Obwohl ich sie eigentlich eher als Opferanwältin für irgendwelche Demonstranten sehe. Kann mich erinnern, dass nach dem G8 Gipfel in Heiligendamm, eine Anwältin der Demonstranten / Attac-Anhänger bei Anne Will (?) zu sehen war, und sich über die Haftbedingungen und den Umgang mit den kurzzeitig festgenommen Jungs aus dem Schwarzen Block aufgeregt hat. Exakt das wird Sarah auch. (Oder sie verkauft ihre Ideale und wird dann Mitarbeiterin der juristischen Abteilung einer Großbank oder so.)
Siri hat geschrieben:Zu vermeiden wäre das höchstens, wenn tatsächlich alle Ecken eines Gefängnisses videoüberwacht wären und nurintegre GefängnismitarbeiterINNEN diese Aufzeichnungen wiederum überwachen würden. Ich glaube, ein Ding der Unmöglichkeit. Leider!
...das es schwierig werden wird, das durchzuziehen - dessen bin ich mir bewusst, Siri.
Aber wenn ich mir anschaue, wieviele Menschen sich jährlich in den Gefängnissen das Leben nehmen, weil sie die Haftbedingungen nicht mehr aushalten, dann ist das gerade eine Aufforderung zum Handeln.
Und Videoüberwachung halte ich für einen gangbaren Weg.
Ich denke, das hängt weniger mit den Haftbedingungen als vielmehr mit dem schlechten Gewissen, des Wissens um Schuld, der Angst vorm Ungewissen etc ab. Wenn man weltweit die Haftbedingungen vergleicht, sieht es in deutschen Gefängnissen höchst rosig aus. Oder warum wollte der eine Pokerüberfallbeteiligte nach seiner Flucht in den Libanon und seiner Gefangennahme dort unbedingt in ein deutsches Gefängnis überstellt werden? Er sagte wörtlich, dass er lieber in Deutschland im Gefängnis sitzen will. Und jetzt kommst du, Schneidi!
Anmerkung: Dieser Beitrag wurde ohne Aufforderung durch etwaige HundehalterInnen und unter alleiniger Verwendung eigenen Gedankenguts erstellt!
STH hat geschrieben: Interessant finde ich, die 359 in Untersuchungshaft.
Das hat in den wenigsten Fällen was mit den Haftbedingungen zu tun, sondern mit Scham und/oder schlechtem Gewissen.
Es sind gerade die schwierigen Verhältnisse in den Gefängnissen, die es den Gefangenen ermöglichen, ihr Gewissen zu erleichtern. Auf einem Ponyhof büßt man seine Taten nun mal nicht ab.
Und ja, Deutschland ist bei ausländischen Kriminellen so beliebt, weil die Haftbedingungen sehr locker sind.
Schneidi ° hat geschrieben:Aber wenn ich mir anschaue, wieviele Menschen sich jährlich in den Gefängnissen das Leben nehmen, weil sie die Haftbedingungen nicht mehr aushalten,
Hast du dir schon mal angeschaut, wie viele Vergewaltigunsopfer sich anschließend mit Drogen oder Alkohol umbringen?
Aber das ist wieder typisch für dich, die Opfer sind Marginalien.
Ein Mörder, Drogenhändler oder Vergewaltiger hat den Knast nun mal auszuhalten. Und wenn nicht - Pech gehabt, was geht's uns an? Die Kleinkriminellen, die da evt. unter die Räder kommen, die tun mir allerdings auch leid, das muß ich hinzufügen.
da mache ich mir doch eher gedanken um diejenigen, die der willkür der erzieher und lehrer ausgesetzt waren. da wurden schüler missbraucht und geschlagen und das nicht nur in den katholischen internaten. und weil die oberen diese lehrer und erzieher vor den unbillen eines gefängnisses schützten, hat man diesbezügliche anzeigen im sande verlaufen lassen. allerdings klappte es nicht immer mit dem schutz, und so wurde auch mal ein erzieher krankenhaus-reif geprügelt. das hätte man mit einer videoanlage bestimmt verhindern können.
Mit einer Videoüberwachung in Brunos Wohnhaus wäre das Urteil für das heilige Annachen ganz anders und härter ausgefallen. Und Hantz die feige Sau wäre auch mit eingefahren!
