Ich habe mal einen Artikel über Leute gelesen die mit einem Flugzeug im Auge eines Hurrikans mitfliegen. Draußen tobt der Wind, in der Mitte ist es ruhig. Beängstigend ruhig, totenstill.
So fühle ich mich jetzt auch. Draußen toben Leben und Regen. Der Regen trommelt ans Fenster, Menschen hasten zum gegenüberliegenden Busbahnhof, geschützt durch Schirme oder Regenjacken. Ich sitze hier, bei einem Glas Wein. Nicht das erste Glas. Nicht mal die erste Flasche.
Das Telefon, es schweigt. Ein Anruf meiner Mutter die wissen wollte ob ich auch wirklich an Weihnachten komme. Zum etwa vierzehnten Mal sage ich zu. Aber der Anruf auf den ich warte, der kommt nicht. Er wird nicht kommen. Ein Streit, so banal. Wegen einem Bild.
Ich hätte das Bild meiner Ex nicht mit rumtragen müssen. Aber ehrlich gesagt, ich habe gar nicht mehr daran gedacht. Und so kam es wie es kommen mußte, sie hat es gesehen. Ein Wort gab das Andere. Und jetzt ist Schluß.
Wirklich? Für immer? Nein, das kann es noch nicht gewesen sein. Ich werde kämpfen. Und ich brauche Verbündete. Menschen die mehr vom Leben verstehen als ich.
Wo ist sie, die Nummer. Aha, hier. Ruf an, jetzt! Ja, ich rufe ihn an. Es klingelt. Einmal, zweimal, dreimal, dann klickt es.
"Dr. Dressler, was kann ich für sie tun?" Jetzt weiß ich, alles wird gut. Dr. Dressler wird mir den Weg weisen.
Heute hatte ich wirklich einen rabenschwarzen Tag. Nachdem es in der Mensa Labskaus gegeben hatte und ich dummerweise mein Dosimeter zum Essen nicht abgenommen hatte, stutze ich beim Wertevergleich zum Feierabend. Ich hatte eine erhebliche Dosis radioaktive Strahlung abbekommen. Schnell schnappte ich mir einen Geigerzähler. Wenn es durch den Versuchsaufbau verursacht wäre, müsste jetzt auf jeden Fall noch eine Reststrahlung zu messen sein. Aber da war tote Hose. Dann konnte es eigentlich nur noch der Labskaus sein ! Schnell rannte ich rüber in die Mensa. Dabei übersah ich leider den Igel, der kurz vorher auf die Strasse gehuscht war. Als ich einen stechenden Schmerz in meinem Fuss spürte, bemerkte ich, dass ich beim Umziehen ganz vergessen hatte, mir die Schuhe anzuziehen. Auf einem Bein humpelnd erreichte ich die andere Strassenseite, stolperte aber leider über den Bordstein. Dabei rummste ich mit dem Kopf gegen ein auf dem Bürgersteig geparkten Geldtransporter mit der Aufschrift "Banko Internationale". Sofort stand ein Kerl mit schwarzem Anzug, Sonnenbrille und Sturmgewehr im Anschlag vor mir. Ich bat verlegen um Verzeihung und erklärte dem Wachmann in kurzen Andeutungen, was das Missgeschick ausgelöst hatte. Dann liess er mich freundlicherweise weiterhumpeln. Ich stolperte hinüber zum Ausgabetresen der Mensa und aktivierte den Geigerzähler, der sofort laut knackte. Dummerweise rief ich dabei recht auffällig: "Der Labskaus ist verstrahlt", nichtahnend, dadurch eine Massenpanik ausgelöst zu haben. Ich wurde mehr oder minder von hunderten wilder Studenten zum Ausgang geschoben. Nachdem ich mich dann draussen endlich in mein Auto gerettet hatte, fuhr ich zum Krankenhaus, um meine gesammelten Verletzungen behandeln zu lassen. Das schlimmste war jedoch, dass ich erstmal ewig lange an der Anmeldung warten musste, weil dort aus einem mir unerfindlichem Grunde hunderte von Menschen sich den Magen auspumpen lassen wollten...
So, ich hab genug! Ich halts hier nicht mehr aus!!!! Stets ist es kalt und der Schnee macht mich nicht froh. Im Gegenteil! Diese Plackerei, ständig die Wege freischaufeln zu müssen! Ich bin doch nicht Schneeschipper von Beruf!
