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Wie hast du die Mauer- bzw. Grenzöffnung erlebt?
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3. Ich habe es auf der Ostseite vor dem Fernseher verfolgt 10%  10%  [ 3 ]
4. Ich habe es auf der Westseite vor dem Fernseher verfolgt 59%  59%  [ 17 ]
5. Ich war auf der Ostseite direkt dabei 0%  0%  [ 0 ]
6. Ich war auf der Westseite direkt dabei 3%  3%  [ 1 ]
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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 11:48 
steht halt gerade nicht auf dem lehrplan und da wird eben nicht darüber gesprochen - leider.

muss übrigens einschränken, unsere geschichtslehrerin hat als große ausnahme das dritte reich vor 45 jahren durchgenommen, gegen mancherlei widerstände im kollegium und von seiten der elternschaft. man berief sich darauf, an anderen schulen würde darüber auch nicht geredet. vor allem war es nicht sehr populär zu sagen, es hätten alle gewusst, dass im wenige kilometer entfernten flossenbürg juden vergast worden seien.


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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 12:00 
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...manchmal denke ich, die Wahl des Begriffes "Solidaritätszuschlag" war falsch.

"Zuschlag" ist oftmals negativ besetzt - man zahlt zum Beispiel einen Zuschlag, wenn man im ÖPNV nicht seinen Fahrpreis bezahlt hat und erwischt wurde.

Ich hätte auf alle Fälle "Deutschland" in den Begriff mit aufgenommen - beispielsweise "Deutschlandgroschen".

Vielleicht wäre da die Akzeptanz größer gewesen.


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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 12:05 
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emz hat geschrieben:
vor allem war es nicht sehr populär zu sagen, es hätten alle gewusst, dass im wenige kilometer entfernten flossenbürg juden vergast worden seien.


Vor allem ist das falsch. Flossenbürg war ein Arbeits- und Internierungslager, kein Vernichtungslager, obwohl dort natürlich wie in den meisten Lagern auf dem alten Reichsgebiet "Vernichtung durch Arbeit" praktiziert wurde.

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Stör' ich?!


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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 12:13 
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Supergrobi hat geschrieben:
...Klar findest Du das. Du bezahlst ja auch keinen

...ich weiß zwar, dass es mit dem Datenschutz nicht weit her ist, aber da irrt Dein Informant.

Selbstverständlich zahle ich Solidaritätszuschlag - und das gern.


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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 12:22 
Man hätte den Solidaritätszuschlag von vornerein auf eine bestimmte Zeit beschränken sollen: 5 oder 10 Jahre etwa. Kohl hat damals ja versprochen, daß der Osten in absehbarer Zeit auf Westniveau hochgepäppelt sein würde; dann hätte man den Zeitraum ja etwas verbindlicher gestalten können.

Es ist purer Hohn, daß man fast 20 Jahre nach der deutschen Einigung immer noch diese Zwangsabgabe leisten muß.


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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 12:26 
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Schneidi ° hat geschrieben:
...manchmal denke ich, die Wahl des Begriffes "Solidaritätszuschlag" war falsch.

"Zuschlag" ist oftmals negativ besetzt - man zahlt zum Beispiel einen Zuschlag, wenn man im ÖPNV nicht seinen Fahrpreis bezahlt hat und erwischt wurde.

Ich hätte auf alle Fälle "Deutschland" in den Begriff mit aufgenommen - beispielsweise "Deutschlandgroschen".

Vielleicht wäre da die Akzeptanz größer gewesen.

Ob Deutschlandgroschen oder Solidaritätszuschlag.... es fehlt so oder so im Geldbeutel.

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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 12:34 
MünchnerBua hat geschrieben:
Ob Deutschlandgroschen oder Solidaritätszuschlag.... es fehlt so oder so im Geldbeutel.