Schneidi ° hat geschrieben:Aber wenn ich mir anschaue, wieviele Menschen sich jährlich in den Gefängnissen das Leben nehmen, weil sie die Haftbedingungen nicht mehr aushalten,
Hast du dir schon mal angeschaut, wie viele Vergewaltigunsopfer sich anschließend mit Drogen oder Alkohol umbringen?
Und nicht nur das, auch Essstrungen sind ein sehr häufiges Ventil...aber die Betroffenen können ja auch zu Beratungsstellen gehen, und wenn sie sich ob des Geschehenen schämen- dann ist's wohl nicht so schlimm
Und der Freitod in der Gefängniszelle ist m.E. oftmals nicht den Haftzuständen sondern wie bereits angeführt wahrscheinlich vielmehr der Scham und teils auch der scheinbaren Ausweglosigkeit geschuldet.
STH hat geschrieben:...Interessant finde ich, die 359 in Untersuchungshaft.
...Untersuchungshaft bedeutet nun mal Einzelhaft und das ist für viele Menschen unerträglich. Es ist die totale Isolation, einmal pro Tag gibt es, wenn man Glück hat, eine Stunde Hofgang und das war es.
Dreiundzwanzig Stunden jeden Tag allein in der Zelle - ohne jegliche soziale Kontakte, ohne Radio, TV, Internet. Da zerbricht so manche sensible Seele.
Auch hier könnte eine Änderung geschehen - Einzelhaft bei Untersuchungshaft nur noch in besonders schweren Fällen, in denen *sagenwirmal* ein Strafmaß ab fünf Jahren Gefängnis zu erwarten ist. Das könnte die Selbstmordziffer schon senken.
Schneidi ° hat geschrieben:Dreiundzwanzig Stunden jeden Tag allein in der Zelle - ohne jegliche soziale Kontakte, ohne Radio, TV, Internet. Da zerbricht so manche sensible Seele.
TV und Radio können beim Richter beantragt werden. Bücher sind sowieso erlaubt, auch ohne Antrag.
Einzelhaft ist wesentlich angenehmer als ständig mit irgendeinem asozialen halbverblödeten Subjekt zusammen zu sein.
Ich würde allerdings auch lieber auf soziale Kontakte verzichten, als mit jemandem die Zelle teilen, den ích nicht kenne und der wer weiß was auf dem Kerbholz hat!
MünchnerBua hat geschrieben:Ich würde allerdings auch lieber auf soziale Kontakte verzichten, als mit jemandem die Zelle teilen, den ích nicht kenne und der wer weiß was auf dem Kerbholz hat!
Zumal "soziale" Kontakte mit einem _a_sozialen Element ohnehin nasagenwirmal grotesk wäre.
Für Schneider wären zwei-drei Monate ohne Dieter Bohlen, Gottschalk und Co usw dafür bei guter Literatur vermutlich das beste, was ihm mal passieren könnte. Die gesunde Gefängniskost will ich erst gar nicht erwähnen.
warum wohl steckt man einen u-häftling in eine einzelzelle? damit er nicht über mithäftlinge kontakte nach außen aufnehmen und das verfahren so beeinflussen kann.
wenn ein selbstmord zu befürchten steht oder ein übermäßig harter knastalltag, dann wird dem durchaus rechnung getragen. so wurde der priester, der in oberpfalz mehrfach kinder angepackt hatte, nicht in ein normales gefängnis sondern in eine forensische klinik gesteckt. in einem anderen fall wurde einem dealer seine haftstrafe erlassen. er hatte das geld ausschließlich dafür verwendet, seine op von frau zu mann zu finanzieren. anmerkung: was mich dabei sehr freut, dieser typ ist hier am ort super integriert und ich wüsste keinen, der jemals über ihn gelacht hätte.
Hamlet hat geschrieben:Für Schneider wären zwei-drei Monate ohne Dieter Bohlen, Gottschalk und Co usw dafür bei guter Literatur vermutlich das beste, was ihm mal passieren könnte. Die gesunde Gefängniskost will ich erst gar nicht erwähnen.
darf man sich in der u-haft nicht sein essen von außerhalb kommen lassen?
Hamlet hat geschrieben:Für Schneider wären zwei-drei Monate ohne Dieter Bohlen, Gottschalk und Co usw dafür bei guter Literatur vermutlich das beste, was ihm mal passieren könnte. Die gesunde Gefängniskost will ich erst gar nicht erwähnen.
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, Hamlet - keine Frage.