Ich habs! Ich wandere aus, und zwar dahin, wo es immer warm ist und garantiert keinen Schnee gibt! Nach Florida! Jaaa! Das ist die Lösung!
Aber halt..... kann ich mich in Florida noch dem Ehrlich-Forum widmen? Na klar, keine Problem, die haben da ja auch Internet, hihi....
Dabei würde ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: ich kann dem ungeliebten Winter entfliehen und mich eine Weile vom Physikstudium abseilen. Dieses blöde Wiensche Verschiebungsgesetz kann mir mal den Buckel runterrutschen!!
Was ich aber auf keinen Fall vergessen darf, ist der Eierschneider. Mein Motto ist ja: Nicht ohne meinen Eierschneider". Na, dann los, fang an zu packen.............
Auf einer Tagung in der Schweiz mussten alle restlichen Punkte der Agenda verschoben werden, weil mitten in der Sitzung unter ohrenbetäubendem Lärm eine Maus in den Ventilator gesprungen war.
Mondgestein, Gänseblümchen, Ass, Excel-Sheet, Chipstüte
Sie fragte sich schon lange, was es mit dem Mondgestein überhaupt auf sich hatte, während sie so im Gras zwischen all den Gänseblümchen lag. Was stand denn heute noch an, überlegte sie verträumt. Die Kartenrunde mit den Nachbarn heute abend, das würde sicher wieder lustig werden. Vorallem, wenn Max wieder ein Ass nach dem anderen zieht! Ansonsten sollte sie noch dringend das Excel-Sheet erstellen, was sie übermorgen abgeben musste! Sie erhob sich aus der Wiese und machte sich auf den Heimweg. Unterwegs würde sie dann noch ein paar Chipstüten für heute abend besorgen.
Sie betrat den Seminarraum und stutzte. Hier sollte der Grillabend stattfinden ? Ein wenig mehr Schmuck hätte dem Event sicher gut getan. Nicht mal die Tische waren entsprechend aufgestellt gewesen. Überhaupt seltsam, dass es hier wie ausgestorben war, dafür, dass es eigentlich in 10 Minuten losgehen sollte. Und sie hatte soviel daran gesetzt, diesen Termin noch auf die Reihe zu kriegen. Gestresst zückte sie erstmal ihre Geldbörse und gönnte sich an dem Kaffeeautomaten im Flur einen Latte Machiato. Aber sie wusste natürlich noch nicht, dass es das letzte Getränk ihres Lebens werden sollte...
"Urmel!", rief sie verzweifelt, "ich bin glatt von den Socken. Ich soll hier einen MP3-Decoder runterladen...??? Warum können wir nicht weiter die Schallplatten hören?"-"Wenn Du nicht ständig Deine doofen Fischbrötchen auf meinem Plattenspieler legen würdest, und Du weißt, wie sehr ich mich vor ihnen ekele, dann wäre das alles nicht nötig...." Und schon befanden sie sich im schönsten Ehekrach...
Relaxed saß er auf der Verrande und trank seinen fünften 'Tequila', es ging gerade ein 'Wolkenbruch' runter, sodaß sogar eine lose 'Dachpfanne' den 'Schornstein' erzittern ließ und die 'Ameisen' in ihren unterirdischen Gängen Pool-Party feierten.
Völlig ausser Atem stand er mit einer Sonnenblume in der Hand in der Küchentür. "Was ist denn das für eine Begrüssung, Puppe ?", raunte er sie an, die mehr oder minder keine Notiz von ihm nahm. "Da fahre ich hunderte von Kilometern durch Deutschland, Staumeldung an Staumeldung im Radio, Sturm, Regen, Hagel, und bringe sogar noch Blumen mit, und alles was Du herausbringst ist ein mürbes, unfreundliches 'hm' ?"
Sie legte ein künstliches gequältes Lächeln auf und erwiderte: "Soll ich Dir einen Vanillepudding kochen, mein Schatz ?"
Hugos Frau hatte ihm seine Arbeitskleidung herausgelegt. Sie roch fürchterlich nach Mottenkugeln. Aber besser, als wenn die Motten sich fühlten, als seien sie in einem Planschbecken, dachte sich Hugo.