Wie wäre es mit einem freiwilligen Solidaritätszuschlag? (so wie auch die Kirchensteuer freiwillig ist)

Gutmenschen und Leute, die zuviel Geld haben, könnten diesen ja dann leisten... könnte man dann von mir aus auch Solidaritätsgroschen oder Happy-Money° nennen...


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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 13:32 
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Ich war damals 11 (bzw 12 bei der Wiedervereinigung) Jahre alt. Schon einige Zeit zuvor bekamen wir im Westen die Aufbruchs-Stimmung mit. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie albern ich es fand, Anträge auszufüllen und Ewigkeiten am Grenzübergang zu warten, wenn wir meine Tante besuchen wollten. Die wohnte direkt hinter Berlin in Falkensee. Von Spandau aus, wo wir damals gewohnt haben, wären wir in 10 Autominuten bei ihr gewesen.
Eine Fahrt in die DDR war immer eine lustige Sache. Manchmal haben wir mehrere Kleidungsstücke übereinander getragen, um sie mit rüber zu bringen. Wir haben sogar mal Hunde über die Transitstrecke nach Westdeutschland geschmuggelt.
Auch wir West-Berliner waren ja quasi eingekesselt. Wenn wir Berlin verlassen wollten, ging das nur durch die DDR.
Um den 9. November verfolgte ich dann natürlich gespannt die Bilder im Fernsehen und wäre selbst gern zur Mauer gegangen. Die Menschen, die auf der Mauer tanzten und feierten und sich in den Armen lagen - das werde ich wohl nie vergessen.
Es war furchtbar aufregend, als wir plötzlich einfach so zum Alex fahren konnten. Der ganze Platz war 1989 überfüllt von Menschen - das war ein tolles Erlebnis. Beim Besuch des Pergamon-Museums mussten wir dann noch unsere D-Mark 1:4 gegen Ost-Mark tauschen. Mit einer Freundin ging ich in dem Jahr in Lübben (ein Dorf im Spreewald) ins Kino. Das kostete 5 Mark und 5 Pfennig für Kultur - was bedeutete, dass man uns die Jacken abnahm :grin:
Kurz darauf erhielten wir dann Besuch - 11 Mann inklusive 2 Säuglingen waren den weg nach Ost-Berlin angetreten.

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Zu den Steinen hat einer gesagt: 'Seid menschlich.' Die Steine haben gesagt: 'Wir sind noch nicht hart genug.'
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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 13:35 
VfB1893 hat geschrieben:
emz hat geschrieben:
vor allem war es nicht sehr populär zu sagen, es hätten alle gewusst, dass im wenige kilometer entfernten flossenbürg juden vergast worden seien.
Vor allem ist das falsch. Flossenbürg war ein Arbeits- und Internierungslager, kein Vernichtungslager, obwohl dort natürlich wie in den meisten Lagern auf dem alten Reichsgebiet "Vernichtung durch Arbeit" praktiziert wurde.
hast natürlich vollkommen recht. war einfach nur schlampig hingeschludert :oops: sorry.


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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 14:13 
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Alice64 hat geschrieben:
@lilo:
Das ist ja unglaublich! Ich würde mich beim Elternbeirat beschweren.
Wobei ich sagen muss, dass wir in meiner Schulzeit (fast 30 Jahre her) sehr wohl ausführlich das Dritte Reich durchgenommen haben. In der 10. Klasse besuchten wir auch das KZ Dachau. Da sind dann einige Eltern Sturm gelaufen, die das nicht wollten.


Ja, das wurde auch in meiner Zeit ausführlich durchdiskutiert: Das dritte Reich, ausgerechnet das! Haben 2 KZs besucht: Theresienstadt und Dachau.

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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 14:33 
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Theresienstadt stand bei unserer Kursfahrt 1987 auf dem Plan.
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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 14:38 
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Schneidi ° hat geschrieben:
...
Ich hätte auf alle Fälle "Deutschland" in den Begriff mit aufgenommen - beispielsweise "Deutschlandgroschen".

Vielleicht wäre da die Akzeptanz größer gewesen.


Bei den Nazis auf jedem Fall!

