Re: ...und weiter gehts in der lindenstrasse - aber wie lang
14.04.2010, 12:52
Es kann gut sein, dass die "Lindenstraße" irgendwann einmal eingestellt wird, ich rechne jedoch damit, dass dies zumindest nicht innerhalb der nächsten zehn Jahre geschieht.
Die Quoten stagnieren in der Tat seit mehreren Jahren, dennoch sind durchschnittlich 3,5 Mio. Zuschauer pro Folge keine schlechte Einschaltquote. Alle ARD-Erfolgsformate mussten in den letzten Jahren Federn lassen, auch die "Tagesschau" oder der "Tatort" (der hatte früher regelmäßig an die 10 Mio. Zuschauer, heute sind es im Durchschnitt 7-8 Mio). Das ist eine ganz normale Entwicklung, die auch mit der Internet-Verbreitung zusammenhängt.
Insofern ist das Quotenargument für mich das Argument, das in Bezug auf eine mögliche Einstellung der "Lindenstraße" am wenigsten zieht - sofern die Quoten nicht dauerhaft unter die 2 Mio.-Marke fallen. Und dies ist wohl eher unwahrscheinlich.
Re: ...und weiter gehts in der lindenstrasse - aber wie lang
14.04.2010, 13:10
Christian hat geschrieben:Insofern ist das Quotenargument für mich das Argument, das in Bezug auf eine mögliche Einstellung der "Lindenstraße" am wenigsten zieht
Re: ...und weiter gehts in der lindenstrasse - aber wie lang
14.04.2010, 16:06
muratorium hat geschrieben:
Christian hat geschrieben:Insofern ist das Quotenargument für mich das Argument, das in Bezug auf eine mögliche Einstellung der "Lindenstraße" am wenigsten zieht
sondern
nur die quote zaehlt
Auf den ersten Blick. Aber wie hier bereits von sinapse erwähnt: zu den Zuschauern am Sonntagabend kommen noch einmal sehr viele Zuschauer, die sich die Folge in den dritten Programmen oder online auf der Homepage ansehen. Und das wissen die Macher natürlich.
Außerdem hat die "Lindenstraße" im Gegensatz zu anderen, neuen Fernsehserien den Vorteil, dass sie schon seit fast 25 Jahren läuft und damit eine eingeführte "Marke" ist (vergleichbar eben mit der "Tagesschau", dem "Weltspiegel" oder dem "Tatort").
Macht mal den Test und fragt in eurem Bekanntenkreis nach fünf ARD-Fernsehsendungen, die schon seit über 20 Jahren laufen. Ich bin sicher, die "Lindenstraße" wird fast immer genannt werden.
Die ARD würde sich mit einem vorzeitigen Ende wegen sinkender Quote also selbst schaden; würde sie mit der Einstellung der "Lindenstraße" doch gleichsam ein Produkt vernichten, mit dem sich viele ARD-Zuschauer identifizieren, und das mittlerweile sogar schon über mehrere Generationen. Und gerade das wollen die Fernsehsender ja: dass sich die Zuschauer mit dem Programm (=Sendungen) identifizieren, dass die Zuschauer eine persönliche Bindung entwickeln.
Re: ...und weiter gehts in der lindenstrasse - aber wie lang
14.04.2010, 18:17
@ christian
das waere ja dann doch eine art (ard) ponyhof - die alte stute bekommt ihr gnadenbrot
im unterschied zur ls bringen tagesschau und tatort durchaus gute quoten - legendenbonus hin oder her
tagesschau ist nach wie vor staerkstes newsformat und der tatort meist sonntagabend-sieger
weltspiegel entzieht sich meiner kenntnis (als unpolitischer troll)
und - was nutzt die identifikation - wenn die konnotation eher negativ ist: "lindenstrasse? hab ich frueher mal gesehen / ist doch total uncool" (wobei "uncool" sagen selbst natuerlich auch laengst uncool ist)
da schneiden neue programmdirektoren gerne mal alte zoepfe ab
und dies noch: die onlinestellung und wiederholungen erreichen kaum neues publikum - meistens schauen sich nur die fans die folge erneut an
Re: ...und weiter gehts in der lindenstrasse - aber wie lang
15.04.2010, 12:13
In der Zeit der klassischen Drei-Programme-Struktur brachte es ein 15minütiger totaler Bild- und Tonausfall während einer nachmittäglichen Liveübertragung von der Berliner Funkausstellung auf ca. 60%. Allerdings konnte man zu dieser Uhrzeit nirgendwo hin umschalten. Aber abgeschaltet haben sie auch nicht.
Das ist ein Extrembeispiel, zeigt aber, wo der Haken ist: Fernseher an ist nicht = es wird geguckt.
Nach einem wirklich guten Tatort sinkt der Wasserdruck ab.
Re: ...und weiter gehts in der lindenstrasse - aber wie lang
15.04.2010, 12:18
Hamlet hat geschrieben: Fernseher an ist nicht = es wird geguckt.
nur solange es keine zuverlaessigere messmethode des tv-konsums gibt, werden anhand dieser pseudoobjektiven zahlen, genannt quote, beschluesse ueber weiterfuehrung oder einstellung einer sendung getroffen (werden)