Heute war sein erster Tag als Qualitätsmanager. Seine Frau hatte wirklich an alles gedacht: Sogar einen Joghurt hatte sie ihm eingepackt, dass er zu Mittag was essen konnte. Als Hugo in seiner neuen Firma ankam, warf er noch einen kurzen Blick auf die Hausnummer, dass er auch wirklich richtig war, dann trat er ein.
HWG schaute in den Spiegel, atmete tief durch und rückte seine Wollmütze wieder zurecht. "Das kann so nicht weitergehen", murmelte er in seinen Bart hinein, "irgendwann muss mal Schluss sein."
Zielstrebig ging er wieder auf die Tür zum Versammlungsraum zu, schob seinen Ausweis in den Card-Reader, schritt durch die aufgleitende Tür und hüstelte.
Als alle Augen auf ihn gerichtet waren, knallte er seine Tasse auf den Tisch und brüllte: "Dass das ein für allemal klar ist. Und wenn sich der Betriebsrat auf den Kopf stellt: Bei Hochzeiten werde ich keine Blumen streuen, Manfred Schwabe keine Trauungen abhalten, Jo Bolling nicht den Brautwagen chauffieren und Hansemann keine Bürgerbüro-Eskorte in die Flitterwochen geben!"
"Sabrina mein Engelchen, Zeit zum Aufstehen", klang es liebevoll durch die Tür durch. Sabrina grunzte nur und kroch noch tiefer in die Kissen. Nichts war so schlimm, als wenn man morgens um halb sieben - eigentlich noch mitten in der Nacht - geweckt wurde.
Und das noch an einem Samstag! Worauf hatte sie sich damals eigentlich eingelassen? Es war doch nur ein Gag gewesen, damals bei ihrer Freundin Verena. Sie hatten ein bißchen im Internet gesurft und hatten kurz auf der Homepage der Fernsehserie Lindenstraße vorbeigeschaut. Dort stand, dass ca. 14 - 17jährige Mädchen für ein Casting gesucht wurden, sie sollten in der Weihnachtsfolge der Serie einen Engel spielen, der Geschenke verteilte. Mehr aus Spass hatte sich Sabrina beworben - und war prompt genommen worden.
Als der Postbote den Brief persönlich abgegeben hatte, hatte sie im ersten Moment gar nicht mehr gewusst, dass sie sich überhaupt beworben hatte. "Poßt vom WDR" lispelte der Briefträger. "Daß klingt intereßant. Muß ja was ßpannendeß drinßstehen!"
Sabrina wusste nie, was bei Herrn Jütten, seines Zeichens "Poßtzußteller" schlimmer war: Seine Neugierde, die an jene der legendären Else Kling heranreichte, oder sein Sprachtick mit dem Lispeln.
"Sabrina, das geht mir echt ganz schlimm auf den Wecker, dass ich dich immer wecken muss, jetzt komm und beeil dich mal, wir fahren schließlich ein Stück bis nach Köln!" rief ihre Mutter und klopfte erneut an die Tür.
"Ja, ja ich komme schon", maulte Sabrina schlecht gelaunt und bequemte sich aus ihrem Bett.
der neuen Kartoffelkäfer-Schutzverordnung, sie war ihr zu fade.
Die US-Marsrakete schien ihr nur Maskerade, Bush glich Tarzan mit seinem Gehabe.
So sann sie nach über die Politik-Hitparade, naschte frustriert Vollmilch-Nuss-Schokolade
Merkel fragte sich ernstlich, wie soll das weitergeh'n, wenn wir schreiben das Jahr 2010.
Sie zuckte die Schultern und mühte ihren Grips und denkt und denkt, doch sie kommt zu nix. Als (Meta-)Physikerin ist sie sich jedoch sicher: Irgendwann kommt die Apokalyps'!
...nachdem ich vom McCartney - Konzert kam, warf ich meinen Mantel in die Ecke, kramte meine Chips raus und genoss die neuste "Lindenstraße". Ach ja, Helga Beimer verbrannte mal wieder die Weihnachtskekse. Nach der Lindenstraße - Folge zappte ich erstmal rum, bei Müll wie Spongebob ging ich instinktiv in Deckung. Das gleiche galt für Inspektor Columbo. Nachdem ich merkte, dass nichts gescheites lief, zog ich mir halt meine Star Trek - CD mit Spocki & Co. rein.