hühner- und Hasenställe, räumte Bienenstöcke aus und tötete immer wieder Schafe. In den vergangenen Wochen legte Bruno Ministeriumsangaben zufolge mehr als 300 Kilometer zurück und durchstreifte eine Fläche von 6000 Quadratkilometern.

str/dpa/AP

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,423537,00.html


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BeitragVerfasst: 26.06.2006, 11:12 
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...ich bin stinksauer darüber und wütend.

Kaum liegt die Abschussgenehmigung vor, wurde Bruno auch schon getötet. Wieso gelang es über Wochen nicht, ihn zu fangen...?° Was für Deppen waren da am Werk...?°

Ich bin traurig.


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Ich finde die Begründung total lächerlich, dass er erschossen wurde, weil er eine zu große Gefahr´für Menschen dargestellt haben soll. Der hatte doch mehr Angst vor uns als wir vor ihm. Und wer war jetzt hier letztendlich die größere Gefahr für wen...?

Ich bin auch traurig... :sad:


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BeitragVerfasst: 26.06.2006, 12:16 
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...@ popo...: :knuddel:


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Komischerweise haben am Abend vor seiner Ermordung Wanderer stundenlang noch in aller Ruhe Fotos von ihm machen können.

Weder hat er ihnen etwas getan, noch nutzte man die offensichtliche Neugier von Bruno ihn zu fangen.

Gegen die Jäger, deren Namen geheimgehalten werden sollen, gingen schon Morddrohungen ein.

Kann mir schon vorstellen wie geil sich diese "Waidmänner" gefühlt haben müssen.

Laut Landesregierung war Bruno "schmerzlos erledigt". Mal abgesehen von der Wortwahl, wer glaubt denn schon daß eine Kugel auf 150 Meter so präzise trifft daß der Tod sofort eintritt?

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BeitragVerfasst: 26.06.2006, 15:16 
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So klingt das auf der Seite des bayrischen Umweltministeriums, ich habe mal Textausschnitte kopiert die den Zynismus der Beamtensprache deutlich machen:

"Schließlich gelang es jagdkundigen Personen in den frühen Morgenstunden des 26. Juni 2006, den Bären auf der Kümpflalm ( Rotwandgebiet, Nähe Spitzingsee) im Landkreis Miesbach zu erlegen. Er wurde verbracht und einer wissenschaftlichen Auswertung zugeführt."

"Jagdkundige Personen", für mich sind das schießgeile Arschlöcher. Und warum werden im Beamtendeutsch eigentlich Personen oder Bären immer irgendwohin "verbracht"? Dieses Wort gibt es nur in Beamtenhirnen.

"Die von Beginn an geäußerte fachliche Haltung, der Bär sei aufgrund seines Verhaltens ein Risikobär, wurde durch zahlreiche Vorfälle erhärtet."

"Risikobär", dazu fällt mir nichts ein.

"Deshalb ist es bedauerlich, dass der erste Bär, der nach über 170 Jahren bayerischen Boden betrat, sich so untypisch verhielt und gleichsam außer Rand und Band geriet."

Bruno "außer Rand und Band"? "Außer Rand und Band" sind in diesem Land die Politiker. Kann man für die eine Abschußgenehmigung bekommen?

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In einem anderen Forum schrieb jemand sinngemäß: Den Afrikanern wird seit Jahren gepredigt daß sie ihre wilden Tiere bewahren sollen und man subventioniert das auch mit Millionen. Aber kaum taucht hier mal ein Bär auf drehen alle durch.

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BeitragVerfasst: 26.06.2006, 15:36 
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Northstar hat geschrieben:
"Die von Beginn an geäußerte fachliche Haltung, der Bär sei aufgrund seines Verhaltens ein Risikobär, wurde durch zahlreiche Vorfälle erhärtet."

"Risikobär", dazu fällt mir nichts ein.

Mir schon. Ich hätte mir etwas mehr Risikobäreitschaft gewünscht, dann hätte man Bruno auch lebend fangen können. :sad:


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ist der süüüüüüß!!!!

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bruno soll ins museum.

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Lindenmichl hat geschrieben:
Mir schon. Ich hätte mir etwas mehr Risikobäreitschaft gewünscht, dann hätte man Bruno auch lebend fangen können. :sad:

...klasse formuliert, Lindenmichl.


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Abgesehen davon, dass ich das auch unmöglich finde, dass man einfach so einen Bären erschießt, stellt sich mir die Frage: Was zum Geier ist ein "Problembär"? Bären gehören nunmal zu den größten Landraubtieren der Welt. Dass Raubtiere hin und wieder mal ein Schaf oder sonst ein Vieh reißen, ist doch wohl mehr als normal, oder hab ich da was verpasst?