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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 16:00 
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MünchnerBua hat geschrieben:
Theresienstadt stand bei unserer Kursfahrt 1987 auf dem Plan.
War ziemlich bedrückend... und abends hatte keiner Lust, den Lauten zu machen.


Ja, am Abend waren bei uns auch die Abschlußklässler ziemlich "down". Sind durch diesen langen "Tunnel" gelaufen, den wir nur gebückt durchlaufen konnten. Oh weh, haben unsere Rücken weh getan! Am Ende kam man an der "Abknallwand" raus. Gänsehaut, Erschaudern und Entsetzen in unseren Gliedern und Gesichtern!

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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 16:09 
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Wir waren in Auschwitz. Das ist wohl nicht zu toppen (hinsichtlich sowohl Opferzahl, Bekanntheitsgrad und Symbolcharakter als auch Entsetzen und Bedrückungsgefühl).


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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 23:17 
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Diavolezza hat geschrieben:
Das zeigt doch, dass Deutschland in diesen 20 Jahren tatsächlich zusammengewachsen ist. Diese Einteilung in Ost und West ist doch wirklich von gestern!

Das Gefühl habe ich nicht. Ich war drei Jahre alt, als die Mauer gefallen ist und habe die Begriffe "Ossi" und "Wessi" erst viel später kennengelernt, obwohl es da schon längst "ein Deutschland" gab. In den Medien wird immer wieder von Ost und West gesprochen. "Im Osten haben x Leute ... Im Westen haben y Leute ... Im Osten verdient man durchschnittlich x Euro ... Im Westen verdient man durchschnittlich y Euro ..." Es werden immer noch so viele Unterschiede zwischen Ost und West gemacht und dies wird auch immer sehr betont. Ich frage mich: Warum ist das so? Kinder wachsen also immer noch damit auf, dass es zwei verschiedene Seiten gibt und solange diese Unterschiede noch überall zu hören sind, wird auch noch in 20 Jahren vom Osten und vom Westen gesprochen. Letztens gab es ein Ost-West-Duell im Fernsehen. Die Begriffe Ossi und Wessi sterben bestimmt nicht aus.

Ich war übrigens in der siebten Klasse im KZ Buchenwald und später in Mittelbau-Dora.


Zuletzt geändert von Cosima am 10.11.2009, 23:22, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 10.11.2009, 23:20 
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Zum Thema Geschichtslehrer.
Ein Großteil meiner Kollegen hat gestern das Thema aufgegriffen im Unterricht. Und gleichzeitig einen schönen Exkurs drangehängt, was eben am 09.11. noch so alles in Deutschland passiert ist (wie Thorsten 2 Seiten vorher schön aufgelistet hat).
Eine ähnliche Liste ging letzte Woche bei allen Geschichtskollegen rund, damit sie im Unterricht damit arbeiten können.


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BeitragVerfasst: 11.11.2009, 11:41 
Mir ging es damals als Schüler furchtbar auf den Sack, wenn wir in der Oberstufe die "Wende" behandelt hatten (die 2-5 Jahre zurücklag). Auch weil unser Geschichts-/Gemeinschaftskundelehrer so ein CDUler mit Parteibuch war, der voll hinter Kohl&Co. stand. Einmal hat er uns Bilder gezeigt, wie verrottet es "drüben" kurt nach der Wende aussah... Wie "blühende Landschaften" auszusehen vermögen, konnte er uns aber nicht mehr sagen.


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BeitragVerfasst: 11.11.2009, 15:24 
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Bei uns war das damals so, daß wir den WK1 im Eiltempo runterrissen und für den WK2 dann keine Zeit mehr war. Aber für Lästereien über die Ostzone war schon bei dem sehr ausführlich behandelten Karl dem Großen immer mal wieder Zeit und Gelegenheit. Dabei war zu dieser Zeit die Ostzone noch nicht unbedingt als gescheitertes Modell anzusehen.

PS DDR gab es damals offiziell noch nicht.

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BeitragVerfasst: 11.11.2009, 18:32 
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lilo hat geschrieben:
Hab ja eine 15 Jährige Tochter. Sie geht in die 9. Klasse. Ich habe sie gestern gefragt, ob die Lehrer irgendwas gesagt haben wegen dem 9.11.
Einfache Antwort: Nö
Ich: Nö? Wieso denn nicht? Was macht ihr denn so in Geschichte?
Sie: Kurz vorm 2. Weltkrieg. Die Lehrer haben nichts über den Mauerfall gesagt.

Also da fass ich mir doch am Kopf. Ne bessere Gelegenheit darüber zu reden gibst doch nicht. Und wenn die Lehrer das nur kurz angesprochen hätte, aber gar nichts?


Ich bin auch in der 9. Klasse und Bei uns in der Schule wurde am Montag auch nicht viel zum Mauerfall gesagt! Nur haben wir in unserem Gebet in Reli kurz gesagt, dass wir sehr dankbar dafür sind, dass die Mauer weg ist und dafür beten, dass auch in anderen Ländern die Mauern fallen. Sonst war nichts. und auch gestern in geschichte hat niemand was dazu gesagt.


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BeitragVerfasst: 11.11.2009, 19:12 
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Ich gehöre zu den wohl ganz wenigen Schülern, die in Ihrer Schulzeit NIE die NS-Zeit durchgenommen haben. Wir hatten einen extrem lahmen Geschichtslehrer, wir sind dann irgendwo im deutschen Kaiserreich hängengeblieben ...

Privat habe ich allerdings schon so mit 14/15 Jahren angefangen, mich für das Thema zu interessieren - was auch familiär bedingt war, da es in meiner Familie sowohl ausgesprochen überzeugte Nazis, wie aber auch einen Widerstandkämpfer gegeben hatte, so dass mich meine Eltern sehr früh auf das Thema hingewiesen haben.

Zum 09.11.1989: Ich war damals 19 und im letzten Schuljahr vor dem Abi. Die DDR kannte ich nur von Transitfahrten nach Westberlin, wo Verwandte wohnten, von dort aus war ich auch 2 mal in Ost-Berlin.
Trotzdem habe ich damals die Ereignisse, die "friedliche Revolution" in der DDR mit großem Interesse verflogt, da ich auch die Hoffnung hatte, hier könnte so ein "dritter Weg" zwischen kapitalistischen Westen und kommunistischen Osten entstehen - eine Hoffnung, die sich ja dann nicht so wirklich erfüllt hat ...

Am 09.11.89 selbst habe ich nachmittags mit unserem Kirchenchor bei einer Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht 1938 auf dem jüd. Freidhof unserer Stadt gesungen (ich finde es bis heute blöd, dass diese beiden Daten so aufeinander fallen ...), bin dann nach Hause und habe im DDR-Fernsehen (wohnten im Westen, aber bei bestimmten Wetter war DDR-Fernsehen gut zu empfangen) die berühmte Pressekonferenz von Schabowski live mitverfolgt. Und es ging mir wohl so, wie dem Schabowski selbst wohl auch: Ich habe überhaupt nicht kapiert, was er da gerade sagt. Irgendwas mit "ständiger Ausreise über die Grrenzübergangsstellen zur BRD und nach West-Berlin".
Habe an dem Abend kein Fernsehen oder Radio mehr gehört, und habe so diese historische Nacht im wahrsten Sinne des Wortes "verpennt". Und mich am nächsten Morgen sehr gewundert...

Mittlerweile habe ich einige Freunde und Bekannte aus der ehem. DDR, war sogar zeitweise mit einer "Ossi-Frau" zusammen (wobei ich nicht glaube, dass es dann an einem vermeintlichen Gegensatz "Ost-West" gescheitert ist) und würde diese Trennung Ossis-Wessis eigentlich auch gern überwunden sehen - aber in unserer Generation wird sie wohl noch spürbar bleiben.

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