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BeitragVerfasst: 26.06.2006, 19:33 
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Aus der online-Ausgabe des SPIEGEL vom 26. Juni 2006...:

INTERVIEW MIT WILDTIER-FORSCHER

"Bruno war ein Halbstarker"

Bruno - ein Problembär? Von wegen! Ein freches Jungtier sei er gewesen, sagt Hans-Peter Sorger. SPIEGEL ONLINE sprach mit dem österreichischen Wildtier-Verhaltensforscher über die Fehler, die seiner Ansicht nach bei der Jagd auf Bruno gemacht wurden, und warum er noch leben sollte.

SPIEGEL ONLINE: Wann haben Sie von Brunos Tod erfahren?

Sorger: Heute Morgen um sechs Uhr bekam ich eine SMS. Die Nachricht hat mich nicht wirklich überrascht. Der Bär war für mich in dem Moment tot, als sich Politiker eingemischt und sogenannte Bärenexperten sich hinter das Todesurteil gestellt haben. Die Sache ist dann schnell zu einem Politikum geworden. Und ein wenig kann ich die Minister ja auch verstehen. Sie wollten sich einfach gegen den Vorwurf schützen, nichts getan zu haben.

SPIEGEL ONLINE: Was war Bruno für einer?

Sorger: Bruno war ein Halbstarker, ein kecker Jungbär, einer, der seine Grenzen austestete. Und wenn wir solche Typen nicht hätten, wäre nach der Ausrottung nie wieder ein Bär nach Österreich gekommen. Seine Mutter Jurka hat Bruno vertrieben, um zu vermeiden, dass sie sich irgendwann paaren. Diesen Riegel schiebt die Natur vor. Bruno ist dann Hunderte Kilometer gelaufen, um sich ein Revier zu suchen. Kein Wunder, dass er sich dabei auch menschlichen Siedlungen genähert hat - als Ortsunkundiger.

SPIEGEL ONLINE: Aber warum hat er so viele Schafe gerissen?

Sorger: Aus ökonomischen Gründen. Es ist doch einfacher, ein Schaf auf der Weide zu töten als im Wald einem Reh hinterher zu jagen. Im Übrigen reißt ein Bär normalerweise im Jahr maximal acht Schafe. Weil ihm die Menschen im deutsch-österreichischen Grenzgebiet keine Ruhe gelassen haben, hat er immer wieder zugeschlagen. Von seiner Mutter hatte er außerdem gelernt, nicht zu einem Kadaver zurückzukehren. Sie war mit Gummigeschossen verjagt worden, als sie noch einmal zu einem toten Schaf ging. Das hat sie sich natürlich gemerkt und ihren Jungen weitergegeben.

SPIEGEL ONLINE: Was hätten Bayern und Tirol anders machen müssen?

Sorger: Erstens hätte das Tier schon in Osttirol konditioniert, das heißt scheu gemacht werden müssen. Zweitens hätte die Verantwortlichen ihm einfach die Zeit geben müssen, ein Revier zu finden. Bruno hatte ja gar keine Chance, so wie er gehetzt wurde. Übrigens muss sich Österreich jetzt auf weitere kecke Bären einstellen. Brunos Mutter Jurka hat wieder drei Junge bekommen und die wird sie sicherlich genauso erziehen wie JJ1.

SPIEGEL ONLINE: Nur knapp fünf Stunden, nachdem Bruno wieder zum Abschuss freigegeben worden war, wurde er tatsächlich erschossen. Warum haben das die finnischen Bärenjäger nicht geschafft?

Sorger: Das mit den Bärenjägern aus Finnland war absoluter Unsinn. Weder das Team noch die Hunde sind an unsere gebirgige Landschaft oder an unsere Temperaturen gewöhnt. Die waren doch nach hundert Metern fertig. Kein Wunder, dass sie Bruno nicht gestellt haben.

SPIEGEL ONLINE: In Österreich leben bis zu zwanzig Bären. Wie geht die Bevölkerung damit um?

Sorger: Seit 1987 organisieren wir ständig Vorträge. Im Rahmen dieser wird über den grundsätzlichen Umgang mit dem Wildtier informiert. Anschließend diskutieren wir. Das fehlte in Deutschland meines Erachtens völlig. Viele Kärntner hatten schon direkten Kontakt mit Bären. Das ist hier nichts Besonderes.

SPIEGEL ONLINE: Wie oft sind Sie schon Bären begegnet?

Sorger: In den vergangenen knapp 20 Jahren bin ich bestimmt mehr als 300 Mal auf einen Bären getroffen. 40 Mal konnte ich sie aus allernächster Nähe beobachten. Und immer ist der Bär abgehauen.

Das Interview führte Andrea Kinzinger

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,423720,00.html


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